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Lungenheilstätte

5.708 Bytes hinzugefügt, 25 Februar
Das Ende der Heilstätte
[[{{Gebäude|Bild:=Heilstätte Oberfürberg.jpg|Gebäude=Lungenheilstätte|thumbStraße=Heilstättenstraße|rightHausnummer=150; 160; 160a-160e; 166; 166a; 168; 172|Das Waldkrankenhaus in Oberfürberg. Foto ca. 1940Objekt=Ehemalige [[Lungenheilstätte]][[Bild:, dann Städtisches Waldkrankenhaus |Akten-Nr=D-5-63-000- Heilstättenstraße 1601527|lat=49.468138|lon=10.jpg924535|thumbGebäude besteht=Ja|rightDenkmalstatus besteht=Ja|Lungenheilstätte Quellangaben=[http://www.geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf BLfD - Luftaufnahme]Denkmalliste Fürth]}}
Die '''Lungenheilstätte''' im Fürther [[Stadtwald]] - auch Waldkrankenhaus genannt - war ein Sanatorium zur Behandlung von Tuberkuloseerkrankungen (Tbc) bei Frauen und wurde am [[25. November]] [[1903]] in Betrieb genommen. Während des 2. Weltkrieges diente das Gebäude als SA-Schule für die [[NSDAP]]. Nach dem Krieg wurde das Gebäude der ursprünglichen Nutzung wieder zugeführt, bis es [[1980]] als Gesundheitseinrichtung aufgegeben wurde. Seit [[2002]] sind im ehem. Waldkrankenhaus 24 private Wohnungen/ Lofts unter dem Eigennamen "Wohnen im Ludwigspark" entstanden. [[Bild:Städtisches Waldkrankenhaus - Heilstättenstraße 160.jpg|thumb|right|Lungenheilstätte - Luftaufnahme]]== Entstehung um die Jahrhundertwende ==[[Bild:Letalität Tbc Fürth 1905.jpg|thumb|right|Tuberkulosesterblichkeit in [[Fürth]] von [[1881]] bis [[1912]]]]Neben der extrem hohen [[Nathanstift|Säuglingssterblichkeit]] zählte die Stadt [[Fürth]] Ende des 19. Jahrhunderts ebenfalls zu den am meisten von der Tuberkulose heimgesuchten Städten des Deutschen Reichs. Etwa 13 % aller Todesfälle in [[Fürth]] ließen sich auf die Tuberkulose zurückführen.<ref name="Krentz">E. Krentz: Öffentliche und private Wohlfahrtseinrichtungen allgemeiner Art in der Stadt Fürth, Erlangen, 1915, S. 19 f.</ref> Ursache waren in aller Regel die hohe Arbeitsbelastung im Allgemeinen und vor allem die schlechten Wohnungsverhältnisse und der völlig unzureichende Ernährungszustand der Fürther Bevölkerung im Speziellen. Als Maßnahme zur Bekämpfung der Tuberkulose wurde von der Stadt [[Fürth]] ein ganzes Bündel an Entscheidungen getroffen und in den folgenden Jahren umgesetzt. Als Erstes gründete Bürgermeister [[Georg Friedrich von Langhans]] eine Stiftung, in der u. a. [[1898]] die Fürther [[Aussteuerungsanstalt]] anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens eine Spende von 100.000 Mark beisteuerte und deren Rente zur Verzinsung des Anlagekapitals für die Lungenheilanstalt zur Verfügung stellte. Zusätzlich spendete die jüdische Fabrikantenfamilie [[Neumann]] in den 1890er Jahren ebenfalls 100.000 Mark in die Stiftung. Weitere 40.000 Mark kamen von dem Heilstättenverein Erlangen, mit dem Vorbehalt das künftig auch Patienten aus Erlangen in Oberfürberg mit versorgt werden, sowie 25.000 Mark vom "''Dt. Zentralkomitee zur Errichtung von Heilstätten für Lungenkranke''". Nach einem weiteren Darlehen der Mittelfränkischen Versicherungsanstalt von 250.000 Mark zu 1,5 % Zinsen stand die Finanzierung zum Bau einer Heilstätte.<ref>Heilstätte Oberfürberg - Festschrift 1903 - 1953, Eigenverlag Fürth, 1953, S. 3</ref>
