Jakob-Henle-Straße 1; Friedrich-Ebert-Straße 5; Nähe Jakob-Henle-Straße: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Gebäude '''Jakob-Henle-Straße 1''' wurden ab dem [[29. Mai]] [[1928]] zunächst als damaliger Neubau des [[Stadtkrankenhaus]]es errichtet. Das bisherige [[Altes Krankenhaus|Krankenhausgebäude]] in der [[Schwabacher Straße]] war zu dem Zeitpunkt bereits 98 Jahre alt und nicht mehr ausreichend groß gewesen. | |||
Seit dem [[1. Januar]] [[2001]] gehören die Gebäude unter dieser Adresse zum Kommunalunternehmen „[[Klinikum Fürth]]“. | |||
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== Baugeschichte == | |||
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Erste Überlegungen zum [[Stadtkrankenhaus|Neubau eines Krankenhauses]] entstanden bereits 1884. Im Jahr 1899 wurde eine Untersuchungskommission einberufen welche auf die Dringlichkeit eines Neubaus hinwies. Ein erster konkreter Umsetzungsversuch war das sog. "Hardprojekt", ein Neubau südlich der [[Würzburger Straße]] im Bereich der alten [[Pfründ]] (siehe Planausschnitt). Dazu fanden 1902 auch erste "Planierungsarbeiten" auf dem auserkorenen Gelände statt, die Planung muss also relativ weit fortgeschritten gewesen sein.<ref>[[Der Neubau des Städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern 1931 (Buch)|Der Neubau des Städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern 1931]], Seite 6 ff.</ref> Warum dieses Bauvorhaben abgebrochen wurde, ist nicht bekannt. Die Skizze findet sich jedenfalls bis in die 1910er Jahre in städtischen Plänen. Erst am [[29. Mai]] [[1928]] folgte die Grundsteinlegung für ein neues Gebäude am heutigen Standort. Das auf Bestreben des Krankenhausdirektors Sanitätsrat Dr. [[Jakob Frank]] neu errichtete Krankenhaus auf der [[Schwand]] folgte dem [[Altes Krankenhaus|Alten Krankenhaus]] an der [[Schwabacher Straße]] und wurde am [[10. Juli]] [[1931]] eingeweiht und drei Wochen später am 31. Juli eröffnet. | |||
Allerdings war die Finanzlage der Stadt Fürth schon seit 1927 prekär, so dass in der Zwischenkriegszeit lediglich zwei öffentliche Bauten errichtet werden konnten: die Jahnturnhalle und das Krankenhaus <ref>Barbara Ohm: "Der Fürther Ehrenbürger Hans Lohnert und sein Spielplatz" in: Fürther Geschichtsblätter 3/2004; Seite 65</ref>. Für das Krankenhaus mussten dann gar die Bürger noch herangezogen werden, die sowieso schon unter hoher Arbeitslosigkeit litten. Die Strom- und Gaspreise wurden zur Finanzierung des Stadtkrankenhauses erhöht <ref>Barara Ohm, ebenda</ref>. | |||
Der exponierte Bau galt seinerzeit mit den gewaltigen Ausmaßen und seinen lichtdurchfluteten Gängen, großzügigen freundlichen Räumen, Sonnen- und Ruheterrassen für die Patienten und der modernen Ausstattung als mehr als avantgardistisch. Der an das Stadtkrankenhaus angrenzende Park wurde 1947 von [[Hans Schiller]] entworfen.<ref>Hans Schiller, [[Gartengestaltung (Buch)|Gartengestaltung]], 1952, S. 277</ref> Das Konzept erwies sich bis in die 1960er Jahre als einwandfrei flexibel für Modernisierungen und Erweiterungen, seit [[1955]] wurde es durch Neubauten ergänzt, [[1967]] ging das [[Nathanstift]] in die "Abteilung Geburtshilfe" der Frauenklinik im Stadtkrankenhaus über. | |||
Von [[1986]] bis [[1989|89]] erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten und Neubauten sowie die Umbenennung in [[Stadtklinikum|städtisches Klinikum Fürth]]. | |||
