Gustav Schickedanz: Unterschied zwischen den Versionen

Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(6 dazwischenliegende Versionen von 6 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 23: Zeile 23:
{{Adresse
{{Adresse
|Adressart=Privater Wohnsitz
|Adressart=Privater Wohnsitz
|Strasse=Lerchenstraße
|Straße=Lerchenstraße
|Hausnummer=83
|Hausnummer=83
}}
}}
Zeile 90: Zeile 90:
|Verwandtschaftsgrad=Schwiegersohn
|Verwandtschaftsgrad=Schwiegersohn
}}
}}
[[Datei:Unterschrift Gustav Schickedanz 1956.jpg|mini|rechts|Unterschrift Gustav Schickendanz]]
Dr. h. c. '''Gustav Abraham Schickedanz''' (geb. [[1. Januar]] [[1895]] in [[Fürth]]; gest. [[27. März]] [[1977]] in [[Fürth]]) war ein Fabrikant, Unternehmer und [[Stifter]]. Bekannt wurde er als [[Gründer]] des Versandhauses "[[Quelle]]".
Dr. h. c. '''Gustav Abraham Schickedanz''' (geb. [[1. Januar]] [[1895]] in [[Fürth]]; gest. [[27. März]] [[1977]] in [[Fürth]]) war ein Fabrikant, Unternehmer und [[Stifter]]. Bekannt wurde er als [[Gründer]] des Versandhauses "[[Quelle]]".


== Leben und Wirken ==
== Leben und Wirken ==
[[Bild:Gustav und Grete Schickedanz.jpg|right|mini|Gustav Schickedanz neben [[Grete Schickedanz]]]]
[[Bild:Gustav und Grete Schickedanz.jpg|right|mini|Gustav Schickedanz neben [[Grete Schickedanz]]]]
[[Bild:Unterschrift Gustav Schickedanz.jpg|right|mini|Originalunterschrift Gustav Schickedanz von 1952]]
[[Bild:Schickedanz Grab.jpg|mini|right|Schickedanz-Familiengrab auf dem [[Städtischer Friedhof|Hauptfriedhof]] mit Thematisierung des schweren Unfalls von 1929]]
[[Bild:Schickedanz Grab.jpg|mini|right|Schickedanz-Familiengrab auf dem [[Städtischer Friedhof|Hauptfriedhof]] mit Thematisierung des schweren Unfalls von 1929]]