== Entstehung um Ergänzt wurde die Jahrhundertwende ==[[Bild:Letalität Tbc Fürth 1905.jpg|thumb|right|Tuberkulosesterblichkeit Bekämpfung der Tuberkulose in der Bevölkerung ab [[Fürth1906]] von [[1881]] bis [[1912]]]]Neben mit der Schaffung eines "''Stadtarztes im Hauptamt, der extrem hohen [[Nathanstift|Säuglingssterblichkeit]] zählte neben seiner Tätigkeit als Schul- und Armenarzt die Stadt [[Fürth]] Ende des 19in allen ärztlichen und hygienischen Fragen''" beriet. Jahrhunderts ebenfalls zu den am meisten von der Tuberkulose heimgesuchten Städten des Deutschen Reichs. Etwa 13 % aller Todesfälle in [[Fürth]] ließen sich auf die Tuberkulose zurückführen <ref>* Quelle: E. name="Krentz, Öffentliche und private Wohlfahrtseinrichtungen allgemeiner Art in der Stadt Fürth, Erlangen, 1915, S. 19 f.<"/ref>. Ursache Damit war in aller Regel die hohe Arbeitsbelastung im Allgemeinen und vor allem die schlechten Wohnungsverhältnisse und der völlig unzureichende Ernährungszustand der Fürther Bevölkerung im Speziellen. Als Maßnahme zur Bekämpfung der Tuberkulose wurde von der Stadt [[Fürth]] ein ganzes Bündel an Entscheidungen getroffen und in den folgenden Jahren umgesetzt. Als erstes gründete Bürgermeister [[Georg Friedrich von Langhans]] eine Stiftungder ersten Städte im Deutschen Reich, in der u.adie eine Stelle für diesen Zweck schuf. Ab [[18981909]] ergänzte die Fürther Aussteueranstalt anlässlich ihres 100jähriges Bestehen eine Spende von 100.000 Mark beisteuerte und deren Rente zur Verzinsung Stadt - auf Beschluss des Anlagekapitals für die Lungenheilanstalt Stadtrates - das Angebot zur Verfügung stellte. Zusätzlich spendete Eindämmung der Tuberkulose, indem sie die jüdische Fabrikantenfamilie Fürsorgestelle für Lungenkranke in der [[NeumannBlumenstraße]] in den 1890er Jahren ebenfalls 100.000 Mark in die Stiftung. Weitere 40.000 Mark kamen von dem Heilstättenverein Erlangen sowie 25.000 Mark vom "''Dt. Zentralkomitee zur Errichtung von Heilstätten für Lungenkranke''". Nach einem weiteren Darlehen 22 unter der Mittelfränkischen Versicherungsanstalt von 250.000 Mark zu 1,5 % Zinsen stand die Finanzierung zum Bau einer HeilstätteLeitung des Stadtarztes errichtete.
Ergänzt == Bau des Waldkrankenhauses ab 1901 ==Für den Bau wurde eine Studienkommission des Gemeindekollegiums gegründet, die daraufhin die Bekämpfung meisten der Tuberkulose damals bestehenden Volksheilstätten besichtigte, um wertvolle Erfahrungen für den Bau einer neuen Heilstätte sammeln zu können. Der zunächst angedachte Bauplatz war bei Erlangen am Hetzleser Berg. Die Verhandlungen für das Grundstück scheiterten jedoch, so dass in der Bevölkerung ab [[1906]] mit der Schaffung eines "''Stadtarztes Folge das heutige Gelände im Hauptamt, der neben seiner Tätigkeit Stadtwald als Schul- und Armenarzt die Stadt in allen ärztlichen und hygienischen Fragen''" beriet<ref>* Quelle: Egeeignet ausgewählt wurde. KrentzDurch eine Auflage des Darlehensgebers (Versicherungsanstalt Mittelfranken) wurde vereinbart, Öffentliche und private Wohlfahrtseinrichtungen allgemeiner Art in der Stadt Fürth, Erlangen, 1915, S. 19 f.</ref>. Damit war dass das Waldkrankenhaus im Stadtwald nur für lungenerkrankte Frauen aus den drei Städten [[FürthNürnberg]] eine der ersten Städte im Deutschen Reich, die eine Stelle für diesen Zweck schuf. Ab Erlangen und [[1909Fürth]] ergänzte die Stadt - auf Beschluss des Stadtrates - das Angebot zur Eindämmung der TuberkuloseVerfügung steht, während die Heilstätte in dem es Engelthal für die Fürsorgestelle für Lungenkranke in männliche Bevölkerung der [[Blumenstraße]] 22 unter der Leitung des Stadtarztes errichtetedrei Städte genutzt wird.
