Papier oder Pixel – welches Datum nehmen?

Die »Fürther Nachrichten« in analoger und digitaler Fassung (Foto: Ralph Stenzel)

Die »Fürther Nachrichten« in analoger und digitaler Fassung

Quellenangaben sind die Grundlage se­riö­ser Artikel-Arbeit. Naheliegenderweise sind die »Fürther Nach­rich­ten« eine be­son­ders üppig sprudelnde Quelle für un­ser Fürther Lokal-Wiki. So weit, so banal.

Im Internet-Zeitalter ist es freilich nicht mehr so simpel wie früher, Quel­len­an­ga­ben korrekt und eindeutig zu da­tieren, denn (nicht nur) die hie­si­ge Zeitung ver­folgt eine mitunter ver­wir­ren­de Stra­te­gie der zeitlich abgestuften Ver­öf­fent­li­chung von Beiträgen über verschiedene Medien und Kanäle: Oft erscheinen Artikel aus der gedruckten Zeitung erst einen oder mehrere Tage später in der Internet-Ausgabe des gleichen Blattes, mitunter ist es aber auch um­ge­kehrt und die Print-Ausgabe hinkt der Web-Variante hinterher. Die Absicht dahinter ist klar, das (kosten­lose) Internet-Angebot soll die Verkaufszahlen der gedruckten Zeitung nicht ne­ga­tiv beeinflussen. Aber wie sieht unter diesen Umständen ein sauberer Quel­len­ver­weis aus?

Eine einfache Antwort gibt es nicht. In einem Online-Lexikon verlinkt man schon aus praktischen Gründen gern auf Online-Quellen. Was aber, wenn sich ein Leser die Papier­ausgabe der Zeitung vom gleichen Tag besorgt und dann den referenzierten Artikel dort nicht findet? Der Fall ist keineswegs konstruiert und unwahrscheinlich, denn mitunter werden online veröffentlichte Artikel auch wieder vom Netz genommen. Um dergestalt depublizierte Beiträge wieder zu finden, müßte sich ein interessierter Leser unter Um­ständen durch mehrere Zeitungen der Vortage wühlen, um die aus unbekanntem Grund versiegte Online-Quelle wieder schwarz auf weiß vorzufinden…

Auch auf Seiten unserer Wiki-Autoren und Autorinnen ist eine einheitliche Vor­ge­hens­weise nicht leicht umzusetzen, denn längst nicht jede(r) hat Zugriff auf die althergebracht-analoge Form der Zeitung. Manch einer – der Schreiber dieser Zeilen eingeschlossen – liest mehrere (auch überregionale) Tageszeitungen parallel und beschränkt sich dabei aus Zeit­gründen auf Online-Medien. Wer aber nur die virtuellen Quellen kennt, kann auch nur auf diese verweisen und verlinken! Hier werden wir im Vereinsvorstand und im Kreis unserer akiven Autoren noch einige Diskussionen zu führen haben, um zu einer möglichst kon­si­sten­ten wie nachvollziehbaren Regelung zu gelangen.

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2 Kommentare zu »Papier oder Pixel – welches Datum nehmen?«:

  1. Mark Muzenhardt meint:

    Ich bin im Zweifelsfall für die Übernahme des Datums der Printausgabe. Die On­line­aus­gaben diverser Artikel haben sich in der Vergangenheit immer wieder als verhältnismässig unzuverlässige Quelle herausgestellt, weil es für deren Ver­füg­bar­keit auf Dauer einfach keine Garantie geben kann. Dagegen ist das Ausgabe­datum einer Printausgabe solange eine sichere Quelle, bis im schlechtesten Fall das letzte gedruckte Exemplar aus der Welt verschwunden ist.

    P.S. Man kann ja trotzdem einen Link auf die Online-Version anbieten, ist aber bei Angabe des Print-Datums bei weitem nicht so aufgeschmissen, wie wenn das Da­tum der Online-Ausgabe angegeben wäre oder – noch schlechter – gar keines!

    #1

  2. Ralph Stenzel meint:

    Schon klar, aber um das Datum der Print-Veröffentlichung angeben zu können, muß man es zunächst mal selbst kennen bzw. herausfinden! Was – wie oben aus­geführt – einigen Aufwand bedeuten kann für den, der kein eigenes Zeitungs-Abo hat. Wer nur die Online-Artikel liest und ggf. einen solchen irgendwo als Quelle angeben will, müßte sich dann nach »echten« Zeitungen umsehen, die schon ein paar Tage alt sind. Die Mühe wird sich vermutlich nicht jede(r) machen wollen…

    #2

  3. Günter Scheuerer meint:

    Sehe das Problem nicht in der Angabe des korrekten Datums, wenn sich ein Ein­zelnachweis auf die Printausgabe bezieht, wird das Datum der Printausgabe ver­wen­det, wenn direkt online auf den Artikel verlinkt wird, nimmt man das Datum der Onlinausgabe, das dürfte soweit klar sein. Sehe aber auch die Schwierigkeiten in der dauerhaften Verfügbarkeit der online bereitgestellten Inhalte. Ein Problem, das wir vermutlich nur dadurch lösen könnten, dass wir auf das Verlinken von On­line­angeboten komplett verzichten, was aber einem On­line­lexikon, wie FürthWiki es nunmal ist, auch krass widerspricht – eine kaum zu lösende Crux!

    #3

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