Josef Werner Kiroff: Unterschied zwischen den Versionen
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Kiroffs männliche Vorfahren stammten ursprünglich aus Bulgarien. Werner Kiroff wuchs in Nürnberg auf und hätte Musiker werden sollen. Dazu studierte er Geige am Konservatorium in Nürnberg. | Kiroffs männliche Vorfahren stammten ursprünglich aus Bulgarien. Werner Kiroff wuchs in Nürnberg auf und hätte Musiker werden sollen. Dazu studierte er Geige am Konservatorium in Nürnberg. Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde Kiroff als Angehöriger der [[Wikipedia:Hitlerjugend|Flieger-HJ]] bei der Luftabwehr und der Bergung von Bombenopfern in Nürnberg eingesetzt. Anschließend absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung in einer Niederlassung der [[Vereinigte Lack- und Farbenfabriken|Vereinigten Farben- und Lackfabriken]] (später „Flamuco“) in Nürnberg. Dort bewährte er sich so gut, dass er eine Filiale in Fürth übernehmen durfte. Dieser Laden befand sich in der [[Schwabacher Straße 3]], unweit des [[Rathaus]]es. Schließlich machte sich Kiroff [[1955]] mit einem eigenen Geschäft in der [[Nürnberger Straße 75]] selbständig. Dieses bestand bis 1969, ging dann aber bankrott. [[1974]] erfolgte ein Neubeginn durch Übernahme eines Farbengeschäfts in der Fürther [[Südstadt]] ([[Ludwigstraße 49]]). Dieses kaufte Kiroff einem ehemaligen Lehrling ab, die Geschäftsführung übernahm fortan seine Frau Gertraud. Unter dem Namen „Boutique de Color“ wurden neben der Farbherstellung auch Wohnungsrenovierungen („von der Decke bis zum Boden“) angeboten. [[1987]] erfolgte der Umzug in die [[Schwabacher Straße 133]] (Rückgebäude) und der Betrieb wurde durch Sohn Jürgen übernommen und ausgebaut. Werner Kiroff arbeitete weiterhin im Unternehmen mit und starb 2003 im Alter von 73 Jahren.<ref>Recherche und Gespräch zwischen FürthWiki und dem Sohn Werner Kiroffs, Jürgen Kiroff, im November 2025 und Januar 2026</ref> | ||
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Version vom 29. Januar 2026, 19:34 Uhr
- Person
- Josef Werner Kiroff
- Vorname
- Josef Werner
- Nachname
- Kiroff
- Geschlecht
- männlich
- Abw. Name
- Helmut
- Geburtsdatum
- 30. August 1930
- Geburtsort
- Nürnberg
- Todesdatum
- 17. Juni 2003
- Todesort
- Velburg
- Beruf
- Händler
| Person | Verwandtschaftsgrad |
|---|---|
| Gertraud Kiroff | Ehefrau |
| Jürgen Kiroff | Sohn |
| Käthe Kiroff | Mutter |
| Walter Kiroff | Vater |
Josef Werner Kiroff (geb. 30. August 1930 in Nürnberg; gest. 17. Juni 2003 in Velburg) war ein Farben- und Lackfabrikant und Händler in Nürnberg und Fürth.
Leben
Kiroffs männliche Vorfahren stammten ursprünglich aus Bulgarien. Werner Kiroff wuchs in Nürnberg auf und hätte Musiker werden sollen. Dazu studierte er Geige am Konservatorium in Nürnberg. Im Zweiten Weltkrieg wurde Kiroff als Angehöriger der Flieger-HJ bei der Luftabwehr und der Bergung von Bombenopfern in Nürnberg eingesetzt. Anschließend absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung in einer Niederlassung der Vereinigten Farben- und Lackfabriken (später „Flamuco“) in Nürnberg. Dort bewährte er sich so gut, dass er eine Filiale in Fürth übernehmen durfte. Dieser Laden befand sich in der Schwabacher Straße 3, unweit des Rathauses. Schließlich machte sich Kiroff 1955 mit einem eigenen Geschäft in der Nürnberger Straße 75 selbständig. Dieses bestand bis 1969, ging dann aber bankrott. 1974 erfolgte ein Neubeginn durch Übernahme eines Farbengeschäfts in der Fürther Südstadt (Ludwigstraße 49). Dieses kaufte Kiroff einem ehemaligen Lehrling ab, die Geschäftsführung übernahm fortan seine Frau Gertraud. Unter dem Namen „Boutique de Color“ wurden neben der Farbherstellung auch Wohnungsrenovierungen („von der Decke bis zum Boden“) angeboten. 1987 erfolgte der Umzug in die Schwabacher Straße 133 (Rückgebäude) und der Betrieb wurde durch Sohn Jürgen übernommen und ausgebaut. Werner Kiroff arbeitete weiterhin im Unternehmen mit und starb 2003 im Alter von 73 Jahren.[1]
