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* Karl Johann Winkler (geb. 8. April 1843; gest. 28. Februar 1866 in Erlangen), geb. Hs.-Nr. 65, I. Bez. ([[Bergstraße 2]]) | * Karl Johann Winkler (geb. 8. April 1843; gest. 28. Februar 1866 in Erlangen), geb. Hs.-Nr. 65, I. Bez. ([[Bergstraße 2]]) | ||
Schon acht Jahre später hatte ihn die [[Quecksilber]]-Krankheit ergriffen, eines seiner Kinder war erblindet, ein anderes gelähmt. Er versuchte einen alternativen Nahrungserwerb, indem er das Wirtshaus [[Unterfarrnbacher Straße 186|Zum Roten Roß]] in [[Unterfarrnbach]] kaufte, das seine Frau führen sollte. Er | Schon acht Jahre später hatte ihn die [[Quecksilber]]-Krankheit ergriffen, eines seiner Kinder war erblindet, ein anderes gelähmt. Er versuchte einen alternativen Nahrungserwerb, indem er [[1837]] das Wirtshaus [[Unterfarrnbacher Straße 186|Zum Roten Roß]] in [[Unterfarrnbach]] vom Wirt Bügel um 4175 f. kaufte, das seine Frau führen sollte. Am 10. November 1837 erschien Winkler vor Amt und trug vor, dass er den Stadel des Bäckermeisters Ziller für 2200 f. gekauft und jenen des Bäckers Lotter für 2400 f. erworben habe, um sich ein Haus auf die Stelle des Letzteren zu erbauen. Beide Anwesen wurden bar bezahlt; ein Beweis, dass er sich ein schönes Vermögen erworben und achtbares Auskommen gefunden habe. Er habe nun das Mühlwerk des Schreinermeisters Rauh, das zum Spiegelglasschleifen eingerichtet wird, in der Eigenschaft als Glasmeister für Rechnung des Handelsmanns Hechinger übernommen und steht im Begriffe mit der Familie nach Unterfarrnbach umzuziehen. Er behalte den Ziller’schen Stadel, den er an den Glasbeleger Strunz verpachtet hatte. Dieser wird künftig alle ihm obliegenden „Prästationen“ (Gemeindeabgaben) entrichten. Zugleich bat er darum, ihm das Bürgerrecht vorzubehalten, da die Abwesenheit nur vorübergehend sein soll, bis ein anderer Nahrungsstand gefunden wäre und er wieder zurückkehre. Der Magistrat gewährte jedoch nur eine Frist von zwei Jahren, damit Winkler seinen Gewerbsverhältnissen eine andere Richtung geben könne. Ansonsten hätte er seine Bürgerrechte und die Konzession verloren. In diesen zwei Jahren war Winkler auch Wirt in Unterfarrnbach.<ref name="Akte W-20"/> | ||
Anfang Februar [[1839]] kehrte er nach Fürth zurück und führte das Spiegelglasbelegen wie in der früheren Zeit fort. Winkler tüftelte immer wieder an Innovationen für die Spiegelglasherstellung. Neben einigen Verbesserungen der Belegmethode optimierte er die Polierpflöcke, die beim Poliervorgang eingesetzt wurden. Am [[6. April]] [[1847]] erhielt er für eine wesentlich verbesserte Facettenschleifwalze ein Privileg auf fünf Jahre. Seit dem [[23. Juni]] [[1848]] besaß Winkler zusätzlich eine Konzession zum Betrieb einer Spiegelglasfabrik mit guten Absatzaussichten. | |||
Am [[29. April]] [[1850]] hatte sich Christian Winkler erschossen. Es wird vermutet, dass seine durch die Arbeit ruinierte Gesundheit und die damit verbundene familiäre Tragödie eine Rolle gespielt haben. | Am [[29. April]] [[1850]] hatte sich Christian Winkler erschossen. Es wird vermutet, dass seine durch die Arbeit ruinierte Gesundheit und die damit verbundene familiäre Tragödie eine Rolle gespielt haben. | ||