== Bau des Waldkrankenhaues ab 1901 ==Für den Bau Am [[25. November]] [[1903]] wurde eine Studienkommission des Gemeindekollegiums gegründetdie Heilstätte nach 1 1/2-jähriger Bauzeit mit 50 Betten in Betrieb genommen, die daraufhin die meisten wobei der damals bestehenden Volksheilstätten besichtigte um wertvolle Erfahrungen für den Bau einer neuen Heilstätte sammeln zu können. Der zunächst angedachte Bauplatz war bei Erlangen am Hetzleser Berg. Die Verhandlungen für das Grundstück scheiterten jedochinzwischen neu gewählte [[Bürgermeister]] [[Theodor Kutzer]] voller Stolz mitteilte, so dass in der Folge das heutige Gelände die neue Heilstätte die zweite sowohl im Stadtwald Königreich Bayern als geeignet ausgewählt auch im übrigen Reichsgebiet ist, die von einer Stadtgemeinde zur Bekämpfung der Tuberkulose errichtet wurde. Durch eine Auflage des Darlehensgebers <ref>Klinikum Fürth, Ordner 1: Waldkrankenhaus, Kurzgefaßte Chronik der Lungenheilstätte Fürth, Autor (Versicherungsanstalt Mittelfrankenvermutlich) wurde vereinbart: Dr. Anton Kaltenhäuser Dez. 1957, S. 1</ref> Der Baumeister war Ingenieur Mercke, dass das Waldkrankenhaus im Stadtwald nur der für lungenerkrankte Frauen aus den drei Städten die Pläne des Waldkrankenhauses auf der Weltausstellung [[Nürnberg1904]]<ref>Official Catalogue, Exhibition of the German empire, in: http://archive.org/stream/internationalexp00germrich#page/494/mode/2up, Erlangen S. 495, lfd. Nr. 3510 - Stadtmagistrat Fürth, Plans of the Fürth Sanatorium</ref> in St. Louis, Missouri (USA) einen großen Preis bekam und [[Fürth]] diese auf Ansuchen dem kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin zur Verfügung steht, währen die Heilstätte in Engelthal für die männliche Bevölkerung der drei Städte genutzt wirdgestellt wurden.
== Betrieb der Lungenheilstätte ==[[Bild:Waldkrankenhaus Speisesaal.jpg|thumb|right|Patientenspeisesaal]]Am [[25. November]] [[1903]] wurde die Heilstätte nach 1 1/2 jähriger Bauzeit mit 50 Betten in Betrieb genommen, wobei Eröffnung der inzwischen neu gewählte [[Bürgermeister]] [[Theodor Kutzer]] voller Stolz mitteilte, dass die neue Heilstätte die zweite sowohl im Königreich Lungenheilstätte gefeiert. 70 Personen und Vertreter aus ganz Bayern als auch im übrigen Reichsgebiet ist, und vielen Orten Deutschlands kamen extra zur Eröffnungsfeier nach Oberfürberg. Anschließend wurde die von einer Stadtgemeinde Einrichtung einige Tage zur Bekämpfung der Tuberkulose errichtet wurde<ref>* Quelle: Ordner 1: Waldkrankenhaus, Klinikum Fürth, Kurzgefaßte Chronik der Lungeheilstätte Fürth, Autor vermutlich: DrBesichtung durch die Öffentlichkeit geöffnet. Anton Kaltenhäuser DezDie Bevölkerung machte hiervon rege Gebrauch. 1957, S. 1</ref>. Der Baumeister war Ingenieur Mercke, So konnte man im Vorfeld im Rathaus eine Eintrittskarte erwerben um anschließend alle Räume der für die Pläne des Waldkrankenhauses auf der Weltausstellung [[1904]] in Stneuen Einrichtung im Stadtwald zu besichtigen. LouisNicht nur Einzelpersonen nutzten dieses Angebot, Missouri USA einen großen Preis bekam sondern auch viele Vereine und diese auf Ansuchen dem kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin zur Verfügung gestellt wurdenOrganisationen besuchten als Gruppe das Gebäude.
