Jakob Frank: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 30. Oktober 2015, 14:44 Uhr
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| Dr. Jakob Frank, Ärztlicher Leiter des Klinikums Fürth bis 1933 |
- Person
- Jakob Frank
- Vorname
- Jakob
- Nachname
- Frank
- Geschlecht
- männlich
- Geburtsort
- Forchheim
- Todesort
- New York
- Beruf
- Arzt, Sanitätsrat, Chirurg
- Religion
- Jüdisch
| Auszeichnung | VerleihungAm | AuszeichnungBemerkung |
|---|---|---|
| König-Ludwig-Verdienstkreuz | 1 Mai 1916 | |
| Preußische Medaille des Roten Kreuzes II. Klasse | 22 August 1916 | |
| Sanitätsrat | 1920 | |
| Straßenbenennung | Oktober 1946 | Umbennung nach der NS-Zeit von Ritter-von-Aldebert-Straße |
- Rudolf-Breitscheid-Straße 22 (Wohnanschrift)
- Rudolf-Breitscheid-Straße 29 (Letzter Wohnort in Fürth)
SanitätsratDas Attribut „Titel“ hat einen eingeschränkten Anwendungsbereich und kann nicht als Attribut zum Annotieren von Daten verwendet werden. Dr.Das Attribut „Titel“ hat einen eingeschränkten Anwendungsbereich und kann nicht als Attribut zum Annotieren von Daten verwendet werden. Jakob Frank (geb. 21. Mai 1871 in Forchheim; gest. 31. Mai 1953 in New York) war ein weit über Deutschland hinaus berühmter Chirurg, erster Direktor des Klinikums und maßgeblich an dessen Bau und Gestaltung beteiligt. 1912 heiratete Frank in eine bekannte und wohlhabende jüdische Familie Kleefeld (Spielefabrik L. Kleefeld & Co.) ein. Seine Ehefrau wird Alice Frank (geb. 23. April 1891 - gest. ), geborene Kleefeld. Aus der Ehe stammt die Tochter Helene Frank (geb. 16. Dezember 1918).
Leben
Sanitätsrat Dr. Frank kam in Forchheim als Sohn eines Kaufmanns auf die Welt. Nach dem Abitur am Bamberger Gymnasium fing er das Studium der Humanmedizin an den Universitäten Würzburg, München und Berlin an. Sein Studium beendete er 1895 mit dem erwerb des Examens. In der Folge arbeitete Frank gemäß den damaligen Bestimmungen in verschiedenen praktischen Tätigkeiten. So arbeitete Frank in Berlin einige Jahre am Pathologischen Institut unter Geheimrat Dr. Rudolf Virchow, einem der damals bekanntesten Pathologen in Deutschland - wenn auch ein Widersacher und "Lieblingsfeind" des ebenfalls in Fürth geborenen und bekannten Pathologen Jakob Henle[1]. Ob Frank Henle noch zu Lebzeiten traf, ist nicht bekannt. Es folgte eine kurze Tätigkeit als Landarzt in Burgfarrnbach, dem damals noch nicht eingegliedertem Ortsteil der heutigen Stadt Fürth.
Im Alter von nur 28 Jahren läßt sich Frank im Oktober 1899 als praktischer Arzt in Fürth nieder. Seine erste Praxis lag gegenüber dem ehem. Ottoschulhaus, dem heutigem Stadtmuseum. Als "Chirurg und tüchtiger Diagnostiker", aber vorallem als "Arzt mit Herz" erarbeitete Frank sich schnell einen guten Ruf im Stadtgebiet. Der Zulauf aus allen Bevölkerungsschichten war so groß, dass er bereits 1910 seine Praxis verlegen musste. So erwarb er von der Brauerei Humbser das herrschaftliche Einfamilienhaus in der damaligen Hindenburgstraße 29, der heutigen Rudolf-Breitscheid-Straße, und richtete dort seine Praxis und seinen Wohnraum ein. Neben seiner praktischen Tätigkeit als Chirurg war Frank auch Armen- und Schularzt sowie Leiter der Geschlechtskrankenfürsorge.