Gustav Schickedanz wurde am [[1. Januar]] [[1895]] als zweites Kind des Drechslermeisters [[Leonhard Michael Schickedanz]] und dessen früheren Haushaltshilfe und zweiten Ehefrau [[Elisabeth Schickedanz]] (geb. Eva Kolb) in der [[Theresienstraße| Theresienstraße 23]] in Fürth geboren. Mit 6 Jahren kam er am [[2. September]] [[1901]] in die [[Grund- und Hauptschule Schwabacher Straße|Volksschule]] in der [[Schwabacher Straße 86 / Amalienstraße 12|Schwabacher Straße 86]] eingeschult. Anschließend besuchte Gustav Schickedanz ab dem [[18. September]] [[1905]] die ''Königliche Realschule mit Handelsabschluss'', das spätere [[Hardenberg-Gymnasium]], wo er am [[14. Juli]] [[1911]] das ''Realschul-Absolutorium'' sowie ein ''Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Dienst'' erhielt. Im selben Schuljahr schloss sich Gustav Schickedanz außerdem der [[1877]] gegründeten [[Absolvia|Absolvia Fürth]] an.<ref> In: Gregor Schöllgen: ''Gustav Schickedanz - Biografie eines Revolutionärs'', Berlin Verlag, Berlin 2010, S. 25 f.</ref> Bereits am [[1. Juli]] [[1911]] hatte er bei dem Nürnberger Spielwarenhersteller ''[[J. W. Spear & Söhne]]'' seine kaufmännische Lehre begonnen, die am [[26. September]] [[1913]] mit einem Austrittszeugnis endete.
Gustav Schickedanz wurde am [[1. Januar]] [[1895]] als zweites Kind des Drechslermeisters [[Leonhard Michael Schickedanz]] und dessen früheren Haushaltshilfe und zweiten Ehefrau [[Elisabeth Schickedanz]] (geb. Eva Kolb) in der [[Theresienstraße| Theresienstraße 23]] in Fürth geboren. Mit 6 Jahren kam er am [[2. September]] [[1901]] in die [[Grund- und Hauptschule Schwabacher Straße|Volksschule]] in der [[Schwabacher Straße 86, Amalienstraße 12|Schwabacher Straße 86]] eingeschult. Anschließend besuchte Gustav Schickedanz ab dem [[18. September]] [[1905]] die ''Königliche Realschule mit Handelsabschluss'', das spätere [[Hardenberg-Gymnasium]], wo er am [[14. Juli]] [[1911]] das ''Realschul-Absolutorium'' sowie ein ''Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Dienst'' erhielt. Im selben Schuljahr schloss sich Gustav Schickedanz außerdem der [[1877]] gegründeten [[Absolvia|Absolvia Fürth]] an.<ref> In: Gregor Schöllgen: ''Gustav Schickedanz - Biografie eines Revolutionärs'', Berlin Verlag, Berlin 2010, S. 25 f.</ref> Bereits am [[1. Juli]] [[1911]] hatte er bei dem Nürnberger Spielwarenhersteller ''[[J. W. Spear & Söhne]]'' seine kaufmännische Lehre begonnen, die am [[26. September]] [[1913]] mit einem Austrittszeugnis endete.


Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurde er bereits im Oktober [[1914]] in Frankreich als Meldegänger so schwer am Unterschenkel verwundet, dass er nach seiner Entlassung aus dem Lazarett nur noch ''heimattauglich'' war und zur Kommandantur des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr in der Oberpfalz versetzt wurde.<ref>{{BuchQuelle|Gustav Schickedanz und sein Jahrhundert (Buch)|Seite=65}}</ref> Am [[28. September]] [[1919]] heiratete er die [[Dambach]]er Bäckerstochter Anna Zehnder.
Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurde er bereits im Oktober [[1914]] in Frankreich als Meldegänger so schwer am Unterschenkel verwundet, dass er nach seiner Entlassung aus dem Lazarett nur noch ''heimattauglich'' war und zur Kommandantur des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr in der Oberpfalz versetzt wurde.<ref>{{BuchQuelle|Gustav Schickedanz und sein Jahrhundert (Buch)|Seite=65}}</ref> Am [[28. September]] [[1919]] heiratete er die [[Dambach]]er Bäckerstochter Anna Zehnder.
Zeile 161: Zeile 161:
* [[Walter Fischer]]: ''In memoriam Dr. h.c. Gustav Schickedanz''. In: [[Fürther Heimatblätter]], 1977/3, S. 49 - 51
* [[Walter Fischer]]: ''In memoriam Dr. h.c. Gustav Schickedanz''. In: [[Fürther Heimatblätter]], 1977/3, S. 49 - 51
* Theo Reubel-Ciani: ''[[Gustav Schickedanz und sein Jahrhundert (Buch)|Gustav Schickedanz und sein Jahrhundert]]. Zum 100. Geburtstag des Quelle-Gründers'', Fürth, 1. Januar 1995, Fürth, Sebald Druck und Verlag GmbH, 347 S.
* Theo Reubel-Ciani: ''[[Gustav Schickedanz und sein Jahrhundert (Buch)|Gustav Schickedanz und sein Jahrhundert]]. Zum 100. Geburtstag des Quelle-Gründers'', Fürth, 1. Januar 1995, Fürth, Sebald Druck und Verlag GmbH, 347 S.
* [[Gustav Schickedanz (Buch)|Gustav Schickedanz - Frankens große Namen Band 2]], Hofmann Verlag München, 2000, 48 S.
* Claus W. Schäfer: ''Die Quelle des Wohlstandes. Gustav Schickedanz und Fürth''. In: [[Fürther Geschichtsblätter]], 2,3,4/2007, S. 87 - 99.
* Claus W. Schäfer: ''Die Quelle des Wohlstandes. Gustav Schickedanz und Fürth''. In: [[Fürther Geschichtsblätter]], 2,3,4/2007, S. 87 - 99.
* Eckart Dietzfelbinger: ''Warum braune Flecken kein Makel blieben'': Anmerkungen zum Fall Gustav Schickedanz'', in: Transit Nürnberg  2.2008, S. 31 - 37   
* Eckart Dietzfelbinger: ''Warum braune Flecken kein Makel blieben'': Anmerkungen zum Fall Gustav Schickedanz'', in: Transit Nürnberg  2.2008, S. 31 - 37   
Zeile 166: Zeile 167:


