29.413
Bearbeitungen
(fix Berufe-Liste) |
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 61: | Zeile 61: | ||
}} | }} | ||
'''Karl Andörfer''' | '''Karl Andörfer''' (geb. [[30. Juli]] [[1886]] in Eisendorfhütte, Bezirk Bischofteinitz, damals Österreich; gest. [[15. April]] [[1965]] in Fürth) war [[Kaufmann]] und [[Prokurist]] in Fürth. | ||
== Leben und Familie == | == Leben und Familie == | ||
| Zeile 67: | Zeile 67: | ||
in Heiligenkreuz, Krs. Bischofteinitz) und Barbara, geb. Bauer ([[10. Oktober]] [[1858]] in Fichtenbach, gest. 13. Oktober 1926 in Karlbachhütte). | in Heiligenkreuz, Krs. Bischofteinitz) und Barbara, geb. Bauer ([[10. Oktober]] [[1858]] in Fichtenbach, gest. 13. Oktober 1926 in Karlbachhütte). | ||
Er besuchte zunächst die Volksschule in Schmolau, dann die Bürgerschule in Falkenau und schließlich von 1901 bis 1905 die deutsche Handelsschule in [[wikipedia:Pilsen|Pilsen]]. Seine erste Anstellung als Buchhalter <ref>Keramische Rundschau Bd. 23, | Er besuchte zunächst die Volksschule in Schmolau, dann die Bürgerschule in Falkenau und schließlich von 1901 bis 1905 die deutsche Handelsschule in [[wikipedia:Pilsen|Pilsen]]. Seine erste Anstellung als Buchhalter<ref>Keramische Rundschau, Bd. 23, S. 136 (abgerufen 10. August 2022) - [https://www.google.de/books/edition/Keramische_Rundschau/ZdJBAQAAMAAJ?hl=de&gbpv=1&bsq=And%C3%B6rfer+Buchhalter&dq=And%C3%B6rfer+Buchhalter&printsec=frontcover online]</ref> fand er 1911 bei einer der Fürther [[Spiegelfabriken]] Schrenk und Co.<ref>Unternehmensgeschichte Schrenk & Co. (abgerufen 15. März 2022) - [http://www.albert-gieseler.de/dampf_de/firmen4/firmadet46547.shtml online]</ref>, Spiegel- und Tafelglaswerke in der [[Lange Straße 71]], wo er es bis zum Prokuristen brachte. Zur Untermiete wohnte er bei der Witwe Anna Wettschurek. Dort lebte auch ihre Tochter Johanna Kathinka, verwitwete Dienstbier mit deren Kind Sofie (geb. 1906) aus erster Ehe. Karl und Johanna Kathinka heirateten im Januar 1912. Sie war am 18. Dezember 1882 in Fürth als viertes von sechs Kindern des Großhändlers Johann Lorenz Wettschurek und seiner Frau Anna, geb. Roth geboren.<ref>Stadtarchiv Fürth, Signatur A.Fürth 2.1.III Fach 18 a/W 390</ref> Diese sind die Großeltern des Kunstmalers [[Friedrich Ulrich]].<ref>Privates Familienarchiv Frank (Andörfer, Wettschurek)</ref> | ||
Im 1. Weltkrieg diente er im Infanterie-Regiment Nr. 35, zuletzt als Leutnant, mit demselben Dienstgrad im 2. Weltkrieg im Landesschützen-Regiment 131. Am 10. September 1919 wurde das egerländische Gebiet der Tschechoslowakei zugesprochen, somit wurden die Andörfers tschechische Staatsbürger. Am 18. November 1920 reichte Karl Andörfer bei der Bayerischen Regierung für Mittelfranken ein Gesuch ein, ihn in den bayerischen Staat einzubürgern.<ref>Stadtarchiv Fürth, Signatur A.Fürth 2.1.III Fach | Im 1. Weltkrieg diente er im Infanterie-Regiment Nr. 35, zuletzt als Leutnant, mit demselben Dienstgrad im 2. Weltkrieg im Landesschützen-Regiment 131. Am 10. September 1919 wurde das egerländische Gebiet der Tschechoslowakei zugesprochen, somit wurden die Andörfers tschechische Staatsbürger. Am 18. November 1920 reichte Karl Andörfer bei der Bayerischen Regierung für Mittelfranken ein Gesuch ein, ihn in den bayerischen Staat einzubürgern.<ref>Stadtarchiv Fürth, Signatur A.Fürth 2.1.III Fach 18 b/A 14</ref> Am 8. Juni 1922 erhielt er dann nach einem langwierigen Prozedere für sich, seine Ehefrau und Tochter die Einbürgerungsurkunde vom Freistaat Bayern – sie waren somit nicht mehr tschechische, sondern bayerische Landesangehörige (eine einheitliche deutsche Staatsbürgerschaft gab es erst seit 1934). | ||
