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Wie viele seiner Rabbinerkollegen und Mitglieder seine Gemeinde ließ sich auch Neubürger zu einer allgemeinen Kriegsbegeisterung hinreißen. Bei einer Beerdigung noch am Anfang des [[1. Weltkrieg]]es forderte Neubürger „''daß alle Stände ohne Unterschied der Konfession Gut und Blut einsetzen für das Vaterland und gab dem Wunsche Ausdruck, daß dieser einmütige Zusammenhalt aller Bevölkerungskreise auch künftig hin zum Wohle der Nation bestehen bleiben möge.''“ | Wie viele seiner Rabbinerkollegen und Mitglieder seine Gemeinde ließ sich auch Neubürger zu einer allgemeinen Kriegsbegeisterung hinreißen. Bei einer Beerdigung noch am Anfang des [[1. Weltkrieg]]es forderte Neubürger „''daß alle Stände ohne Unterschied der Konfession Gut und Blut einsetzen für das Vaterland und gab dem Wunsche Ausdruck, daß dieser einmütige Zusammenhalt aller Bevölkerungskreise auch künftig hin zum Wohle der Nation bestehen bleiben möge.''“ | ||
Neubürger starb am Freitag, [[24. Februar]] [[1922]] und wurde auf dem [[Jüdischer Friedhof#Alter Jüdischer Friedhof Fürth|Alten Jüdischen Friedhof]] beigesetzt <ref>siehe [[Gisela Naomi Blume]]: ''[[Der alte jüdische Friedhof in Fürth (Buch)]] - 1607 - 2007'', 2007; Seite 380</ref>. Während des [[Nationalsozialismus]] wurde sein Grab geschändet. Nach dem [[2. Weltkrieg]] wurde der Grabstein auf den [[Jüdischer Friedhof#Neuer Jüdischer Friedhof Fürth|Neuen Jüdischen Friedhof]] an der [[Erlanger Straße]] versetzt. | Neubürger starb am Freitag, [[24. Februar]] [[1922]] und wurde auf dem [[Jüdischer Friedhof#Alter Jüdischer Friedhof Fürth|Alten Jüdischen Friedhof]] beigesetzt <ref>siehe [[Gisela Naomi Blume]]: ''[[Der alte jüdische Friedhof in Fürth (Buch)]] - 1607 - 2007'', 2007; Seite 380</ref>. Während des [[Nationalsozialismus]] wurde sein Grab geschändet. Nach dem [[2. Weltkrieg]] wurde der Grabstein auf den [[Jüdischer Friedhof#Neuer Jüdischer Friedhof Fürth|Neuen Jüdischen Friedhof]] an der [[Erlanger Straße]] neben das Grab der dort ruhenden Witwe [[Rosa Neubürger]] versetzt. Umbettung ist Juden nur ins Heilige Land gestattet. | ||
== Nachruf == | == Nachruf == | ||
Die Nordbayerische Zeitung schrieb nach dem Tod des Rabbiners Neubürger: ''Der hiesige israelitische Kultusgemeinde hat den Verlust ihres hoch angesehen Rabbiners Dr. Neubürger zu beklagen. Stadt= und Bezirksrabbiner Dr. phil. Jakob Immanuel Neubürger wurde am 12. April 1847 in Oettingen im Ries geboren, wo sein Vater Lehrer war; er ist also fast 75 Jahre alt geworden. Der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde stand er seit 5. Februar 1871, also über 51 Jahre, vor. Er galt als ein hochgelehrter Mann, einige behaupteten sogar, er sei der gelehrteste Mann von Fürth gewesen, der u. a. nicht nur den Pentateuch (die 5 Bücher Moses) in der Ursprache vollkommen auswendig kannte, sondern auch andere Disziplinen der Wissenschaft (Philosophie; Philologie, Literatur, Geschichte usw.) in glänzender Weise beherrschte.'' | Die Nordbayerische Zeitung schrieb nach dem Tod des Rabbiners Neubürger: ''Der hiesige israelitische Kultusgemeinde hat den Verlust ihres hoch angesehen Rabbiners Dr. Neubürger zu beklagen. Stadt= und Bezirksrabbiner Dr. phil. Jakob Immanuel Neubürger wurde am 12. April 1847 in Oettingen im Ries geboren, wo sein Vater Lehrer war; er ist also fast 75 Jahre alt geworden. Der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde stand er seit 5. Februar 1871, also über 51 Jahre, vor. Er galt als ein hochgelehrter Mann, einige behaupteten sogar, er sei der gelehrteste Mann von Fürth gewesen, der u. a. nicht nur den Pentateuch (die 5 Bücher Moses) in der Ursprache vollkommen auswendig kannte, sondern auch andere Disziplinen der Wissenschaft (Philosophie; Philologie, Literatur, Geschichte usw.) in glänzender Weise beherrschte.'' | ||
''Dabei war der Heimgegangene ein Vorbild von Bescheidenheit, schlichter Würde und menschlicher Güte. Am human. Gymnasium war er als Religionsprofessor tätig. Im Juni 1886 war er der Retter eines Kindes aus der hochgehenden Pegnitz. Dr. Neubürger musste durch viele Leidenswege gehen. Im Kriege büßte er einen Sohn ein, der bereits Amtsrichter war, 1902 musste er eine Staroperation durchmachen, zuletzt nahm ihm ein Blasen- und Darmleiden die Lebenskraft, am Freitag Vormittag verschied er sanft in den Armen der Gattin und des Sohnes. Heute Nachmittag wird er auf dem hiesigen | ''Dabei war der Heimgegangene ein Vorbild von Bescheidenheit, schlichter Würde und menschlicher Güte. Am human. Gymnasium war er als Religionsprofessor tätig. Im Juni 1886 war er der Retter eines Kindes aus der hochgehenden Pegnitz. Dr. Neubürger musste durch viele Leidenswege gehen. Im Kriege büßte er einen Sohn ein, der bereits Amtsrichter war, 1902 musste er eine Staroperation durchmachen, zuletzt nahm ihm ein Blasen- und Darmleiden die Lebenskraft, am Freitag Vormittag verschied er sanft in den Armen der Gattin und des Sohnes. Heute Nachmittag wird er auf dem hiesigen alten israelitischen Friedhof beerdigt.''<ref>StA Fürth, Rabbiner Dr. Neubürger - Biografische Sammlung. In: Nordbayerische Zeitung vom 24. Februar 1922</ref> | ||
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* [[Albert Neubürger]] | * [[Albert Neubürger]] | ||
* [[Helene Lichtenstädter]] | |||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
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