Zum [[1. Januar]] [[2001]] wurde das [[Klinikum Fürth|Kommunalunternehmen „Klinikum Fürth“]] gegründet und [[2008]] erfolgte der Neubau eines Parkhauses an der [[Jakob-Henle-Straße]]. Im März [[2021]] erfolgte dann der Spatenstich für umfangreiche Erweiterungsmaßnahmen. In den nächsten Jahren entstanden drei neue Gebäude. Begonnen wurde mit einem Gebäude auf dem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz, das zunächst elf, später dreizehn neue Operationssäle erhalten soll und auch als neuer Haupteingang dienen wird. Dann wich der Bau, in dem sich die Cafeteria befand, einem Haus für 160 bis 170 Betten. In einem dritten Schritt entsteht hinter dem neuen OP-Komplex ein Bau für die zentrale Notaufnahme, Radiologie, Internistische Diagnostik, eine zweite Intensivstation und die Urologie.<ref>Claudia Ziob: ''Ein OP-Komplex für die Zukunft''. In: [[Fürther Nachrichten]] vom 18. März 2021, Seite 32</ref> Zum Richtfest im Mai [[2023]] kamen unter anderen auch der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek. | |||
== Hauptgebäude == | |||
=== Beschreibung des Baudenkmals === | |||
Hauptbau, symmetrischer, sechsgeschossiger Putzbau mit Flachdach, kubischen Risaliten und vorspringendem, zweigeschossigem Eingangsrisalit mit Vordach, [[Neue Sachlichkeit]]; sämtlich von [[Hermann Herrenberger]], [[1928]]-31. | |||
== Pfortenhaus und Beamtenhäuser == | |||
=== Beschreibung des Baudenkmals === | |||
Pfortenhaus, erdgeschossiger Putzbau mit flachem Walmdach; zwei Pfortenpavillons, zweigeschossige Putzbauten mit Walmdach und Sandsteinwappen an den Ecken; sämtlich von [[Hermann Herrenberger]], [[1928]]-31. | |||
=== Nutzung === | |||
* [[1931]] - ?: Pfortenhaus: Besucheranmeldung, Anmeldung von Krankentransporten (damalige Zufahrt von der Jakob-Henle-Straße) | |||
* [[1931]] - ?: Beamtenhaus links der Pforte: [[Krankenhauskiosk]] im Erdgeschoss, darüber Wohnung/Amtsstube? | |||
* [[1931]] - ?: Beamtenhaus rechts der Pforte: Beamtenwohnung/Amtsstube? | |||
== Infektionskrankenhaus == | |||
=== Beschreibung des Baudenkmals === | |||
Ehemaliges Infektionskrankenhaus, langgestreckter, zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach und Eingangsrisaliten, um 1931/35. | |||
=== Nutzung === | |||
* [[1931]] - ?: Infektionskrankenhaus | |||
* ... | |||
* seit ?: Geriatrie des Klinikum Fürth | |||
== Einfriedung == | |||
=== Beschreibung des Baudenkmals === | |||
Einfriedung, verputzte Ziegelmauer mit Sandsteinabdeckung, um [[1930]]. | |||
== Neuere Gebäude == | |||
* ca. [[1965]] - ?: Geburtshilfeabteilung (Nathanstift) des Stadtkrankenhauses/Klinikum Fürth | |||
** seit ?: Urologie und Onkologie des Klinikum Fürth | |||
* ca. [[1966]] - [[2018]]: Kinderklinik des Stadtkrankenhauses/Klinikum Fürth (Abriss für Neubau einer Bezirksklinik Mittelfranken) | |||
* ... | |||
* [[2008]]: ''Parkhaus Jakob-Henle-Straße'' des Klinikum Fürth | |||
* ... | |||
== Verbleib der Portalfiguren == | |||
[[Datei:Statuen Klinikum Fürth 1931.jpg|mini|right|Die ehemaligen Portalfiguren "Hoffnung" und "Erfüllung"]] | |||
