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[[Datei:Technisches Betriebsamt 1911 (4).jpg|mini|right|Zusatz-Stromgenerator und Schalttafeln, 1911]] | |||
Das '''Elektrizitätswerk''' befand sich auf einem Areal zwischen der [[Theresienstraße]] und der [[Bahnstrecke Nürnberg-Bamberg|Bahnstrecke Nürnberg – Bamberg]]. Das Gebäude bestand ursprünglich nur aus dem späteren Mittelteil (der Maschinenhalle), wurde aber aufgrund des steigenden Energiebedarfs in der Folgezeit zweimal erweitert (östlicher Anbau um 1912 und westlicher Anbau 1925). [[1990]] wurde das Gebäude abgerissen und die Fläche jahrelang als Parkplatz genutzt. Heute befindet sich auf dem Gelände ein Parkhaus der [[infra fürth gmbh]]. | Das '''Elektrizitätswerk''' befand sich auf einem Areal zwischen der [[Theresienstraße]] und der [[Bahnstrecke Nürnberg-Bamberg|Bahnstrecke Nürnberg – Bamberg]]. Das Gebäude bestand ursprünglich nur aus dem späteren Mittelteil (der Maschinenhalle), wurde aber aufgrund des steigenden Energiebedarfs in der Folgezeit zweimal erweitert (östlicher Anbau um 1912 und westlicher Anbau 1925). [[1990]] wurde das Gebäude abgerissen und die Fläche jahrelang als Parkplatz genutzt. Heute befindet sich auf dem Gelände ein Parkhaus der [[infra fürth gmbh]]. | ||
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Die beiden in der Zentrale aufgestellten Gasdynamos waren für eine Leistung von je 140 kW Gleichstrom (Spannung 2 x 220 V) ausgelegt. Gleichzeitig wurde eine große Akkumulatorenbatterie mit einer Kapazität von 810 Ah installiert. In den ersten Jahren ging die Anmeldung von Privatabnehmern nur langsam und zögernd vor sich. Die Ausnutzung der Anlagen war entsprechend gering, erfüllte nicht die gehegten Erwartungen und bestätigte nicht die Erfahrungen aus anderen Städten. Die Bevölkerung erkannte nach und nach jedoch die großen Vorteile, die sich bei der Verwendung elektrischer Energie ergaben. | Die beiden in der Zentrale aufgestellten Gasdynamos waren für eine Leistung von je 140 kW Gleichstrom (Spannung 2 x 220 V) ausgelegt. Gleichzeitig wurde eine große Akkumulatorenbatterie mit einer Kapazität von 810 Ah installiert. In den ersten Jahren ging die Anmeldung von Privatabnehmern nur langsam und zögernd vor sich. Die Ausnutzung der Anlagen war entsprechend gering, erfüllte nicht die gehegten Erwartungen und bestätigte nicht die Erfahrungen aus anderen Städten. Die Bevölkerung erkannte nach und nach jedoch die großen Vorteile, die sich bei der Verwendung elektrischer Energie ergaben. | ||
[[1912]] ist die bisherige Kraftzentrale an der Theresienstraße zu einem Umformerwerk incl. Umspannstation von 20 kV auf 5 kV umgebaut worden. Anstelle der alten Gasdynamos wurden Einankerumformer aufgestellt, deren Leistung zunächst 700 kW betrug und im Laufe der folgenden fünfzehn Jahre auf 5200 kW erhöht wurde. Ein Teil dieser Umformer ist [[1926]] im Umformerwerk Theresienstraße abgebaut und in dem [[1906]] errichteten [[Gaswerk]] an der [[Leyher Straße]] aufgebaut worden. | [[1912]] ist die bisherige Kraftzentrale an der Theresienstraße zu einem Umformerwerk incl. Umspannstation von 20 kV auf 5 kV umgebaut worden. Anstelle der alten Gasdynamos wurden Einankerumformer aufgestellt, deren Leistung zunächst 700 kW betrug und im Laufe der folgenden fünfzehn Jahre auf 5200 kW erhöht wurde. Ein Teil dieser Umformer ist [[1926]] im Umformerwerk Theresienstraße abgebaut und in dem [[1906]] errichteten [[Gaswerk]] an der [[Leyher Straße]] aufgebaut worden. Außerdem begann am [[25. März]] 1913 der Bezug von Strom aus dem Großkraftwerk Franken bei Gebersdorf. | ||