== In Betriebnahme 1903 ==[[Bild:Waldkrankenhaus Speisesaal.jpg|thumb|right|Patientenspeisesaal]]Am [[7. Dezember]] [[1903]] traf die erste Patientin ein, ; nach nur vier Monaten war das Haus bereits voll belegt und dies blieb auch so bis [[1928]]. Bereits [[1906]] wurde durch den Ausbau des Dachgeschosses die Bettenzahl auf 66 Betten erhöht. [[1906]] kam ebenfalls das Ärztehaus auf dem Gelände hinzu. [[1922]] und [[1927]] wurde erneut Platz für weitere Betten geschaffen durch zusätzliche Diensträume, so dass gegen [[1927]] 76 Betten aufgestellt werden konnten. [[1906]] erfolgte zusätzlich die Anbindung an das städtische WassernetzwerkWasserversorgungsnetz, so dass der Wasserturm vor Ort nur noch als Vorratsbehälter genutzt wurde. Ab [[1912]] wurde das "Luftbad" errichtet, [[1913]] erfolgte die erste Anschaffung eines Kraftwagens und [[1914]] wurde die große Wandelhalle im Park hinzugefügt. Ab [[1922]] hatte die Einrichtung eine eigene Starkstromanlage und ab [[1927]] konnten die Patientinnen mit einem eigenen Filmvorführgerät unterhalten werden.
[[Bild:Waldkrankenhaus Patientenzimmer.jpg|thumb|right|Patientenzimmer]]Bis [[1928]] wurden 8.400 Patientinnen behandelt, von denen lediglich vier in der Anstalt verstarben. Der Pflegesatz betrug anfangs 3 Mark täglich, der jedoch bis [[1928]] auf 6.,50 Mark gesteigert werden konnte. Zur Betreuung der inzwischen 76 Patientinnen waren war [[1928]] folgendes Personal vor Ort:
* 1 Chefarzt,* 1 Assistenzarzt,* 1 Verwaltungskraft,* 4 Schwestern,* 1 Maschinenmeister,* 1 Obermaschinist,
* 1 Kraftwagenfahrer und
* 11 HausangestelltHausangestellte. Erster Ärztlicher Leiter war Dr. Hammelbacher, sein Kollege war Dr. Christian Friedrich Julius Ziller. == 1. Schließung 1933 ==[[Bild:SA Schule Waldkrankenhaus.jpg|thumb|left|SA-Gruppenschule im Stadtwald in der NS-Zeit, Ansichtskarte von 1936]]Der allgemeine Rückgang der Tuberkulose in Deutschland und die zusätzliche Eröffnung von versicherungseigenen Heilstätten führte spätestens ab [[1928]] zu einem massiven Rückgang der Belegung im Waldkrankenhaus, so dass am [[1. Juli]] [[1933]] die Schließung des Waldkrankenhauses unumgänglich wurde. Es folgte der Leerstand des Gebäudes, bis die [[NSDAP]] Mitte der 1930er Jahre eine SA-Schule in den Räumlichkeiten etablierte.
[[Bild:SA Schule Waldkrankenhaus.jpg|thumb|left|NS SA Gruppenschule im Stadtwald, Ansichtskarte von 1936]]Der allgemeine Rückgang der Tuberkulose in Deutschland und die zusätzliche Eröffnung von versicherungseignen Heilstätten führte spätestens ab [[1930]] zu einem massiven Rückgang der Belegung im Waldkrankenhaus, so dass am [[1. Juli]] [[1933]] die Schließung des Waldkrankenaus unumgänglich wurde. Es folgte der Leerstand des Gebäudes bis die [[NSDAP]] Mitte der 30er Jahre eine SA-Schule in den Räumlichkeiten etablierte. Gegen Ende des Krieges wurde das Waldkrankenhaus als Ausweichskrankenhaus Ausweichkrankenhaus für Wehrmachtssoldaten Wehrmachtsoldaten genutzt, da diese Einrichtung relativ unbeschadet den Kriegsverlauf überstanden hatte. Im Februar [[1945]] konnte ein Eisenbahnzug mit 60 Tuberkulosekranken infolge eines Bombenangriffs nicht mehr weiterfahren, so dass diese in Oberfürberg aufgenommen wurden. Da sich nach Kriegsende herausstellte, dass die Zahl der Tuberkulosekranken wieder massiv stieg, entschied man sich erneut, die Heilstätte wieder in Betrieb zu nehmen, obgleich außer den Betten vor Ort praktisch nichts mehr vorhanden war .<refname="Ordner1">* Quelle: Klinikum Fürth, Ordner 1: Waldkrankenhaus, Klinikum Fürth, Zehnjahresbericht, Autor (vermutlich): Dr. Anton Kaltenhäuser, ca. 1955, S. 2</ref>. Mit einem Aufwand von 423.313 Mark wurde im Laufe des Jahres [[1945]] aus dem "''heruntergewirtschafteten und teilweise verfallenen Haus, eine Heilstätte mit 105 Betten geschaffen. Das Haus musste buchstäblich vom Kellerboden bis zum Dachgeschoss völlig überholt werden und besitzt heute Operationssaal, Laboratorium, Röntgeneinrichtung und alle für ein modernes Krankenhaus erforderlichen Einrichtungen''".<ref>* Quelle: Ordner 1: Waldkrankenhaus, Klinikum Fürth, Zehnjahresbericht, Autor vermutlich: Dr. Anton Kaltenhäuser, ca. 1955, S. 2<name="Ordner1"/ref>. Im April [[1945]] zogen somit erneut Tuberkulosekranke ein, in diesem Fall ein ganzer Lazarettzug aus Schlesien. Die Pflege übernahmen zunächst die Diakonissen aus Neuendettelsau, die ebenfalls noch am [[Klinikum Fürth|Städtischen Krankenhaus]] angesiedelt waren. Ab dem [[1. November]] [[1946]] wurde ein Facharzt bestellt und am [[13. Mai]] [[1947]] die Verselbständigung der Fachärztlichen Leitung beschlossen.
