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Nach seiner Schulzeit am [[Hardenberg-Gymnasium]] absolvierte Hautsch zunächst eine Schlosserlehre bis er [[1940]] ein Studium im Ingenieurwesen abschloss. Im Anschluss ging Hautsch zur Luftwaffe und erfuhr die Ausbildung zum Piloten und zum Fluglehrer. In den letzten Kriegsmonaten war Hautsch bei einer Nachtstaffel in Ungarn stationiert, zuletzt in [[wikipedia:Budweis|Budweis]]. Von hier aus sollte er Angriffe gegen die vorrückenden Russen und Amerikaner fliegen. Nachdem er und seine Kameraden nach der Kapitulation am [[8. Mai]] [[1945]] dem Befehl erhielten, die Flugzeuge zu sprengen, damit sie nicht den Alliierten in die Hände fielen - entschied sich Hautsch gemeinsam mit seinen Kameraden, diesen Befehl zu ignorieren. Stattdessen sagte Hautsch zu dem Funker Werner Holste, der ebenfalls dort mit stationiert war: "Der letzte Sprit gehört uns, sofern wir aus diesem Schlamassel lebend herauskommen." Gegen Nachmittag des 9. Mai 1945 flogen sie los, nachdem zuvor russische und amerikanische Flugverbände bereits über Budweis hinweggeflogen waren. Hautsch flog über den Böhmerwald und konnte nach eigenen Angaben beim Überflug der amerikanischen Kampflinie nur knapp dem Beschuss der Flugabwehrgeschütze entkommen. Bei Greding wurde Hautsch schließlich von zwei Mustang | Nach seiner Schulzeit am [[Hardenberg-Gymnasium]] absolvierte Hautsch zunächst eine Schlosserlehre, bis er [[1940]] ein Studium im Ingenieurwesen abschloss. Im Anschluss ging Hautsch zur Luftwaffe und erfuhr die Ausbildung zum Piloten und zum Fluglehrer. In den letzten Kriegsmonaten war Hautsch bei einer Nachtstaffel in Ungarn stationiert, zuletzt in [[wikipedia:Budweis|Budweis]]. Von hier aus sollte er Angriffe gegen die vorrückenden Russen und Amerikaner fliegen. Nachdem er und seine Kameraden nach der Kapitulation am [[8. Mai]] [[1945]] dem Befehl erhielten, die Flugzeuge zu sprengen, damit sie nicht den Alliierten in die Hände fielen - entschied sich Hautsch gemeinsam mit seinen Kameraden, diesen Befehl zu ignorieren. Stattdessen sagte Hautsch zu dem Funker Werner Holste, der ebenfalls dort mit stationiert war: "Der letzte Sprit gehört uns, sofern wir aus diesem Schlamassel lebend herauskommen." Gegen Nachmittag des 9. Mai 1945 flogen sie los, nachdem zuvor russische und amerikanische Flugverbände bereits über Budweis hinweggeflogen waren. Hautsch flog über den Böhmerwald und konnte nach eigenen Angaben beim Überflug der amerikanischen Kampflinie nur knapp dem Beschuss der Flugabwehrgeschütze entkommen. Bei Greding wurde Hautsch schließlich von zwei Mustang-Jägern der US-Streitkräfte abgefangen. Während sein Funker ein weißes Betttuch aus dem Fenster hielt wurde er mit seiner Stuka Ju 87 bis nach Fürth-Atzenhof begleitet - ohne weitere Kampfhandlungen. Nach der Landung wurde seine Mannschaft verhaftet und anschließend zum Verhör in ein Gefangenenlager nach Langenzenn verbracht. Nur kurze Zeit später, bereits am 16. Mai 1945, wurde Hautsch aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.<ref>Schriftlicher Bericht von Hans Hautsch, mündlich vorgetragen zum 25-jährigen Bestehen des 1. Golfclubs Fürth am 9. August 2017</ref> | ||
In einem späteren Entnazifizierungsverfahren wurde Hautsch im März 1947, trotz Mitgliedschaft in verschiedenen NS-Gruppierungen und Mitgliedschaft in der NSDAP, von allen Vorwürfen freigesprochen bzw. als unbelastet entlassen.<ref>Spruchkammer I Fürth, Spruch vom 28. März 1947</ref> Nach dem 2. Weltkrieg studierte Hautsch erneut Betriebswirtschaft. | In einem späteren Entnazifizierungsverfahren wurde Hautsch im März 1947, trotz Mitgliedschaft in verschiedenen NS-Gruppierungen und Mitgliedschaft in der NSDAP, von allen Vorwürfen freigesprochen bzw. als unbelastet entlassen.<ref>Spruchkammer I Fürth, Spruch vom 28. März 1947</ref> Nach dem 2. Weltkrieg studierte Hautsch erneut Betriebswirtschaft. | ||
Version vom 10. Oktober 2021, 13:06 Uhr
- Person
- Hans Hautsch
- Vorname
- Hans
- Nachname
- Hautsch
- Geschlecht
- männlich
- Geburtsdatum
- 5. September 1919
- Geburtsort
- Fürth
- Beruf
- Ingenieur, Pilot
- Partei
- NSDAP
Hans Hautsch (geb. 5. September 1919 in Fürth/Burgfarrnbach; gest. ) war Ingenieur. Während des 2. Weltkrieges war er als Unteroffizier bei der deutschen Luftwaffe.
