Eschenau: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Eschenau''' ist ein Siedlungsgebiet im Stadtteil [[Dambach]] | |Bild=Ehem Wohnsiedlung Zur Eschenau 1988 6.jpg | ||
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Die '''Eschenau''' ist ein Siedlungsgebiet im Fürther [[Stadtteil]] [[Dambach]] zwischen [[Main-Donau-Kanal]] und [[Stadtwald]]. | |||
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==Entwicklung== | ==Entwicklung== | ||
Das Gebiet der heutigen Eschenau wurde | Das Gebiet der heutigen Eschenau wurde [[1936]] erstmals besiedelt. Das Stadtbauamt ließ eine Arbeitersiedlung als Ersatz für Kasernenwohnungen in der [[Südstadt]] errichten. Der Reichsarbeitsdienst rodete die Fläche und bis zur Übergabe im Juni 1937 wurden in Flachbauweise 16 Reihenhäuser mit vier bis sechs Einfamilieneinheiten erstellt. Jede Wohnung erhielt 250 qm Gartenland. In einem zweiten Bauabschnitt zwischen 1939 und 1941 entstanden weitere 11 Reihenhäuser und ein Geschäftshaus mit zwei Läden und zehn Wohnungen. Insgesamt verfügte die Siedlung jetzt über 136 Wohnungen. | ||
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Bis Anfang der 1980er Jahre blieb die Siedlung ohne größere bauliche Veränderungen erhalten, ehe man sich seitens der Stadt entschloss, die Eschenau grundlegend zu verändern. Die meist älteren, sozial schwachen Bewohner der Reihenhäuschen wurden in andere, innerstädtische Wohnungen umgesiedelt und die Siedlung wurde nahezu komplett abgerissen. Der freigewordene Grund wurde verkauft, und im Lauf der Zeit wurde die Eschenau mit neuen Einfamilienhäusern dicht bebaut. Letzte Reste der "alten" Eschenau sind mit den Reihenhäusern an der [[Fröbelstraße]] erhalten. | |||
==Einwohner== | ==Einwohner== | ||
Die "alte" Eschenau hatte bis zuletzt einen zweifelhaften Ruf in der Fürther Bevölkerung. Manch einer sprach sogar von Ghettozuständen, wenn er von der | Die "alte" Eschenau hatte bis zuletzt einen zweifelhaften Ruf in der Fürther Bevölkerung. Manch einer sprach sogar von Ghettozuständen, wenn er von der Eschenau redete. Dies dürfte jedoch, zumindest für die letzten Jahre der "alten" Eschenau, als Übertreibung gewertet werden. Die heutige Bevölkerung besteht überwiegend aus jungen Familien mit Kindern. | ||
==Literatur== | |||
* ''Eschenau-Siedlung''. In: [[Adolf Schwammberger]]: ''[[Fürth von A bis Z]]. Ein Geschichtslexikon''. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 113 | |||
* Christian Schümann: "[[Fürth-Dambach (Buch)|Fürth-Dambach]]", Fürth, [[1998]] | |||
* Helmut Weihsmann, Bauen unterm Hakenkreuz, Promedia-Verlag, Wien 1998 | |||
* Christian Schümann u. A.: "[[Dambach, Oberfürberg, Unterfürberg (Buch)|Dambach, Oberfürberg, Unterfürberg]]", Fürth, [[2001]] | |||
==Siehe auch== | |||
* [[TV Fürth 1860]] | |||
* [[Eschenaubunker]] | |||
* [[Zur Eschenau]] (Straße und ehem. Gaststätte) | |||
* [[Nachtwächter (Gaststätte)]] | |||
* [[Heilstättensiedlung]] | |||
* [[Dambach]] | |||
* [[Heimatvertriebene]] | |||
== Bilder == | |||
{{Bilder dieses Ortes}} | |||
Aktuelle Version vom 13. August 2025, 09:18 Uhr
- Stadtteil
- Eschenau
- Erschließung
- 1936
- Ehemals
- Nein
- Postleitzahl
- 90768
- Stadtbezirk
- Stadtbezirk West
- Gehört zu Stadtteil
- Dambach
- Statistischer Bezirk
- 08
- Statistischer Distrikt
- 081
- Fläche*)
- ca. 2,1 km2
- Bevölkerung*)
- ca. 2500
- Haushalte*)
- ca. 1200
- *)
- Stand 2021. Inkl. Heilstättensiedlung. Quelle: Stadt Nürnberg - Amt für Stadtforschung und Statistik: Statistisches Jahrbuch 2022
- Geo-Daten
- 49° 27' 36.12" N
10° 57' 35.67" E,
GeoJson-Karte
Die Eschenau ist ein Siedlungsgebiet im Fürther Stadtteil Dambach zwischen Main-Donau-Kanal und Stadtwald.
Entwicklung
Das Gebiet der heutigen Eschenau wurde 1936 erstmals besiedelt. Das Stadtbauamt ließ eine Arbeitersiedlung als Ersatz für Kasernenwohnungen in der Südstadt errichten. Der Reichsarbeitsdienst rodete die Fläche und bis zur Übergabe im Juni 1937 wurden in Flachbauweise 16 Reihenhäuser mit vier bis sechs Einfamilieneinheiten erstellt. Jede Wohnung erhielt 250 qm Gartenland. In einem zweiten Bauabschnitt zwischen 1939 und 1941 entstanden weitere 11 Reihenhäuser und ein Geschäftshaus mit zwei Läden und zehn Wohnungen. Insgesamt verfügte die Siedlung jetzt über 136 Wohnungen.
Aufgrund der Flüchtlingsströme infolge des Zweiten Weltkriegs wurden ab 1949 behelfsmäßige Notunterkünfte (Wohnbaracken) errichtet, welche später durch feste Häuser im Stil von kleinen zweigeschossigen Reihenhäuschen ersetzt wurden.
Bis Anfang der 1980er Jahre blieb die Siedlung ohne größere bauliche Veränderungen erhalten, ehe man sich seitens der Stadt entschloss, die Eschenau grundlegend zu verändern. Die meist älteren, sozial schwachen Bewohner der Reihenhäuschen wurden in andere, innerstädtische Wohnungen umgesiedelt und die Siedlung wurde nahezu komplett abgerissen. Der freigewordene Grund wurde verkauft, und im Lauf der Zeit wurde die Eschenau mit neuen Einfamilienhäusern dicht bebaut. Letzte Reste der "alten" Eschenau sind mit den Reihenhäusern an der Fröbelstraße erhalten.
Einwohner
Die "alte" Eschenau hatte bis zuletzt einen zweifelhaften Ruf in der Fürther Bevölkerung. Manch einer sprach sogar von Ghettozuständen, wenn er von der Eschenau redete. Dies dürfte jedoch, zumindest für die letzten Jahre der "alten" Eschenau, als Übertreibung gewertet werden. Die heutige Bevölkerung besteht überwiegend aus jungen Familien mit Kindern.
Literatur
- Eschenau-Siedlung. In: Adolf Schwammberger: Fürth von A bis Z. Ein Geschichtslexikon. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 113
- Christian Schümann: "Fürth-Dambach", Fürth, 1998
- Helmut Weihsmann, Bauen unterm Hakenkreuz, Promedia-Verlag, Wien 1998
- Christian Schümann u. A.: "Dambach, Oberfürberg, Unterfürberg", Fürth, 2001
Siehe auch
- TV Fürth 1860
- Eschenaubunker
- Zur Eschenau (Straße und ehem. Gaststätte)
- Nachtwächter (Gaststätte)
- Heilstättensiedlung
- Dambach
- Heimatvertriebene