Lehmus'sche Kinderbewahranstalt

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Lehmus'sche Kinderbewahranstalt
Adresse: Otto-Seeling-Promenade 25
Erbaut: um 1890
Abriss: 1966
Baustil:
Architekt:
Besonderheiten:

Die sogenannte Lehmus'sche Kinderbewahranstalt oder Kleinkinderschule war ein am 14. August 1837 eröffneter Kindergarten. Dies geschah auf Initiative von Pfarrer Friedrich Lehmus. Die Kinderbewahranstalt wurde im Haus Königstraße 110 eingerichtet und es wurden zunächst 30 Kinder darin betreut.

Lange Zeit wurde mit dem Begriff Lehmus'sche Kinderbewahranstalt der ehemalige Kindergarten Birkenstraße 9 in Verbindung gebracht. Dieser war einer von drei Kindergärten des gleichnamigen Vereins. Das so kurios wie reizvoll wirkende Gebäude wurde 1966 zu Gunsten eines modernen Neubaus abgerissen.

Die heutige Adresse ist Otto-Seeling-Promenade 25, Evangelische Kindertagesstätte "Maria-Grundig-Haus".

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erzieherin war die Bürgerstochter Margaretha Baumann, die bereits mehrere Jahre als Hilfslehrerin an der Industrieschule tätig gewesen war, sich durch wiederholte Besuche der Nürnberger Kleinkinderschulen sowie Lesen einschlägiger Schriften fortgebildet hatte und darüber hinaus einen offiziell genehmigten, viermonatigen Versuch mit 10 bis 14 Kindern gestartet hatte. Das gewählte Haus der Maurerswitwe Eckart (damalige "Königsstrasse Nr. 391") war geräumig genug und lag außerdem günstig in der Mitte der Stadt. Die in der Nähe wohnende Bierbrauerswitwe Lederer stellte ihren großen Hof als Spielplatz zur Verfügung. Außerdem half noch die Mutter der Erzieherin mit, wodurch sogar, falls das gewünscht wurde, sogar eine Mittagsverpflegung sicher gestellt werden konnte. [1]

Später konnte dann in der Lessingstraße 12 eine zweite Heimstätte errichtet werden.

In Burgfarrnbach gab es ab 1830 eine Kinderbewahranstalt, welche nach Wirth die erste dieser Art in Bayern war.[2] (Allerdings hatte schon um 1780 der Orden der „Ursulinen zu Straubing“ in ihrem Kloster eine „Vorbereitungs Schuhl“ für „unfähige Mägdlein von vier und fünf Jahren“ ins Leben gerufen.[3]) Der Begriff "Kindergarten" wurde erst 1840 von Friedrich Fröbel (1782 - 1852) geprägt.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen (Hrsg.): Geschichte des Kindergartens in Bayern. Von der Bewahranstalt zur modernen Bildungseinrichtung, München o. J.
  • Adolf Schwammberger: Fürth von A - Z. Ein Geschichtslexikon. Ansbach 1984, ISBN 3-923006-33-0, S. 199

Lokalberichterstattung[Bearbeiten]

  • Marina Hochholzner: Der älteste Kindergarten Deutschlands? In: Fürther Nachrichten vom 23. Oktober 2018 (Druckausgabe) bzw. Hat Fürth den ältesten Kindergarten Deutschlands? In: nordbayern.de vom 23. Oktober 2018 - online abrufbar

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Königlich Bayerisches Intelligenzblatt für den Rezat-Kreis" vom 2. September 1837, S. 2073 ff
  2. Johann Georg Wirth: Mittheilungen über Kleinkinderbewahranstalten und aus denselben, so wie über Kleinkinderschulen und Rettungsanstalten..., Augsburg 1840, S. 82 - online
  3. Manfred Berger: "Katholische Kleinkinderziehung von 1800 - 1920" in: Fachbeiträge, Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V. online
  4. Manfred Berger: Die ehem. und gegenwärtigen Ausbildungstätten für Kleinkinderlehrerinnne, Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen ... und Erzieher/innen in Bayern - Ein Beitrag zur Geschichte und Gegenwart der professionellen Erzieher_/innenausbildung, 2017, S. 1

Bilder[Bearbeiten]