[[1940]] wurde vom Fürther Hochbauamt erstmals ein Verzeichnis über im Stadtgebiet befindliche Kunstobjekte aus "Nichteisenmetallen" angefertigt mit einer Stellungnahme des Oberbürgermeisters über Verbleib oder Zuführung zur "[[Metallspende des deutschen Volkes]]". Die zwei Figuren vom Fürther Künstler [[Karl Bößenecker]] werden dort unter Pos. 12 geführt mit dem Vermerk, die Zuführung sei "abzulehnen". Ein Verbleib vor Ort war also gewünscht. Im Mai 1942 mussten wegen des steigenden Bedarfs an kriegswichtigen Metallen durch eine Anordnung des Reichsinnenministers bis auf den Zentaurenbrunnen alle erfassten städtischen Bronzeobjekte abgeliefert werden und die Figuren wurden zusammen mit einigen anderen Bronzeobjekten zur Demontage und Einlagerung im städtischen Bauhof freigegeben. Im März 1944 wurden die gesammelten Bronzen mit einem Gesamtgewicht von ca. zwei Tonnen dann vom Nürnberger Metallgroßhandel Hetzel & Co. abgeholt. | |||
Als sich nach dem Krieg die Zeiten wieder etwas normalisiert hatten, versuchte die Stadt Näheres über das weitere Schicksal einiger von der Firma Hetzel und Co. übernommener Denkmäler herauszufinden. In der Sitzung des Stadtrats am 29. September 1949 waren die Ergebnisse der Recherchen zum Verbleib der beiden Portalfiguren ein Thema: ''Die beiden Bronzefiguren (2 lebensgroße nackte Frauengestalten) am Portal des Stadtkrankenhauses waren während des Krieges beschlagnahmt und weggeschafft worden. Wie Oberverwaltungsrat Dr. Kaltenhäuser mitteilte, sind alle Bemühungen, die beiden Standfiguren wieder ausfindig zu machen, gescheitert.''<ref>Mitteilungsblatt der Stadt Fürth und des Landrates Fürth, 7. Oktober 1949 S. 2: ''Unauffindbare Bronzefiguren''</ref> Dazu berichteten die [[Fürther Nachrichten]] weiter unter der Überschrift "Bronzefiguren nicht zu finden": ''Die Stadtverwaltung hat seit längerer Zeit beim Senat in Hamburg Nachforschungen angestellt über die während des Krieges zum Einschmelzen dorthin abgelieferten beiden Bronzefiguren am Eingang zum Krankenhaus. Nach eingehenden Ermittlungen sind jetzt die letzten Hoffnungen zerschlagen worden, diese Figuren wieder zu beschaffen. Die Transportkommission in Hamburg teilte dieser Tage mit, daß die Kunstwerke nicht mehr aufzufinden sind und als v e r l o r e n gelten müssen.''<ref>Stadtarchiv Fürth, Fürther Nachrichten, 1. Oktober 1949, S. 12</ref> | |||
== Bombensuche 2020 == | |||
Im Juli [[2020]] musste das Klinikum Fürth im Rahmen eines geplanten Neubaus auf dem Grundstück zahlreiche Grabungen vornehmen - mit dem Ziel zur Klärung vom Verbleib von Blindgängern aus dem [[2. Weltkrieg]] im Baufeld. Insgesamt acht "Verdachtsfälle" hatten sich bei ersten Sondierungen ergeben, die es nun galt einzeln zu klären. Nach einigen Tagen konnte aber abschließend geklärt werden, dass in keinem der acht Verdachtsfälle es sich um sog. Blindgänger handelte. Vielmehr fand man Bauschutt aus der Zeit, zum Teil mit Porzellan- und Flaschenresten aus der Zeit des 2. Weltkrieges.<ref>Claudia Ziob: Erstes Aufatmen am Klinikum. In: Fürther Nachrichten vom 14. Juli 2020, S. 23 (Druckausgabe)</ref> Hätte man tatsächlich Blindgeänger gefunden, so hätte laut dem Sprengmeister nicht nur das Klinikum Fürth komplett evakuiert werden müssen, sondern auch der Umkreis von 1 km. Davon betroffen wären ca. 16.000 Anwohner, aber auch vier angrenzende Altenheime.<ref>Claudia Ziob: Keine Blindgänger: Erleichterung am Klinikum. In: Fürther Nachrichten vom 15. Juli 2020, S. 25 (Druckausgabe)</ref> | |||
== Literatur == | |||
* ''[[Der Neubau des Städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern 1931 (Buch)|Der Neubau des Städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern 1931]]'' - Architekt: Hermann Herrenberger. Festschrift zur Eröffnung im Juli 1931, Berlin 1931 | |||
* ''Neubau des städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern''. In: Die Bauzeitung, Nr. 5, 1932, S. 53 - 57 | |||