Im Jahr [[1914]] betrug die Stromabgabe 2,1 Mio. kWh. Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] trat eine Stagnation ein. Nach dem Krieg stieg der Stromverbrauch aber wieder an, sodass schon [[1923]] 3,8 Mio. kWh abgegeben werden konnten. [[1927]], also nach fünfundzwanzigjähriger Betriebszeit des E-Werks, betrug die Stromabgabe 9,7 Mio. kWh. Im Betrieb waren zu jener Zeit vier Einankerumformer und die Akkumulatorenbatterien.<ref>''75 Jahre Elektrizitätsversorgung in Fürth'' - Stadtwerke Fürth - 1977</ref> | Im Jahr [[1914]] betrug die Stromabgabe 2,1 Mio. kWh. Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] trat eine Stagnation ein. Nach dem Krieg stieg der Stromverbrauch aber wieder an, sodass schon [[1923]] 3,8 Mio. kWh abgegeben werden konnten. [[1927]], also nach fünfundzwanzigjähriger Betriebszeit des E-Werks, betrug die Stromabgabe 9,7 Mio. kWh. Im Betrieb waren zu jener Zeit vier Einankerumformer und die Akkumulatorenbatterien.<ref>''75 Jahre Elektrizitätsversorgung in Fürth'' - Stadtwerke Fürth - 1977</ref> | ||
Nach Abschluss der sieben Jahre andauernden Umstellung des städtischen Stromnetzes auf Wechselstrom [[1955]] endete die aktive Betriebszeit des Elektrizitätswerks. [[1958]] wurde dann das erste 110/20-kV-Umspannwerk an der [[Dambacher Straße]] in Betrieb genommen. | Nach Abschluss der sieben Jahre andauernden Umstellung des städtischen Stromnetzes auf Wechselstrom [[1955]] endete die aktive Betriebszeit des Elektrizitätswerks. [[1958]] wurde dann das erste 110/20-kV-Umspannwerk an der [[Dambacher Straße]] in Betrieb genommen, [[1971]] das Umspannwerk an der Vacher Straße und 1993 das an der Leyher Straße. | ||
In der Folgezeit wurde das Gebäude nur noch als Lager genutzt, bis es schließlich 1990 ganz abgerissen wurde, um einem Erweiterungsbau der gegenüberliegenden Berufsschule Platz zu machen, welcher jedoch nie realisiert wurde. Heute befindet sich ein von der infra fürth gmbh betriebenes Parkhaus auf dem Gelände. | In der Folgezeit wurde das Gebäude nur noch als Lager genutzt, bis es schließlich 1990 ganz abgerissen wurde, um einem Erweiterungsbau der gegenüberliegenden Berufsschule Platz zu machen, welcher jedoch nie realisiert wurde. Heute befindet sich ein von der infra fürth gmbh betriebenes Parkhaus auf dem Gelände. | ||
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==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
* [[Ottostraße 15 (ehemals)]] | |||
* [[Gaswerk]] | * [[Gaswerk]] | ||
* [[Wasserwerk]] | * [[Wasserwerk]] | ||
* [[Franz Paul Bernhard Tillmetz]] | * [[Franz Paul Bernhard Tillmetz]] | ||
* [[Stellwerk Ottostraße]] | * [[Stellwerk Ottostraße]] | ||
* [[Ottostraße 27 | * [[Ottostraße 27, Theresienstraße 9]] | ||
* [[Theresienstraße 3|Reichsbahnbetriebsamt]] | * [[Theresienstraße 3|Reichsbahnbetriebsamt]] | ||
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