Frank arbeitete bereits als Chirurg seit 1896 ebenfalls am Stadtkrankenhaus in der Schwabacher Straße. Am 1. Februar 1911 wurde Frank im Alter von 40 Jahren schließlich zum Oberarzt ernannt. Schwerpunkt seiner chirurgischen Tätigkeit war die operative Versorgung der Schilddrüse (Struma bzw. Kropferkankungen), aber auch alle Bereiche des Verdauungstraktes (Galle, Magen und Darm).
Bereits kurz nach dem Aufstieg des NS-Regimes wurde er am 20. März 1933 in "Schutzhaft" genommen und wenig später aus dem Amt geworfen. Zunächst arbeitete er am jüdischen Krankenhaus weiter, ehe ihm am 22. März 1939 die Flucht über Schweden in die USA gelang.[2] Da er dort nicht als Arzt praktizieren durfte, betreute er als Krankenpfleger Altenheime, ehe er 1953 in New York verstarb.
Heute ist ihm in dankbarem Gedenken seiner großen Verdienste um die gesundheitlichen Einrichtungen Fürths ein Bau des Klinikums gewidmet, sein Porträt hängt im Eingangsbereich des Klinikums. Ihm zu Ehren wurde auch die Dr.-Frank-Straße in der Südstadt benannt.
Lokalberichterstattung
- FN: Sanitätsrat Dr. Jakob Frank gestorben. In: Fürther Nachrichten vom 10. Juni 1953
- Stadt Fürth: Nachruf: Sanitätsrat Dr. Jakob Frank. In: Mitteilungsblatt No. 24 vom 12. Juni 1953
Literatur
- Frank, Jakob. In: Adolf Schwammberger: Fürth von A bis Z. Ein Geschichtslexikon. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 127
- Gabi Pfeiffer: Berufsverbot als Schritt ins Verderben. Die Nazis waren rücksichtslos gegen jüdische Ärzte - Ausstellung im Klinikum. In: Fürther Nachrichten vom 19. September 2009 - online abrufbar
- Kinderklinik erinnert an ersten Direktor, (Aktuelles aus dem Klinikum vom 27.3.2007, Stadt Fürth) [1]
Bilder
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Programm zur Ehrung Dr. Jakob Frank am 2. März 2020 Urheber: Klinikum Fürth
Lizenz: CC BY-SA 3.0Umbenennung des Klinikum Fürth Haupthauses aus dem Jahr 1931 nach Dr. Jakob Frank, März 2020 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Feierstunde zur Umbenennung der Haupthauses zu Dr.-Jakob-Frank-Haus, März 2020 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Feierstunde zur Umbenennung der Haupthauses zu Dr.-Jakob-Frank-Haus, März 2020 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Feierstunde zur Umbenennung der Haupthauses zu Dr.-Jakob-Frank-Haus, März 2020 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Feierstunde zur Umbenennung der Haupthauses zu Dr.-Jakob-Frank-Haus, März 2020 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Feierstunde zur Umbenennung der Haupthauses zu Dr.-Jakob-Frank-Haus, März 2020 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Feierstunde zur Umbenennung der Haupthauses zu Dr.-Jakob-Frank-Haus, März 2020 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Feierstunde zur Umbenennung der Haupthauses zu Dr.-Jakob-Frank-Haus, März 2020 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Das Dr.-Frank-Haus – es diente in der NS-Zeit als sog. "Judenhaus" – in der ... Das Dr.-Frank-Haus – es diente in der NS-Zeit als sog. "Judenhaus" – in der Rudolf-Breitscheid-Straße 29, 2018
Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Das Dr.-Frank-Haus – es diente in der NS-Zeit als sog. "Judenhaus" – in der ... Das Dr.-Frank-Haus – es diente in der NS-Zeit als sog. "Judenhaus" – in der Rudolf-Breitscheid-Straße 29, 2018
Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Straßenschild Dr.-Frank-Straße Urheber: Baringel
Lizenz: CC BY-SA 3.0Feierliche Enthüllung des Bildes mit Dr. med. Jakob Frank im Eingangsbereich des Klinikum Fürth ... Feierliche Enthüllung des Bildes mit Dr. med. Jakob Frank im Eingangsbereich des Klinikum Fürth 2003, mit Dr. Thomas Jung, Chaim Rubinstein und Prof. Dr. Gmeinwieser.
Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Feierliche Enthüllung des Bildes mit Dr. med. Jakob Frank im Eingangsbereich des Klinikum Fürth ... Feierliche Enthüllung des Bildes mit Dr. med. Jakob Frank im Eingangsbereich des Klinikum Fürth 2003, mit Dr. Thomas Jung, Chaim Rubinstein und Prof. Dr. Gmeinwieser.
Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Nachruf Dr. Jakob Frank im Mitteilungsblatt am 12. Juni 1953 in Fürth. Urheber: Stadt Fürth
Lizenz: CC BY-SA 3.0Pflicht der Vornamensergänzung jüdischer Bürger ab 1. Januar 1939, hier Alice "Sara" Frank. Urheber: Stadt Fürth
Lizenz: CC BY-SA 3.0Pflicht der Vornamensergänzung jüdischer Bürger ab 1. Januar 1939, hier Helene "Sara" Frank. Urheber: Stadt Fürth
Lizenz: CC BY-SA 3.0Pflicht der Vornamensergänzung jüdischer Bürger ab 1. Januar 1939, hier Jakob "Isreal" Frank. Urheber: Stadt Fürth
Lizenz: CC BY-SA 3.0Rechnung von Dr. Frank aus dem Jahr 1936 über 3,- Mark. Urheber: Stadt Fürth
Lizenz: CC BY-SA 3.0Arzt Jakob Frank Urheber: Babette Treumann
Lizenz: CC BY-SA 3.0Meldung über 60. Geburtstag Jakob Frank, Nürnberg-Fürther isr. Gemeindeblatt 1. Juni 1931 Urheber: Nürnberg-Fürther Israelitisches Gemeindeblatt
Lizenz: CC BY-SA 3.0Dr. Jakob Frank, Ärztlicher Leiter des Klinikums Fürth bis 1933 Lizenz: CC BY-SA 3.0
Grundsteinlegung des neuen Stadtkrankenhauses auf der Schwand am 29. Mai 1928, Festredner OB Dr. ... Grundsteinlegung des neuen Stadtkrankenhauses auf der Schwand am 29. Mai 1928, Festredner OB Dr. Robert Wild - hier im Publikum, in der Baugrube Stadtbaurat Hermann Herrenberger
Urheber: unbekannt
Lizenz: CC BY-SA 3.0Grundsteinlegung des neuen Krankenhauses auf der Schwand, in der Baugrube links OB Robert Wild und ... Grundsteinlegung des neuen Krankenhauses auf der Schwand, in der Baugrube links OB Robert Wild und Baureferent Herrmann Herrenberger, oben links im Publikum Dr. Jakob Frank und Stadträtin Babette Bauer, Mai 1928
Urheber: Sponsel
Lizenz: CC BY-SA 4.0Grundsteinlegung des neuen Krankenhauses auf der Schwand, ob mit Amtskette OB Robert Wild und Dr. ... Grundsteinlegung des neuen Krankenhauses auf der Schwand, ob mit Amtskette OB Robert Wild und Dr. Jakob Frank, rechts mit Hut die Stadträtin Babette Bauer, Mai 1928
Urheber: Sponsel
Lizenz: CC BY-SA 4.0Eingang zur Rudolf-Breitscheid-Straße 29, ehem. Arztpraxis von Dr. Jakob Frank, ca. 1920 Urheber: Johann Georg Heinrich Lotter
Lizenz: Bildlizenz-Stadtarchiv
Einzelnachweise
- ↑ Fritz Dross, Kamran Salimi: Jakob Henle - Bürgerliches Leben und rationelle Medicin. Schriftenreihe des Stadtarchivs und Stadtmuseum Fürth, Band 2, Fürth 2009, S. 65
- ↑ Gabi Pfeiffer: "Berufsverbot als Schritt ins Verderben", Fürther Nachrichten vom 19.09.2009. Online online abrufbar Anmerkung: Abweichend hiervon gibt Adolf Schwammberger: "Fürth von A bis Z", S. 127 an: "1934 musste er als Jude emigrieren. Er lebte in den USA, wo er als Arzt einige Altersheime betreute."