* ''Krankenhaus''. In: [[Adolf Schwammberger]]: ''[[Fürth von A bis Z]]. Ein Geschichtslexikon''. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 228 f. | |||
* ''[[Das Neue Klinikum Fürth (Broschüre)|Das neue Klinikum Fürth]]'', Agentur Franke Franke & Riemann. Herausgeber Stadt Fürth (Selbstverlag), Fürth 1989 | |||
* ''[[Nathanstift und Frauenklinik in Fürth (Buch)|Nathanstift und Frauenklinik in Fürth]]'', Kamran Salimi (Herausgeber; Klinikum Fürth), Fürth 2010 | |||
== Siehe auch == | |||
* [[Stadtkrankenhaus]] | |||
* [[Klinikum Fürth]] | |||
* [[Jakob-Henle-Straße]] | |||
== Einzelnachweise == | |||
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== Bilder == | |||
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Version vom 1. März 2026, 23:30 Uhr
Die Gebäude Jakob-Henle-Straße 1 wurden ab dem 29. Mai 1928 zunächst als damaliger Neubau des Stadtkrankenhauses errichtet. Das bisherige Krankenhausgebäude in der Schwabacher Straße war zu dem Zeitpunkt bereits 98 Jahre alt und nicht mehr ausreichend groß gewesen.
Seit dem 1. Januar 2001 gehören die Gebäude unter dieser Adresse zum Kommunalunternehmen „Klinikum Fürth“.
Diese Seite befindet sich insbesondere auch bezüglich der Neueren Gebäude noch im Aufbau - Stand 01.03.2026.
Baugeschichte
Erste Überlegungen zum Neubau eines Krankenhauses entstanden bereits 1884. Im Jahr 1899 wurde eine Untersuchungskommission einberufen welche auf die Dringlichkeit eines Neubaus hinwies. Ein erster konkreter Umsetzungsversuch war das sog. "Hardprojekt", ein Neubau südlich der Würzburger Straße im Bereich der alten Pfründ (siehe Planausschnitt). Dazu fanden 1902 auch erste "Planierungsarbeiten" auf dem auserkorenen Gelände statt, die Planung muss also relativ weit fortgeschritten gewesen sein.[1] Warum dieses Bauvorhaben abgebrochen wurde, ist nicht bekannt. Die Skizze findet sich jedenfalls bis in die 1910er Jahre in städtischen Plänen. Erst am 29. Mai 1928 folgte die Grundsteinlegung für ein neues Gebäude am heutigen Standort. Das auf Bestreben des Krankenhausdirektors Sanitätsrat Dr. Jakob Frank neu errichtete Krankenhaus auf der Schwand folgte dem Alten Krankenhaus an der Schwabacher Straße und wurde am 10. Juli 1931 eingeweiht und drei Wochen später am 31. Juli eröffnet. Allerdings war die Finanzlage der Stadt Fürth schon seit 1927 prekär, so dass in der Zwischenkriegszeit lediglich zwei öffentliche Bauten errichtet werden konnten: die Jahnturnhalle und das Krankenhaus [2]. Für das Krankenhaus mussten dann gar die Bürger noch herangezogen werden, die sowieso schon unter hoher Arbeitslosigkeit litten. Die Strom- und Gaspreise wurden zur Finanzierung des Stadtkrankenhauses erhöht [3].
Der exponierte Bau galt seinerzeit mit den gewaltigen Ausmaßen und seinen lichtdurchfluteten Gängen, großzügigen freundlichen Räumen, Sonnen- und Ruheterrassen für die Patienten und der modernen Ausstattung als mehr als avantgardistisch. Der an das Stadtkrankenhaus angrenzende Park wurde 1947 von Hans Schiller entworfen.[4] Das Konzept erwies sich bis in die 1960er Jahre als einwandfrei flexibel für Modernisierungen und Erweiterungen, seit 1955 wurde es durch Neubauten ergänzt, 1967 ging das Nathanstift in die "Abteilung Geburtshilfe" der Frauenklinik im Stadtkrankenhaus über.
Von 1986 bis 89 erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten und Neubauten sowie die Umbenennung in städtisches Klinikum Fürth.