Nach seiner Schulzeit am Hardenberg-Gymnasium absolvierte Hautsch zunächst eine Schlosserlehre, bis er 1940 ein Studium im Ingenieurwesen abschloss. Im Anschluss ging Hautsch zur Luftwaffe und erfuhr die Ausbildung zum Piloten und zum Fluglehrer. In den letzten Kriegsmonaten war Hautsch bei einer Nachtstaffel in Ungarn stationiert, zuletzt in Budweis. Von hier aus sollte er Angriffe gegen die vorrückenden Russen und Amerikaner fliegen. Nachdem er und seine Kameraden nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 dem Befehl erhielten, die Flugzeuge zu sprengen, damit sie nicht den Alliierten in die Hände fielen - entschied sich Hautsch gemeinsam mit seinen Kameraden, diesen Befehl zu ignorieren. Stattdessen sagte Hautsch zu dem Funker Werner Holste, der ebenfalls dort mit stationiert war: "Der letzte Sprit gehört uns, sofern wir aus diesem Schlamassel lebend herauskommen." Gegen Nachmittag des 9. Mai 1945 flogen sie los, nachdem zuvor russische und amerikanische Flugverbände bereits über Budweis hinweggeflogen waren. Hautsch flog über den Böhmerwald und konnte nach eigenen Angaben beim Überflug der amerikanischen Kampflinie nur knapp dem Beschuss der Flugabwehrgeschütze entkommen. Bei Greding wurde Hautsch schließlich von zwei Mustang-Jägern der US-Streitkräfte abgefangen. Während sein Funker ein weißes Betttuch aus dem Fenster hielt wurde er mit seiner Stuka Ju 87 bis nach Fürth-Atzenhof begleitet - ohne weitere Kampfhandlungen. Nach der Landung wurde seine Mannschaft verhaftet und anschließend zum Verhör in ein Gefangenenlager nach Langenzenn verbracht. Nur kurze Zeit später, bereits am 16. Mai 1945, wurde Hautsch aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.[1]
In einem späteren Entnazifizierungsverfahren wurde Hautsch im März 1947, trotz Mitgliedschaft in verschiedenen NS-Gruppierungen und Mitgliedschaft in der NSDAP, von allen Vorwürfen freigesprochen bzw. als unbelastet entlassen.[2] Nach dem 2. Weltkrieg studierte Hautsch erneut Betriebswirtschaft.
Siehe auch
Einzelnachweise
Bilder
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Eidesstattliche Erklärung - vielleicht auch ein sog. Persilschein - für Hans Hautsch zur Vorlage an ... Eidesstattliche Erklärung - vielleicht auch ein sog. Persilschein - für Hans Hautsch zur Vorlage an der Spurchkammer I im Rahmen des Entnazifizierungsverfahrens, Mrz. 1947
Urheber: Werner Holste
Lizenz: CC BY-SA 3.0Entlassbescheinigung des ehem. Piloten Hans Hautsch von der U.S. Army, Mai 1945 Urheber: U.S. Army
Lizenz: CC BY-SA 3.0Frontflug-Ausweis von Hans Hautsch, 1945 Urheber: NSDAP
Lizenz: CC BY-SA 3.0Staatsangehörigkeitsausweis zur Benutzung im Inland ausgestellt durch das Polizeiamt Fürth, Mai 1940 Urheber: NSDAP
Lizenz: CC BY-SA 3.0Polizeiliches Führungszeugnis aus dem Jahr 1940 Urheber: Polizei
Lizenz: CC BY-SA 3.0DLRG-Ausweis aus dem Jahr 1938 Urheber: DLRG
Lizenz: CC BY-SA 3.0Polizeiliches Führungszeugnis aus dem Jahr 1937 Urheber: Polizei
Lizenz: CC BY-SA 3.0Reisepass von Hans Hautsch, 1937 Urheber: NSDAP
Lizenz: CC BY-SA 3.0Mitgliedsausweis der Hitler-Jugend (HJ), ca. 1935 Urheber: NSDAP
Lizenz: CC BY-SA 3.0Polizeiliches Führungszeugnis, Dez. 1934 Urheber: Polizei
Lizenz: CC BY-SA 3.0HJ-Mitglied Hans Hautsch, 1934 Urheber: NSDAP
Lizenz: CC BY-SA 3.0HJ-Mitglied Hans Hautsch, 1933 Urheber: NSDAP
Lizenz: CC BY-SA 3.0