Im Jubiläumsjahr [[1953]] war man noch voller Hoffnung, durch einen westlichen Anbau am Hauptgebäude die Küchen- und Wirtschaftsräume erweitern zu können. Ferner sollten Verwaltungsräume und mehr Platz für die pyhsikalische physikalische Therapie gewonnen werden. Inzwischen wurden auch einige Betten für Schwangere aufgestellt, die an Tuberkulose erkrankt waren, so dass eine Entbindung ebenfalls in Oberfürberg möglich war. Jedoch war die Heilstätte im Stadtwald für die Stadt [[Fürth]] stets ein defizitäres Geschäft, so dass Sie sie in den 50er 1950er Jahren jährlich ca. 180.000 DM zusätzlich aufzubringen hattenhatte. Gleichzeitig bot die Heilstätte 48 Personen einen eine Beschäftigung.
== Das Ende der Heilstätte ==
[[Bild:Waldkrankenhaus7Schreiben Stadt an Krankenkasse 1960 Waldkrankenhaus.JPGjpg|thumb|right]]Die Patientenzahl ging stetig zurück, einmal wegen der besseren Ernährungssituation und zum anderen wegen dem des von Versicherungsanstalten forcierten Ausbau Ausbaus ihrer eigenen Anstalten im Bundesgebiet. Auch das Angebot der Stadt [[Fürth]], die Heilstätte der Landesversicherungsanstalt zum Kauf anzubieten, rettete die Einrichtung nicht , da das Bundesverteidigungsministerium ebenfalls kein Interesse zeigte. Im Mai [[1956]] empfahl der Bay. Kommunale Prüfungsverband , die Heilstätte wegen ''Unwirtschaftlichkeit'' zu schließen. Am [[1. Oktober]] [[1958]] beschloss demzufolge der [[Stadtrat]] die Auflösung der Tbc.-Heilstätte und die deren Überführung dessen in eine Rehabilitationsabteilung des [[Stadtkrankenhaus]]es mit 85 Betten. Zuvor war bereits seit Mitte Mai [[1958]] das Haus nicht mehr mit Patienten belegt worden. Die pflegerische Versorgung der Patienten wurde bis zum [[31. März]] [[1958]] durch Diakonie-Schwestern des Mutterhauses Hensoltshöhe sichergestellt. Ihnen folgten im wesentlichen sog. "freie Schwestern", also nicht-konfessionell gebundene Krankenschwestern. Lediglich ein paar wenige Schwestern waren in der Folge von der Diakone Rummelsberg am Waldkrankenhaus beschäftigt. Ende 1950 arbeiteten knapp 50 Personen im Waldkrankenhaus, die fast alle ebenfalls vor Ort auch eine Wohnung hatten bzw. vor Ort direkt wohnten. Für Besucher waren Besuchszeiten vorgegeben, die strikt einzuhalten waren. So konnte man Dienstag und Donnerstag von 18 bis 19 Uhr seine Angehörigen besuchen, sowie am Sonntag von 14 bis 16 Uhr. Weitere Besuchszeiten waren nicht vorgesehen.<ref>Historisches Archiv Klinikum Fürth, Ordner 1, Schreiben vom 23. Oktober 1959 - Angaben hinsichtlich des Verkehrs mit dem Omnibus 74 nach Oberfürberg</ref> Im Januar [[1959]] konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Zuvor wurde das Waldkrankenhaus für knapp 200.000 D-Mark renoviert. Hierzu wurden die beiden Liegehallen, jeweils links und rechts des Gebäudes, entfernt, um einen Anfahrtsweg für Krankenwägen zu schaffen. Ein ehem. Treppenhaus zur Parkseite musste ebenfalls weichen, hier entstand stattdessen ein kleiner Anbau vom Kellergeschoss bis zum Dach, incl. einem Krankenbettenaufzug. Zur Hofseite wurde auf das Kellergeschoss, in dem sich die Heizung befand, ebenfalls ein zweigeschossiger Bau errichtet, in dem im Erdgeschoss nun eine Wartehalle untergebracht werden konnte. Die Besonderheit der Wartehalle - an beiden Seiten wurde jeweils ein Aquarium eingebaut, in denen während der Wintermonate die Goldfische schwimmen sollten, die sonst im Sommer im Springbrunnen vor dem Haus beheimatet waren. Leiter der Einrichtung wurde Oberamtmann [[Michael Mödl]], der gleichzeitig auch Leiter des Städtischen Klinikums war.