Zum 1. Januar 2001 wurde das Kommunalunternehmen „Klinikum Fürth“ gegründet und 2008 erfolgte der Neubau eines Parkhauses an der Jakob-Henle-Straße. Im März 2021 erfolgte dann der Spatenstich für umfangreiche Erweiterungsmaßnahmen. In den nächsten Jahren entstanden drei neue Gebäude. Begonnen wurde mit einem Gebäude auf dem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz, das zunächst elf, später dreizehn neue Operationssäle erhalten soll und auch als neuer Haupteingang dienen wird. Dann wich der Bau, in dem sich die Cafeteria befand, einem Haus für 160 bis 170 Betten. In einem dritten Schritt entsteht hinter dem neuen OP-Komplex ein Bau für die zentrale Notaufnahme, Radiologie, Internistische Diagnostik, eine zweite Intensivstation und die Urologie.[5] Zum Richtfest im Mai 2023 kamen unter anderen auch der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek.
Hauptgebäude
Beschreibung des Baudenkmals
Hauptbau, symmetrischer, sechsgeschossiger Putzbau mit Flachdach, kubischen Risaliten und vorspringendem, zweigeschossigem Eingangsrisalit mit Vordach, Neue Sachlichkeit; sämtlich von Hermann Herrenberger, 1928-31.
Pfortenhaus und Beamtenhäuser
Beschreibung des Baudenkmals
Pfortenhaus, erdgeschossiger Putzbau mit flachem Walmdach; zwei Pfortenpavillons, zweigeschossige Putzbauten mit Walmdach und Sandsteinwappen an den Ecken; sämtlich von Hermann Herrenberger, 1928-31.
Nutzung
- 1931 - ?: Pfortenhaus: Besucheranmeldung, Anmeldung von Krankentransporten (damalige Zufahrt von der Jakob-Henle-Straße)
- 1931 - ?: Beamtenhaus links der Pforte: Krankenhauskiosk im Erdgeschoss, darüber Wohnung/Amtsstube?
- 1931 - ?: Beamtenhaus rechts der Pforte: Beamtenwohnung/Amtsstube?
Infektionskrankenhaus
Beschreibung des Baudenkmals
Ehemaliges Infektionskrankenhaus, langgestreckter, zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach und Eingangsrisaliten, um 1931/35.
Nutzung
- 1931 - ?: Infektionskrankenhaus
- ...
- seit ?: Geriatrie des Klinikum Fürth
Einfriedung
Beschreibung des Baudenkmals
Einfriedung, verputzte Ziegelmauer mit Sandsteinabdeckung, um 1930.
Neuere Gebäude
- ca. 1965 - ?: Geburtshilfeabteilung (Nathanstift) des Stadtkrankenhauses/Klinikum Fürth
- seit ?: Urologie und Onkologie des Klinikum Fürth
- ca. 1966 - 2018: Kinderklinik des Stadtkrankenhauses/Klinikum Fürth (Abriss für Neubau einer Bezirksklinik Mittelfranken)
- ...
- 2008: Parkhaus Jakob-Henle-Straße des Klinikum Fürth
- ...
Verbleib der Portalfiguren
1940 wurde vom Fürther Hochbauamt erstmals ein Verzeichnis über im Stadtgebiet befindliche Kunstobjekte aus "Nichteisenmetallen" angefertigt mit einer Stellungnahme des Oberbürgermeisters über Verbleib oder Zuführung zur "Metallspende des deutschen Volkes". Die zwei Figuren vom Fürther Künstler Karl Bößenecker werden dort unter Pos. 12 geführt mit dem Vermerk, die Zuführung sei "abzulehnen". Ein Verbleib vor Ort war also gewünscht. Im Mai 1942 mussten wegen des steigenden Bedarfs an kriegswichtigen Metallen durch eine Anordnung des Reichsinnenministers bis auf den Zentaurenbrunnen alle erfassten städtischen Bronzeobjekte abgeliefert werden und die Figuren wurden zusammen mit einigen anderen Bronzeobjekten zur Demontage und Einlagerung im städtischen Bauhof freigegeben. Im März 1944 wurden die gesammelten Bronzen mit einem Gesamtgewicht von ca. zwei Tonnen dann vom Nürnberger Metallgroßhandel Hetzel & Co. abgeholt.