==Lokalberichterstattung==
==Lokalberichterstattung==
* ''Fahrt in de Tod'' - Berichterstattung über den Unfall in den Münchner neueste Nachrichten vom 15. Juli 1929 - [https://digipress.digitale-sammlungen.de/view/bsb00134600_00355_u001?page=4&q=Fürth online-Digitalisat]
* ''Fahrt in den Tod'' - Berichterstattung über den Unfall in den Münchner neueste Nachrichten vom 15. Juli 1929 - [https://digipress.digitale-sammlungen.de/view/bsb00134600_00355_u001?page=4&q=Fürth online-Digitalisat]
* Eckart Dietzfelbinger: ''Kleine Schritte ins Verbrechen'' - In: Nürnberger Zeitung vom 10. März 2009 - [http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/kleine-schritte-ins-verbrechen-1.625844 online]
* Eckart Dietzfelbinger: ''Kleine Schritte ins Verbrechen'' - In: Nürnberger Zeitung vom 10. März 2009 - [http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/kleine-schritte-ins-verbrechen-1.625844 online]
* dpa: ''Quelle-Gründer übernahm jüdischen Besitz. Gustav Schickedanz profitierte von Nationalsozialisten''. In: Nürnberger Zeitung Nr. 166 vom 22. Juli 2009, S. 2
* dpa: ''Quelle-Gründer übernahm jüdischen Besitz. Gustav Schickedanz profitierte von Nationalsozialisten''. In: Nürnberger Zeitung Nr. 166 vom 22. Juli 2009, S. 2
Zeile 172: Zeile 173:
* Alexander Jungkunz: ''Quelle profitierte von den Nazis - Gustav Schickedanz trat schon 1932 der NSDAP bei''. In: Nürnberger Nachrichten vom 23. Juli 2009 - [http://www.nordbayern.de/politik/quelle-profitierte-von-den-nazis-1.681380 online]
* Alexander Jungkunz: ''Quelle profitierte von den Nazis - Gustav Schickedanz trat schon 1932 der NSDAP bei''. In: Nürnberger Nachrichten vom 23. Juli 2009 - [http://www.nordbayern.de/politik/quelle-profitierte-von-den-nazis-1.681380 online]
* Alexander Jungkunz: ''„Stadt muss Rolle von Schickedanz benennen“''. In: [[Fürther Nachrichten]] vom 23. März 2024 (Druckausgabe)
* Alexander Jungkunz: ''„Stadt muss Rolle von Schickedanz benennen“''. In: [[Fürther Nachrichten]] vom 23. März 2024 (Druckausgabe)
*Birgit Heidingsfelder und Marlene Weyerer: ''„Luxus, Diskretion und Kakteenzucht“''. In: [[Fürther Nachrichten]] vom 27. Dezember 2025 (Druckausgabe)


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
Zeile 193: Zeile 195:
== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>
== Videos ==
{{Youtube|1XnxVnPnYuU}}


==Bilder==
==Bilder==
126.155

Bearbeitungen