<ref>zk: Waldkrankenhaus - ein ruhiger Pol. In: Fränkischen Tagespost vom 20. Januar 1959</ref> Leiter der internistischen Abteilung war Dr. Fenn, während Dr. Hempe für die chirurgische Abteilung verantwortlich war. Zielgruppe für das Waldkrankenhaus waren primär Patienten, die nach einer Operation oder Bandscheibenproblemen mit einer Bewegungstherapie wieder schneller Gesund werden sollten. Weiterhin sollten Patienten nach einem Herzinfarkt oder mit chronischen Lungenerkrankungen im Waldkrankenhaus wieder zu Kräften kommen.  Neben den beiden Hauptabteilungen des städtischen Krankenhauses wurden auch zwei Belegabteilungen im Waldkrankenhaus untergebracht. So gingen auch im Januar [[1959]] die Belegabteilungen für Augen-, Zahn- und HNO-Heilkunde in das Waldkrankenhaus. Insbesondere die Augenabteilung, die bereits seit [[1949]] auf dem Gelände des Klinikums an der [[Jakob-Henle-Straße]] lediglich in Baracken vor dem Haus untergebracht waren, mussten nun aus hygienischen Gründen ein neues Domizil suchen. Hier bot sich das Waldkrankenhaus mit 20 Betten als Belegabteilung an. Am [[17. November]] [[1959]] nahm die Augenabteilung seinen Betrieb auf. Insbesondere die Augenärzte Dr. Schlegel und Dr. Schuberth standen hier als Belegärzte in der Verantwortung. Der Betrieb der Augenabteilung im Waldkrankenhaus wurde erst am [[31. Januar]] [[1981]] wieder beendet bzw. die Belegabteilung wechselte erneut zum Klinikum Fürth. Damit verband sich auch der Wechsel des Ärzteteams von Drs. Schlegel-Schuberth zu Drs. [[Ober-Scharrer Gruppe|Ober-Scharrer]].  In dieser Zeit ging man von einer durchschnittlichen Belegung von knapp 80 Betten aus, die mit 28.800 Pflegetagen mit einem jährlichen Zuschuss von 60.000 bis 100.000 DM veranschlagt wurden. Am [[19. Januar]] [[1959]] wurden 28 Patienten vom Stadtkrankenhaus mit dem Bay. Roten Kreuz in das Waldkrankenhaus verlegt. Der erste Patient kam mit dem Rettungswagen um 15.25 Uhr liegend an. Eine interne Aktennotiz vermerkte: ''... Der Transport wurde mit 7 Sanitätsfahrzeugen des Bayer. Roten Kreuzes durchgeführt. Es wurden 14 Patienten sitzend und 10 Patienten liegend befördert. 12 Patienten (7 Männer, 5 Frauen) wurden auf die medizinische Station und 12 Patienten (8 Männer, 4 Frauen) auf die chirurgische Station gelegt.''<ref>Historisches Archiv Klinikum Fürth, Waldkrankenhaus Ordner 1, Aktenvermerk vom 28. Januar 1959</ref> Seit [[1959]] bis einschließlich [[1981]] wurden im Waldkrankenhaus ca. 27.000 Patienten von knapp 38 Beschäftigten medizinisch versorgt. Die Anschaffungswerte der Gebäude und der Einrichtung betrugen bis dahin ca. 2 Mio. DM - ohne Grundstückswert.
