Josef Werner Kiroff: Unterschied zwischen den Versionen

Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 37: Zeile 37:
<br clear="all" />
<br clear="all" />
==Zeitzeugenberichte==
==Zeitzeugenberichte==
''Kiroff hat sich nach dem Krieg mit dem Handel von Kleinkram und Lebensnotwendigem sowie dem Verkauf von gefälschten Hitler-Bildern an [[Amerikaner|GI's]] über Wasser gehalten. Die Künstler dafür trieb er in Nürnberg-Johannis im Café Weber auf und versorgte diese mit Farben und Leinwand. Sogar mit selbst gestohlenen Glühbirnen wurde noch Geld verdient. Damit hat er sich auch Feinde gemacht. Eines Tages war er in seiner Stammwirtschaft, beim [[Weyrauther]], zum Mittagessen, als ein paar Gestalten hereinstürmten und ihn bedrängten. Anscheinend hatten sie noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen. Kiroff sprang mit einem Satz auf ein Sofa hinter ihm, ergriff einen Deko-Säbel, der an der Wand hing, und fuchtelte damit vor den Angreifern herum mit den Worten „kommt nur her wenn ihr was wollt“. Diese waren davon so überrascht, dass sie einen Rückzieher machten und die Gaststätte schnell wieder verließen. Das hat ihn damals gerettet. Durch den Verkauf eines technisches Verbesserungsvorschlags im Bereich der Spraydose an die damalige [[Wikipedia:Hermann Wiederhold Lackfabriken|Lackfabrik Wiederhold]], soll sich Kiroff das Kapital für seine Selbständigkeit beschafft haben. Beim Frisör Victor in der [[Kaiserstraße]] ist er mal mit einem ganz exotischen Auto aufgetaucht und hat behauptet es wäre seines. In Wirklichkeit war er nur der Fahrer für eine Rennveranstaltung, das wussten wir aber zu dem Zeitpunkt nicht. Bei einem Bergrennen in Happurg hat Kiroff einmal den ersten Platz eingefahren. Das lag aber nicht daran, dass er so gut war, sondern weil er der einzige Teilnehmer in seiner Klasse gewesen ist. Bei der Siegerehrung wurde er nicht erwähnt, worüber er sich furchtbar aufregte. Man hat dann auf die Schnelle irgendeinen Zinnbecher besorgt und Kiroff überreicht. Dieser ganze Rennsport hat auch unheimlich viel Geld gekostet, dadurch ging vermutlich auch der Laden zugrunde. Mit der Übernahme des Ladens seines ehemaligen Lehrlings Gerd Anthofer gab es einen Neubeginn. In der Ludwigstraße hat man erstmal alle Fensterbänke entfernt und die Fassade bodentief ausgesägt um Platz für ein durchgängiges Schaufenster zu bekommen. Das ist mittlerweile wieder rückgängig gemacht worden. Der Umzug in die nahe Schwabacher Straße erfolgte dann auf „ägyptisch“, wie Kiroff sagte. D. h. es wurde die komplette Firmeneinrichtung, auch die Maschinen, auf einem Leiterwagen rübergefahren. Bei seinem Rennsport-Partner Münch hat er sich bis kurz vor seinem Tod nicht mehr blicken lassen, vermutlich hatte er Angst, dass Münch noch eine alte Rechnung offen hatte. Dies stellte sich aber als unbegründet heraus.''<ref>Zeitzeugenbericht, [[FürthWiki:Über FürthWiki#Archiv FürthWiki|Archiv FürthWiki]], Aktennr. '50'</ref>
''Kiroff hat sich nach dem Krieg mit dem Handel von Kleinkram und Lebensnotwendigem sowie dem Verkauf von gefälschten Hitler-Bildern an [[Amerikaner|GI's]] über Wasser gehalten. Die Künstler dafür trieb er in Nürnberg-Johannis im Café Weber auf und versorgte diese mit Farben und Leinwand. Sogar mit selbst gestohlenen Glühbirnen wurde noch Geld verdient. Damit hat er sich auch Feinde gemacht. Eines Tages war er in seiner Stammwirtschaft, beim [[Weyrauther]], zum Mittagessen, als ein paar Gestalten hereinstürmten und ihn bedrängten. Anscheinend hatten sie noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen. Kiroff sprang mit einem Satz auf ein Sofa hinter ihm, ergriff einen Deko-Säbel, der an der Wand hing, und fuchtelte damit vor den Angreifern herum mit den Worten „kommt nur her wenn ihr was wollt“. Diese waren davon so überrascht, dass sie einen Rückzieher machten und die Gaststätte schnell wieder verließen. Das hat ihn damals gerettet. Durch den Verkauf eines technisches Verbesserungsvorschlags im Bereich der Spraydose an die damalige [[Wikipedia:Hermann Wiederhold Lackfabriken|Lackfabrik Wiederhold]], soll sich Kiroff das Kapital für seine Selbständigkeit beschafft haben. Beim Frisör Victor in der [[Kaiserstraße]] ist er mal mit einem ganz exotischen Auto aufgetaucht und hat behauptet es wäre seines. In Wirklichkeit war er nur der Fahrer für eine Rennveranstaltung, das wussten wir aber zu dem Zeitpunkt nicht. Bei einem Bergrennen in Happurg hat Kiroff einmal den ersten Platz eingefahren. Das lag aber nicht daran, dass er so gut war, sondern weil er der einzige Teilnehmer in seiner Klasse gewesen ist. Bei der Siegerehrung wurde er nicht erwähnt, worüber er sich furchtbar aufregte. Man hat dann auf die Schnelle irgendeinen Zinnbecher besorgt und Kiroff überreicht. Dieser ganze Rennsport hat auch unheimlich viel Geld gekostet, dadurch ging vermutlich auch der Laden zugrunde. Mit der Übernahme des Ladens seines ehemaligen Lehrlings Gerd Anthofer gab es einen Neubeginn. In der Ludwigstraße hat man erstmal alle Fensterbänke entfernt und die Fenster im EG bodentief ausgesägt um Platz für ein durchgängiges Schaufenster zu bekommen. Das ist mittlerweile wieder rückgängig gemacht worden. Der Umzug in die nahe Schwabacher Straße erfolgte dann auf „ägyptisch“, wie Kiroff sagte. D. h. es wurde die komplette Firmeneinrichtung, auch die Maschinen, auf einem Leiterwagen rübergefahren. Bei seinem Rennsport-Partner Münch hat er sich bis kurz vor seinem Tod nicht mehr blicken lassen, vermutlich hatte er Angst, dass Münch noch eine alte Rechnung offen hatte. Dies stellte sich aber als unbegründet heraus.''<ref>Zeitzeugenbericht, [[FürthWiki:Über FürthWiki#Archiv FürthWiki|Archiv FürthWiki]], Aktennr. '50'</ref>


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
126.183

Bearbeitungen