Meta Stoll

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Meta Elisabeth Stoll - geb. Strauß (geb. 6. September 1884 in Hirschaid, gest. unbekannt in Izbica) betrieb ab 1938 in ihrem Haus in der Moststraße 13 während des Nationalsozialismus die einzige jüdische Schankwirtschaft in Fürth nach 1933, das Café Monopol.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Meta Stoll war zweimal verheiratet und hat beide Ehemänner jeweils überlebt. Ihr erster Ehemann, Daniel Neumann, zog 1914 von Nürnberg nach Würzburg, wo er am 29. April 1926 verstarb. Aus der ersten Ehe stammten die Kinder Julius (geb. 18. Mai 1902, Rosa (geb. 27. April 1905, verheiratet Kusmereck) und Paula Neumann (geb. 1. Juni 1910). Vermutlich zog Meta Neumann Anfang der 1920er Jahre nach Fürth, zu ihrem zweiten Ehemann Feodor Stoll, der in dem Gebäude Moststraße 13 vom 27. Januar 1899 bis 24. April 1933 eine koschere Rindermetzgerei und Geflügelhandlung mit zwei Gehilfen oder Lehrlingen geführt hatte.

Im März 1938 ersuchte Meta Stoll um die Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft Cafe Monopol im Wohnhaus bzw. ehem. Metzgerei Moststraße 13, die von 1924 bis zum 1. März 1938 von Hannchen Neumann geführt war. Das Polizeiamt in Fürth erachtete „ein Bedürfnis als gegeben, da es sich um die einzige jüdische Wirtschaft in Fürth handelt und nur Juden als Gäste zugelassen werden“, die Antragstellerin und ihre Schwester (Helene) wurden als zuverlässig beurteilt. Die Konzession wurde erteilt mit der Auflage, an gut sichtbarer Stelle folgende Kennzeichnung anzubringen „Jüdische Gaststätte. Durch behördliche Anordnung nur auf Juden beschränkt.[2]

Verfolgung und Deportation[Bearbeiten]

Nach dem Novemberpogrom am 9. November 1938 wurde aus dem Café Metropol eine Küche für Angehörige der Kultusgemeinde, zuletzt wurde dort nur noch Essen an empfangsberechtigte Personen verteilt. Meta Stoll bemühte sich vergebens um die Emigration nach Israel. Ihre drei Kinder konnten Deutschland noch verlassen. Meta Stoll wurde am 22. März 1942 nach Izbica deportiert. Sie gilt bis heute als "verschollen", der Todestags und Todesort ist nicht bekannt.

Hannchen Neumann gelang die Emigration nach Israel. Sie heiratete in Isreal Josef Singer und lebte bis 1961 in Tel Aviv.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Mohr: "CHRONIK Nürnberg - Neumarkt - Regensburg - Amberg - Ansbach" online
  2. Gisela Naomi Blume: "Jüdische Fürther" online