Tekunos-Büchlein

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Takkanot, jiddische Aussprache Tekunos, ist der hebräische Begriff für Vorschriften.

Solche Vorschriften erließ 1728 die demokratische bestellte "Vorsteherschaft" der Jüdischen Gemeinde Fürth.

Es regelte die häuslichen Feste (Hochzeiten, Beschneidung), die Bekleidung und den Umgang miteinander im Leben der Jüdischen Gemeinde und des Einzelnen. Auch der Umgang der Juden mit den nichtjüdischen Fürther war darin geregelt.

Sie sollten den übermäßigen Luxus eindämmen, Vermögen sollte nicht zur Schau gestellt werden, und machten den hohen Lebensstandard der Fürther Juden deutlich. Aus ihnen entwickelt sich die sprichwörtliche "Fürther Bescheidenheit".

Da am Anfang nur reichbegüterte Juden in Fürth wohnen durften, wurden die Juden in Fürth von ihren jüdischen Glaubensgenossen "Fürther Judenadel" genannt. Aber da die reichbegüterten Juden für ihre ärmeren Glaubensgenossen das Schutzgeld an die Herrschaft zahlten, konnten sich auch andere Juden ansiedeln. Um die Standesunterschiede nicht zur Schau stellen zu lassen, wurden diese Vorschriften erlassen.

Wer es nicht beachtete, mußte schwere Geldbußen an die Almosenkasse der Jüdischen Gemeinde zahlen.

Ein Abschrift des Tekunos-Büchlein (Tekunoth-Büchlein) von 1754 ist noch erhalten, das Original von 1728 gilt als verschollen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Historische Nachricht von der Judengemeinde in dem Hofmarkt Fürth unterhalb Nürnberg : in zween Theilen ; sammt Übersetzung und Erläuterung ihres Tekunnos-Büchleins / [Andreas Würfel]. Frankfurt; Prag, 1754, 170 S. - Teilw. in hebr. Schrift. Digitalisiertes Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek München - im Internet

Siehe auch[Bearbeiten]