Als sich nach dem Krieg die Zeiten wieder etwas normalisiert hatten, versuchte die Stadt Näheres über das weitere Schicksal einiger von der Firma Hetzel und Co. übernommener Denkmäler herauszufinden. In der Sitzung des Stadtrats am 29. September 1949 waren die Ergebnisse der Recherchen zum Verbleib der beiden Portalfiguren ein Thema: Die beiden Bronzefiguren (2 lebensgroße nackte Frauengestalten) am Portal des Stadtkrankenhauses waren während des Krieges beschlagnahmt und weggeschafft worden. Wie Oberverwaltungsrat Dr. Kaltenhäuser mitteilte, sind alle Bemühungen, die beiden Standfiguren wieder ausfindig zu machen, gescheitert.[6] Dazu berichteten die Fürther Nachrichten weiter unter der Überschrift "Bronzefiguren nicht zu finden": Die Stadtverwaltung hat seit längerer Zeit beim Senat in Hamburg Nachforschungen angestellt über die während des Krieges zum Einschmelzen dorthin abgelieferten beiden Bronzefiguren am Eingang zum Krankenhaus. Nach eingehenden Ermittlungen sind jetzt die letzten Hoffnungen zerschlagen worden, diese Figuren wieder zu beschaffen. Die Transportkommission in Hamburg teilte dieser Tage mit, daß die Kunstwerke nicht mehr aufzufinden sind und als v e r l o r e n gelten müssen.[7]
Bombensuche 2020
Im Juli 2020 musste das Klinikum Fürth im Rahmen eines geplanten Neubaus auf dem Grundstück zahlreiche Grabungen vornehmen - mit dem Ziel zur Klärung vom Verbleib von Blindgängern aus dem 2. Weltkrieg im Baufeld. Insgesamt acht "Verdachtsfälle" hatten sich bei ersten Sondierungen ergeben, die es nun galt einzeln zu klären. Nach einigen Tagen konnte aber abschließend geklärt werden, dass in keinem der acht Verdachtsfälle es sich um sog. Blindgänger handelte. Vielmehr fand man Bauschutt aus der Zeit, zum Teil mit Porzellan- und Flaschenresten aus der Zeit des 2. Weltkrieges.[8] Hätte man tatsächlich Blindgeänger gefunden, so hätte laut dem Sprengmeister nicht nur das Klinikum Fürth komplett evakuiert werden müssen, sondern auch der Umkreis von 1 km. Davon betroffen wären ca. 16.000 Anwohner, aber auch vier angrenzende Altenheime.[9]
Literatur
- Der Neubau des Städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern 1931 - Architekt: Hermann Herrenberger. Festschrift zur Eröffnung im Juli 1931, Berlin 1931
- Neubau des städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern. In: Die Bauzeitung, Nr. 5, 1932, S. 53 - 57
- Krankenhaus. In: Adolf Schwammberger: Fürth von A bis Z. Ein Geschichtslexikon. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 228 f.
- Das neue Klinikum Fürth, Agentur Franke Franke & Riemann. Herausgeber Stadt Fürth (Selbstverlag), Fürth 1989
- Nathanstift und Frauenklinik in Fürth, Kamran Salimi (Herausgeber; Klinikum Fürth), Fürth 2010
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ Der Neubau des Städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern 1931, Seite 6 ff.