Sonstiges
Privat betätigte sich Werner Kiroff u. A. als Renn- und Tourenwagenfahrer und nahm in den 1960er Jahren mit Erfolg an einigen Rennveranstaltungen teil. Dies geschah zum Teil mit eigenen Fahrzeugen wie z. B. einem NSU-TTS sowie als Fahrer für die Autowerkstatt Münch mit einem damals schon exklusiven Alfa Romeo Giuletta SS.[2]
Zeitzeugenberichte
Kiroff hat sich nach dem Krieg mit dem Handel von Kleinkram und Lebensnotwendigem sowie dem Verkauf von gefälschten Hitler-Bildern an GI's über Wasser gehalten. Die Künstler dafür trieb er in Nürnberg-Johannis im Café Weber auf und versorgte diese mit Farben und Leinwand. Sogar mit selbst gestohlenen Glühbirnen wurde noch Geld verdient. Damit hat er sich auch Feinde gemacht. Eines Tages war er in seiner Stammwirtschaft, beim Weyrauther, zum Mittagessen, als ein paar Gestalten hereinstürmten und ihn bedrängten. Anscheinend hatten sie noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen. Kiroff sprang mit einem Satz auf ein Sofa hinter ihm, ergriff einen Deko-Säbel, der an der Wand hing, und fuchtelte damit vor den Angreifern herum mit den Worten „kommt nur her wenn ihr was wollt“. Diese waren davon so überrascht, dass sie einen Rückzieher machten und die Gaststätte schnell wieder verließen. Das hat ihn damals gerettet. Durch den Verkauf eines technisches Verbesserungsvorschlags im Bereich der Spraydose an die damalige Lackfabrik Wiederhold, soll sich Kiroff das Kapital für seine Selbständigkeit beschafft haben. Beim Frisör Victor in der Kaiserstraße ist er mal mit einem ganz exotischen Auto aufgetaucht und hat behauptet es wäre seines. In Wirklichkeit war er nur der Fahrer für eine Rennveranstaltung, das wussten wir aber zu dem Zeitpunkt nicht. Bei einem Bergrennen in Happurg hat Kiroff einmal den ersten Platz eingefahren. Das lag aber nicht daran, dass er so gut war, sondern weil er der einzige Teilnehmer in seiner Klasse gewesen ist. Bei der Siegerehrung wurde er nicht erwähnt, worüber er sich furchtbar aufregte. Man hat dann auf die Schnelle irgendeinen Zinnbecher besorgt und Kiroff überreicht. Dieser ganze Rennsport hat auch unheimlich viel Geld gekostet, dadurch ging vermutlich auch der Laden zugrunde. Mit der Übernahme des Ladens seines ehemaligen Lehrlings Gerd Anthofer gab es einen Neubeginn. In der Ludwigstraße hat man erstmal alle Fensterbänke entfernt und die Fassade bodentief ausgesägt um Platz für ein durchgängiges Schaufenster zu bekommen. Das ist mittlerweile wieder rückgängig gemacht worden. Der Umzug in die nahe Schwabacher Straße erfolgte dann auf „ägyptisch“, wie Kiroff sagte. D. h. es wurde die komplette Firmeneinrichtung, auch die Maschinen, auf einem Leiterwagen rübergefahren. Bei seinem Rennsport-Partner Münch hat er sich bis kurz vor seinem Tod nicht mehr blicken lassen, vermutlich hatte er Angst, dass Münch noch eine alte Rechnung offen hatte. Dies stellte sich aber als unbegründet heraus.[3]
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Recherche und Gespräch zwischen FürthWiki und dem Sohn Werner Kiroffs, Jürgen Kiroff, im November 2025 und Januar 2026
- ↑ Recherche und Gespräch zwischen FürthWiki und dem Sohn Werner Kiroffs, Jürgen Kiroff, im November 2025 und Januar 2026
- ↑ Zeitzeugenbericht, Archiv FürthWiki, Aktennr. '50'
Bilder
Wagenpass für Tourenwagen von Werner Kiroff, Saison 1968 Urheber: Doc Bendit
Lizenz: copyrightFoto des NSU-TTS im Wagenpass für Tourenwagen von Werner Kiroff, Saison 1968 Urheber: Doc Bendit
Lizenz: copyrightFoto des NSU-TTS (hier am der Langen Straße) im Wagenpass für Tourenwagen von Werner Kiroff, Saison ... Foto des NSU-TTS (hier am der Langen Straße) im Wagenpass für Tourenwagen von Werner Kiroff, Saison 1968.
Urheber: Doc Bendit
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