In dieser Zeit ging man von einer durchschnittlichen Belegung von knapp 80 Betten ausIm September [[1994]] gab die Stadt eine Verkaufsanzeige für das Sanatorium, die mit 28.800 Pflegetagen mit einem jährlichen Zuschuss von 60 bis 100.000 DM veranschlagt wurden. Die Umbaukosten beliefen sich auf rund 200.000 DMdas Ärztehaus, vorallem durch den Einbau eines Krankenbettenaufzugs. Am [[19Wasserturm, das Pförtner- und Verwalterwohnhaus auf. Januar]] Bis dahin war hier ein Teil des Patientenarchivs des [[1959Klinikum Fürth|Klinikums Fürth]] wurden die ersten Patienten im ehem. Waldkrankenhaus aufgenommen. Gleichzeitig wurden auch die Belegabteilungen für Augen- und HNO-Heilkunde in das Waldkrankenhaus verlegtuntergebracht.
Seit == Bauträgerübernahme ==Um [[19592001]] bis einschließlich begann unter dem Namen ''Ludwigspark'' der Umbau zur Luxuswohnanlage mit 24 großzügigen Wohnungen durch das Nürnberger Architekturbüro gp'''wirth'''architekten.<ref>gpwirtharchitekten - online abgerufen am 26. Dezember 2018 | 1:17 Uhr - [http://www.gpwirth-architekten.de/referenzen/denkmal/denkmal/ludwigspark/ online abrufbar]</ref> Die vom Investor geplante Erweiterung durch Neubauten wurde im Wahlkampf [1981[2002]] zum Politikum. Nachdem diese Planungen schließlich gestoppt wurden im Waldkrankenhaus ca, musste die Stadt der Firma eine Entschädigung zahlen.<ref>Volker Dittmar: Waldheim Sonnenland wird geräumt. 27In: Fürther Nachrichten vom 6.000 Patienten medizinisch versorgt von knapp 38 BeschäftigtenDezember 2017</ref> Der Umbau ist [[2003]] abgeschlossen worden. Die Anschaffungswerte der Gebäude Parkfläche beträgt aktuell 40.000 m² und der Einrichtung betrugen bis dahin cadie Bruttogeschossfläche 2.656 m². Die Baukosten beliefen sich laut Bauträger auf 2 ,56 Mio. DM - ohne GrundstückswertEuro.
Im September [[1994]] gab die Stadt eine Verkaufsanzeige für das Sanatorium, das Ärtzehaus, den Wasserturm, das Pförtner- und Verwalterwohnhaus auf. Bis dahin war hier ein Teil des Patientenarchives des [[Klinikum Fürth]] untergebracht. Um [[2001]] begann unter dem Namen ''Ludwigspark'' der Umbau zur Luxuswohnanlage mit 24 großzügigen Wohnungen. Der Umbau ist [[2003]] abgeschlossen worden. Die Parkfläche beträgt aktuell 40.000 qm und die Bruttogeschossfläche beträgt 2.656 m². Die Baukosten beliefen sich laut Bauträger auf 2.56 Mio Euro.
==Beschreibung des Baudenkmals==
{{Gebäude
|Straße=Heilstättenstraße
|Hausnummer=150; 160; 160a-160e; 166; 166a; 168; 172
|Objekt=Ehemalige [[Lungenheilstätte]], dann Städtisches Waldkrankenhaus
|Akten-Nr.=D-5-63-000-1527
|lat=49.468138
|lon=10.924535
|Gebäude besteht=Ja
|Quelle=[http://www.geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf BLfD - Denkmalliste Fürth]
}}Im Stadtwald gelegener, mehrteiliger Gebäudekomplex; : * ehem. '''Hauptgebäude''', viergeschossiger, symmetrischer Putzbau mit Sandsteingliederungen, Walmdach und drei Risaliten mit Schopfwalm und Fachwerkgiebel, historisierend mit Heimatstil-Elementen, von Bernhard Mucke, 1902/03, Vorbau an südlichem Mittelrisalit 1951;  * zwei '''Liegehallen''', beiderseits an den Hauptbau anschließend, erdgeschossige, konkave und ehemalige offene Holzbauten mit flachem flachen Pultdächern, historisierend mit Heimatstil-Elementen, von Bernhard Mucke, gleichzeitig;  * ehemaliges '''Wirtschaftsgebäude''', erdgeschossiger Putzbau mit Schopfwalmdach, Fachwerkgiebel und -obergeschoss, historisierend mit Heimatstil-Elementen, von Bernhard Mucke, gleichzeitig;  * ehemaliges '''Ärztewohnhaus''', zweigeschossiger Putzbau auf Sandsteinsockel mit Schopfwalmdach und Risaliten mit Fachwerkgiebeln, historisierend mit Heimatstil-Elementen, von Otto Holzer, 1905;  * zwei das Tor '''flankierende Pavillongebäude''', zweigeschossige Walmdachbauten mit holzverschalten Obergeschossen, am nördlichen Gebäude Steinfigur, bez. K. Muggenhöfer, historisierend, von Hermann Herrenberger, 1928;  * ehem. '''[[Wasserhochbehälter]]''', dreigeschossiger Putzbau mit Eckrustika, vorkragendem Fachwerkobergeschoss und Walmdach, historisierend mit Heimatstil-Elementen, 1907;  * '''Naturpark ''' in Hanglage, rings um das ehemalige Krankenhaus, um 1900.
