Arnodt Leonhardt

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Arnodt Leonhardt 1948.jpg
Arnodt Leonhardt, Mitglied der KPD und KJVD

Arnodt Leonhardt (geb. 30. März 1897 in Fürth) war KPD-Mitglied in Fürth und von Beruf Installateur und Betriebsrat bei den Faun-Fahrzeugwerken Nürnberg. Eine Zusammenarbeit zwischen Georg Hausladen und dem Ehepaar Julius und Walburga Müller ist naheliegend.

Leonhardt wurde 1920 Mitglied der KPD. Als Installateur war er von 1916 bis 1925 Mitglied des Betriebsrates bei den Faun-Fahrzeugwerken in Nürnberg. Während seiner Beschäftigung im Werk versuchte er seine Berufskollegen für den Kampf gegen den Nationalsozialismus zu gewinnen.

Erstmalig wurde der langjährige KPD-Funktionär und KJVD-Instruktuer Leonhardt im Juni 1933 verhaftet.[1] Durch den Gestapo-Spitzel "Theo" - mit bürgerlichem Namen "Max Troll"[2] - wurde Leonhardt verraten und am 21. März 1938 am Oberlandesgericht München zu sechs Jahren "Zuchthaus" verurteilt.

Vom Zuchthaus Amberg kam Leonhardt 1942 direkt in das KZ Dachau, wo ihm am 29. April 1945 kurz vor Kriegsende mit 47 anderen Mitgefangenen die Flucht gelang. Er war, wie viele andere vor Kriegsende, auf einen der vielen Todesmärsche geschickt worden. Zwischen Kufstein und Innsbruck konnte er zu den vorrückenden US-Streitkräften flüchten.

Kurz nach Kriegsende, vermutlich schon im Mai 1945, kam Arnodt Leonhardt wieder nach Fürth zurück.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  • Ausstellung des Infoladens Benario im Kulturforum Schlachthof am 12. April 2013, Daten und Texte: Siegfried Imholz
  • Arbeiter_innenwiderstand in Fürth, Begleitbroschüre zum antifaschistischen Stadtrundgang, Fürth 2012, S. 9
  1. Hartmut Mehringer: Bayern in der NS-Zeit, Band V - Die Parteien KPD, SPD, BVP in Verfolgung und Widerstand. R. Oldenburg Verlag München Wien 1983, S. 180 ff.
  2. Anmerkung: Max Troll wurde 1902 in Niederbayern geboren und absolvierte in München eine Automechanikerlehre. Von 1925 bis 1931 war er als Bauarbeiter und Bademeister in München beschäftigt. Er war zunächst Anhänger der SPD und trat 1930 der KPD-nahen Revolutionären Gewerkschafts-Oppositon (RGO) bei, weswegen er vermutlich 1934 arbeitslos wurde. In dieser Zeit wohnte er in einem Obdachlosenheim, das überwiegend von kommunistischen Erwerbslosen bewohnt war. 1932 wird er aktenkundig, als er sich mit einem SA-Mann während der Reichstagswahlen im Juli 1932 anlegte. Irgendwann zwischen 1931/32 wird er Mitglied der KPD und der Roten Hilfe und übernimmt in München verschiedene Ämter innerhalb der Partei. Im März 1933 wird er in Schutzhaft genommen und als einer der ersten Gefangenen in das KZ Dachau verbracht. Hier wurde Troll offenbar von der politischen Polizei angeworben, denn nach der Entlassung im Mai 1933 entwickelte Troll geradezu "hektische Aktivitäten" im kommunistischen Untergrund. Im Frühjahr 1935 war er bis an die Spitze der KPD-Führung Südbayerns aufgestiegen und an nahezu allen Verhaftungen von Mitgliedern des kommunistischen Untergrunds in Südbayern beteiligt. Quelle: Hartmut Mehringer: Bayern in der NS-Zeit, Band V - Die Parteien KPD, SPD, BVP in Verfolgung und Widerstand. R. Oldenburg Verlag München Wien 1983, S. 148 ff.