Bereits am [[1. Mai]] [[1933]] trat Karl Andörfer der [[NSDAP]] bei. Die Nummer 3.105.534, weist ihn als 3.105.034. Mitglied aus. Die Differenz von 500 ergibt sich dadurch, dass die Zählung erst mit 501 begann und nicht mit 1. | Bereits am [[1. Mai]] [[1933]] trat Karl Andörfer der [[NSDAP]] bei. Die Nummer 3.105.534, weist ihn als 3.105.034. Mitglied aus. Die Differenz von 500 ergibt sich dadurch, dass die Zählung erst mit 501 begann und nicht mit 1. | ||
Nach dem Konkurs der Vereinigten Bayerischen Spiegel- und Tafelglaswerke vorm. Schrenk & Co. AG 1930 (sie versuchte noch, auf Farbglas umzustellen)<ref>Vereinigte Bayerische Spiegel- und Tafelglaswerke vorm. Schrenk & Co. AG in Neustadt ( | Nach dem Konkurs der Vereinigten Bayerischen Spiegel- und Tafelglaswerke, vorm. Schrenk & Co. AG 1930 (sie versuchte noch, auf Farbglas umzustellen)<ref>Vereinigte Bayerische Spiegel- und Tafelglaswerke vorm. Schrenk & Co. AG in Neustadt/Waldnaab, S. 101 Nr. 280 (abgerufen 15. März 2022) - [https://glassian.org/Prism/Deutschlands_Glasindustrie_1930-31.pdf online]</ref> war Karl Andörfer bis 1933 selbstständiger Vertreter und danach leitender Angestellter bei der DAF (Deutsche Arbeitsfront). Im Juli 1935 trat Karl Andörfer der NSDAP-Ortsgruppe Fürth-Ost bei. Sie residierte in der „Ortsgruppendienststelle“, in der auch die örtlichen Vertreter der DAF, der NS-Frauenschaft und der NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) untergebracht waren. | ||
Nachdem die Familie in die Sternstraße 17 (heute [[Ludwig-Erhard-Straße]]) umgesiedelt war, zogen sie 1921 zwei Kilometer weiter | Nachdem die Familie in die Sternstraße 17 (heute [[Ludwig-Erhard-Straße]]) umgesiedelt war, zogen sie 1921 zwei Kilometer weiter südöstlich in eine Parallelstraße zur Nürnberger Straße, die [[Lange Straße 71]], wo Karl Andörfer auch arbeitete. | ||
Das Ehepaar Karl und Johanna Kathinka Andörfer hatte 3 Kinder: | Das Ehepaar Karl und Johanna Kathinka Andörfer hatte 3 Kinder: | ||
# [[Franziska Frank]] | # [[Franziska Frank]] (geb. 28. September 1914 in Fürth, gest. 23. April 2002 Bischofswiesen) | ||
# Franz Andörfer | # Franz Andörfer (geb. 18. Januar 1921 Fürth, gest. 24. November 1923 Fürth) | ||
# [[Hermann Andörfer]], | # [[Hermann Andörfer]], Abteilungsleiter in [[Nürnberg]] (geb. 7. März 1926 Fürth, gest. 30. April 2011 Nürnberg) | ||
Johanna Kathinka Andörfer starb am 18. Juni 1937. Der Witwer heiratete knapp eineinhalb Jahre später im Oktober 1938 Johanna Mach, geb. [[23. April]] [[1902]] im mährischen Pavlov. Ihr einziges gemeinsames Kind war am 15. August 1939 tot geboren. Frau Andörfer verzog nach seinem Ableben nach Laufen und verstarb dort fast zweiundzwanzig Jahre nach ihm am 25. Februar 1987. Das Ehepaar lebte nach 1945 in der [[Glückstraße 12]].<ref>Privates Familienarchiv Frank (Andörfer, Wettschurek)</ref> | Johanna Kathinka Andörfer starb am 18. Juni 1937. Der Witwer heiratete knapp eineinhalb Jahre später im Oktober 1938 Johanna Mach, geb. [[23. April]] [[1902]] im mährischen Pavlov. Ihr einziges gemeinsames Kind war am 15. August 1939 tot geboren. Frau Andörfer verzog nach seinem Ableben nach Laufen und verstarb dort fast zweiundzwanzig Jahre nach ihm am 25. Februar 1987. Das Ehepaar lebte nach 1945 in der [[Glückstraße 12]].<ref>Privates Familienarchiv Frank (Andörfer, Wettschurek)</ref> | ||
Der Schauspieler Carsten Andörfer | Der Schauspieler [[wikipedia:Carsten Andörfer|Carsten Andörfer]], geb. [[4. Juli]] [[1963]] in Potsdam, ist der Großneffe von Karl Andörfer, Enkel seines Bruders, Mathematikprofessor (Gymnasium, entspricht dem Oberstudienrat) Josef Andörfer und dessen Ehefrau Elfriede, geb. Schwarz. | ||
== Literatur== | == Literatur== | ||