<br clear="all" />
 
==Literatur==
* Jahres-Bericht der Heilstätte der Stadt Fürth. - Erschienen: 1.1903/04 - 2.1905[?]. - Nebent.: Die Lungenheilstätte der Stadt Fürth (Bestand in der UB Erlangen)
* ''Neue Bauten in Fürth. II. Aerztewohngebäude der Lungenheilstätte''. In: Süddeutsche Bauzeitung, Nr. 38, 1906, S. 297 - 299
* [[Einrichtungen zur Bekämpfung sozialer Krankheiten in Fürth (Buch)|Einrichtungen zur Bekämpfung sozialer Krankheiten in Fürth]], Bericht für 1911, Fürth 1912. S. 76 f.
* E. Krentz: Öffentliche und private Wohlfahrtseinrichtungen allgemeiner Art in der Stadt Fürth, Erlangen, 1915, S. 19 f.
* [[Heilstätte Oberfürberg 1903 - 1953 (Buch)|Heilstätte Oberfürberg 1903 - 1953, Festschrift]], Eigenverlag, Fürth, 1953. - 33 Bl. : Ill.
* Ordner 1 & 2: Waldkrankenhaus, Historisches Archiv Klinikum Fürth, ca. 1900 - 1960
* ''Lungenheilstätte''. In: [[Adolf Schwammberger]]: ''[[Fürth von A bis Z]]. Ein Geschichtslexikon''. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 254
* Geschichte der Stadt Fürth, Barbara Ohm, Fürth, 2007, S. 222 f.
* [[Renate Trautwein]]: [[1000 Fürther FrauenLeben (Buch)|1000 Fürther FrauenLeben]], Nürnberg 2007, Seite 100 - 104
==Siehe auch==
* [[Walderholungsstätte]]
* [[Heilstättensiedlung]]
* [[Heilstättenstraße]]
* [[Arbeiterwohlfahrt|Wasserhochbehälter]]* [[Waldheim Sonnenland]]
* [[Stadtkrankenhaus]]
* [[Klinikum Fürth]]
 
==Literatur==
 
* ''Lungenheilstätte''. In: [[Adolf Schwammberger]]: ''[[Fürth von A bis Z]]. Ein Geschichtslexikon''. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 254
* Jahres-Bericht der Heilstätte der Stadt Fürth. - Erschienen: 1.1903/04 - 2.1905[?]. - Nebent.: Die Lungenheilstätte der Stadt Fürth (Bestand in der UB Erlangen)
* Heilstätte Oberfürberg über Fürth i/Bayern, Waldsanatorium : 1903 - 1953 ; Festschrift zum 50-jährigen Bestehen am 25. November 1953. - Fürth, 1953. - 33 Bl. : Ill.
* [[Renate Trautwein]]: [[1000 Fürther FrauenLeben]], Nürnberg 2007, Seite 100 - 104
* Ordner 1 & 2: Waldkrankenhaus, Historisches Archiv Klinikum Fürth, ca. 1900 - 1960
* Einrichtung zur Bekämpfung sozialer Krankheiten in Fürth, Bericht für 1911, Fürth 1912. S. 76 f.
* Geschichte der Stadt Fürth, Barbara Ohm, Fürth, 2007, S. 222 f.
* E. Krentz, Öffentliche und private Wohlfahrtseinrichtungen allgemeiner Art in der Stadt Fürth, Erlangen, 1915, S. 19 f.
==Einzelnachweise==
==Bilder==
{{Bilder diesen dieses Gebäudes}}
[[Kategorie: Institutionen und Gebäude]]
[[Kategorie: Medizinische Einrichtungen(ehemals)]]
[[Kategorie:Stadtwald]]
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