Luise Erhard: Unterschied zwischen den Versionen

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Nach dem Tod ihres ersten Mannes kehrte sie als Witwe zunächst zurück zu den Eltern, die inzwischen in Langenzenn wohnten. Dort betrieb der Vater seit 1900 die Ziegelei „Lotter & Stiegler“, da sich die Branche der Lebküchnerei durch die Industrialisierung zunehmend verändert hatte und so die Familie zu einem Berufswechsel zwang. Allerdings starb der Vater früh, im Alter von 42 Jahren (1908), womit die Familie zusätzlich in Schwierigkeiten kam.
Nach dem Tod ihres ersten Mannes kehrte sie als Witwe zunächst zurück zu den Eltern, die inzwischen in Langenzenn wohnten. Dort betrieb der Vater seit 1900 die Ziegelei „Lotter & Stiegler“, da sich die Branche der Lebküchnerei durch die Industrialisierung zunehmend verändert hatte und so die Familie zu einem Berufswechsel zwang. Allerdings starb der Vater früh, im Alter von 42 Jahren (1908), womit die Familie zusätzlich in Schwierigkeiten kam.


Ab 1919 studierte Luise an der Handelshochschule in Nürnberg und war dabei nur eine von sechs Frauen bei über hundert Männern im Studiengang. In ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit der Ziegelindustrie. Während des Studiums lernte sie ihren zukünftigen zweiten Ehemann kennen, den ehemaligen, vier Jahre jüngeren, Nachbarsjungen aus der Sternstraße in Fürth: Ludwig Erhard. Die ältere Schwester von Luise war mit der älteren Schwester Erhards - Rose - in der selben Klasse. Angeblich sollen Luise und Ludwig gut befreundet gewesen sein.  
Ab 1919 studierte Luise an der Handelshochschule in Nürnberg und war dabei nur eine von sechs Frauen bei über hundert Männern im Studiengang. In ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit der Ziegelindustrie. Während des Studiums lernte sie ihren zukünftigen zweiten Ehemann kennen, den ehemaligen, vier Jahre jüngeren, Nachbarsjungen aus der Sternstraße in Fürth: Ludwig Erhard. Die Lotters wohnten in der Sternstraße 6, die Erhards gegenüber. Die ältere Schwester von Luise war mit der älteren Schwester Erhards - Rose - in der selben Klasse. Angeblich sollen Luise und Ludwig gut befreundet gewesen sein.  


Im Jahr 1923 heiratete das Paar, das sich selbst „Lu“ (Luise) und „Lulu“ (Ludwig) nannte. Obwohl sie einen Studienabschluss hatte, blieb sie zu Hause und kümmerte sich um die Tochter, während ihr Ehemann promovierte. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] zogen sie zunächst nach München, Erhard wurde erster bayerischer Wirtschaftsminister. Sie blieb in München, während ihr Mann nach Frankfurt am Main in die britisch-amerikanische Bizonenverwaltung wechselte. Erst nach einem erneuten Umzug Erhards nach Bonn - die Hauptstadt der alten Bundesrepublik -, 1949, zog das Paar wieder zusammen. Als Erhard 1963 zum Bundeskanzler gewählt wurde, war sie die erste „First Lady“ in der Nachkriegsgeschichte, da Adenauer bereits Witwer war, als er nach dem Krieg zum Kanzler gewählt worden war.
Im Jahr 1923 heiratete das Paar, das sich selbst „Lu“ (Luise) und „Lulu“ (Ludwig) nannte. Obwohl sie einen Studienabschluss hatte, blieb sie zu Hause und kümmerte sich um die Tochter, während ihr Ehemann promovierte. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] zogen sie zunächst nach München, Erhard wurde erster bayerischer Wirtschaftsminister. Sie blieb in München, während ihr Mann nach Frankfurt am Main in die britisch-amerikanische Bizonenverwaltung wechselte. Erst nach einem erneuten Umzug Erhards nach Bonn - die Hauptstadt der alten Bundesrepublik -, 1949, zog das Paar wieder zusammen. Als Erhard 1963 zum Bundeskanzler gewählt wurde, war sie die erste „First Lady“ in der Nachkriegsgeschichte, da Adenauer bereits Witwer war, als er nach dem Krieg zum Kanzler gewählt worden war.