- ↑ Barbara Ohm: "Der Fürther Ehrenbürger Hans Lohnert und sein Spielplatz" in: Fürther Geschichtsblätter 3/2004; Seite 65
- ↑ Barara Ohm, ebenda
- ↑ Hans Schiller, Gartengestaltung, 1952, S. 277
- ↑ Claudia Ziob: Ein OP-Komplex für die Zukunft. In: Fürther Nachrichten vom 18. März 2021, Seite 32
- ↑ Mitteilungsblatt der Stadt Fürth und des Landrates Fürth, 7. Oktober 1949 S. 2: Unauffindbare Bronzefiguren
- ↑ Stadtarchiv Fürth, Fürther Nachrichten, 1. Oktober 1949, S. 12
- ↑ Claudia Ziob: Erstes Aufatmen am Klinikum. In: Fürther Nachrichten vom 14. Juli 2020, S. 23 (Druckausgabe)
- ↑ Claudia Ziob: Keine Blindgänger: Erleichterung am Klinikum. In: Fürther Nachrichten vom 15. Juli 2020, S. 25 (Druckausgabe)
Bilder
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Lizenz: CC BY-SA 3.0Klinikum Fürth mit dem Baufeld für das sog. Projekt 2030 vor dem Haupthaus, Okt. 2021 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Bauarbeiten am Klinikum Fürth zu Errichtung des Neuen Krankenhauses auf dem Gelände des Klinikum, ... Bauarbeiten am Klinikum Fürth zu Errichtung des Neuen Krankenhauses auf dem Gelände des Klinikum, Mai 2021
Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Bauarbeiten am Klinikum Fürth zu Errichtung des Neuen Krankenhauses auf dem Gelände des Klinikum, ... Bauarbeiten am Klinikum Fürth zu Errichtung des Neuen Krankenhauses auf dem Gelände des Klinikum, Mai 2021
Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Beginn der Bauarbeiten am Klinikum Fürth für das sog. Projekt 2030, Apr. 2021 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Beginn der Bauarbeiten am Klinikum Fürth für das sog. Projekt 2030, Apr. 2021 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Einladung zum Spatenstich des Neubauprojekts 2030 am Klinikum Fürth, Mrz. 2021 Urheber: Klinikum Fürth
Lizenz: CC BY-SA 3.0Pressetermin Spatenstich zum Projekt 2030, dem Neubau des Klinikum Fürth, 17. März 2021 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Pressetermin Spatenstich zum Projekt 2030, dem Neubau des Klinikum Fürth, 17. März 2021 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Spatenstich zum Projekt 2030, dem Neubau des Klinikum Fürth, 17. März 2021 Urheber: Kamran Salimi
Lizenz: CC BY-SA 3.0Damaliger Hubschrauberlandeplatz vor dem Stadtkrankenhaus, 1981 Urheber: Klaus-Peter Schaack
Lizenz: CC BY-SA 3.0Einfahrt zum Stadtkrankenhaus Fürth, 1981 Urheber: Klaus-Peter Schaack
Lizenz: CC BY-SA 3.0Stadtkrankenhaus Fürth, 1981 Urheber: Klaus-Peter Schaack
Lizenz: CC BY-SA 3.0Auszug aus dem Adressbuch der Stadt Fürth, mit einer Auflistung der in der Stadt ansässigen ... Auszug aus dem Adressbuch der Stadt Fürth, mit einer Auflistung der in der Stadt ansässigen Krankenhäuser, 1972
Urheber: Stadt Fürth
Lizenz: copyrightKinderklinik bei der Fertigstellung auf dem Gelände des Stadtkrankenhauses, ca. 1970 Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die neu errichtete Kinderklinik im Hintergrund und der Schlot der Brauerei Berg Bräu vor der Vacher ... Die neu errichtete Kinderklinik im Hintergrund und der Schlot der Brauerei Berg Bräu vor der Vacher Straße im Wiesengrund, Jan. 1967
Urheber: Klaus-Peter Schaack
Lizenz: CC BY-SA 3.0Die neu errichtete Treppe zur ebenfalls neu errichteten Kinderklinik an der Jakob-Henle-Straße 1, ... Die neu errichtete Treppe zur ebenfalls neu errichteten Kinderklinik an der Jakob-Henle-Straße 1, Jan. 1967
Urheber: Klaus-Peter Schaack
Lizenz: CC BY-SA 3.0Bau der Treppenanlage zum Stadtkrankenhaus im Juni 1966 an Stelle des früheren Meierskeller. Urheber: Klaus-Peter Schaack
Lizenz: CC BY-SA 3.0Luftaufnahme des Städtischen Krankenhauses im Februar 1942 erstellt - mit reichlich retuschierten ... Luftaufnahme des Städtischen Krankenhauses im Februar 1942 erstellt - mit reichlich retuschierten Bäumen - laut Rückseite in Auftrag gegeben vom Kioskbetreiber am Krankenhaus Georg Reinmann, gel. Sept. 1943
Urheber: unbekannt
Lizenz: CC BY-SA 4.0Einladung zur feierlichen Eröffnung des neuen Stadtkrankenhauses im Juli 1931 Urheber: Klinikum Fürth
Lizenz: CC BY-SA 3.0Zeichnung des künftigen Stadtkrankenhauses auf der Schwand, Planungsstand Jan. 1928 Urheber: Stadt Fürth
Lizenz: CC BY-SA 3.0