Benutzerin:Roselie/Frauenwahlrecht: Unterschied zwischen den Versionen

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= Einführung [[Frauenwahlrecht in Deutschland]] [[November 1918]] =
Nach der Novemberrevolution und dem Ende des Deutschen Kaiserreichs hatte der Rat der Volksbeauftragten am [[12. November 1918]] in Berlin das als demokratisch geltende gleiche, geheime, direkte und allgemeine '''Wahlrecht für alle mindestens 20 Jahre alten Frauen und Männer''' ausgerufen.
Von 1850 bis 1918 galt das feudale Dreiklassenwahlrecht, das nur wohlhabenden mindestens einjährig steuerpflichtigen Männern mit Bürgerrechten die Teilhabe an Wahlen zugestand<ref>https://www.bpb.de/kurzknapp/lexika/politiklexikon/17367/dreiklassenwahlrecht</ref>
Für Frauen sah die Gemeindeordnung in dem rechtsrheinischen Bayern 1869 eine Teilnahme an Wahlen nur sehr selten vor. Das Bürgerrecht konnten nur ledige  verwitwete oder geschiedene Frauen, die ein besteuertes Wohnhaus besaßen, beantragen. Das nun erhaltene Stimmrecht musste jedoch stellvertretend von einem Mann ausgeführt werden.<ref>Buch Geschichte der Frauen in Mittelfranken Alltag, Personen Orte Gaby Franger und Nadja Bennewitz S. 289</ref>]]
Das Reichstagswahlgesetz trat am [[30. November 1918]] in Kraft. Das Verhältniswahlrecht wurde eingeführt.
Das Alter für das '''Aktive Wahlrecht - das Recht zu wählen''' - wurde für alle Frauen und Männer von 25 Jahren auf 20 Jahre am Wahltag herabgesetzt. '''Das Passive Wahlrecht - das Recht gewählt zu werden'''. Auf einer Wahlliste zu kandidieren.
Durch den Verlust der Bürgerlichen Ehrenrechte sowie dem Vorliegen von Entmündigung oder der Einschaltung eines Vormunds konnte das Wahlrecht den Wahlberechtigten mit einem Richterlichen Beschluss entzogen werden.


=Einführung Frauenwahlrecht in Deutschland am 12. November 1918=
'''Die Zahl der Wahlberechtigten zu früheren Wahlen hatte sich verdreifacht'''
Nach der Novemberrevolution und dem Ende des Deutschen Kaiserreichs hatte der Rat der Volksbeauftragten am 12. November 1918 in Berlin das als demokratisch geltende gleiche, geheime, direkte und allgemeine Wahlrecht für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen ausgerufen.
Das feudale Dreiklassenwahlrecht das von 1850 bis 1918 galt, und nur wohlhabenden Männern die Teilhabe an Wahlen zugestand war damit beendet.<ref>Bundeszentrale für politische Bildung "Politiklexikon Dreiklassenwahlrecht"</ref>
Bis 1908 war Frauen in Preußen und Bayern jede politischen Betätigung verboten.<ref>Bundeszentrale für politische Bildung "Die Parteien, das Wahlrecht und die Frauen.</ref>
Mit eine der größten demokratischen Errungenschaften bis heute.


''Die Selbstverständlichkeit dass Frauen das Aktive Wahlrecht - das Recht gewählt zu werden
Bereits 2 Monate nach Ausrufung des neuen Wahlrechts hatten die Wahlberechtigten bereits am [[12. Januar 1919]] bei der Landtagswahl Bayern, eine Woche später, am [[19.Januar 1919 ]], bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung und am [[15.Juni 1919]] bei den [[Kreis-Gemeindewahlen]] die Möglichkeit von Ihrem neuen Mitbestimmungsrecht Gebrauch zu machen. <br>
sowie das Passives Wahlrecht - das Recht zu wählen zugestanden wird, wurde von Frauenverbänden, sozialen Bewegungen, Parteien - besonders der SPD über viele Jahre schwer erkämpft.''


Nach nur 2 Monaten am 12. Januar 1919 findet die Bayerische Landtagswahl eine Woche später die Wahl zur deutschen Nationalversammlung statt.
Die Wahlberechtigten erhöhen sich durch die neue Gesetzesregelung vom 12. November enorm.
Um deren Anzahl zu ermitteln gehen Mitarbeiter des Stadtmagistrats von Haus zu Haus um Wahllisten zu erstellen.
Diese entscheiden über die neue Anzahl der Wahllokale, das Bauamt wird beauftragt für die Bereitstellung der Wahlurnen in genügender Anzahl zu sorgen. Die Wahlberechtigungen werden verschickt?
Ohne Erfahrung über das Wahlverhalten der weiblichen Wähler ist es schwierig die Menge der benötigten Wahlzettel mit Kuvert einzuschätzen. Für die Kreis- Gemeindewahl im Juni entscheidet man sich für die Unterscheidung der Wahlvorgänge zu zwei verschiedenen Farben der Kuverts in die die Wahlzettel eingelegt werden.
Jedes Wahllokal benötigt einen Wahlvorsteher und entsprechende Stellvertreter.
Für das Auszählen der Wahlzettel müssen enorme Überstunden geleistet werden. Es ergibt sich eine enorme Kostensteigerung  für die der Magistrat alleine aufzukommen hat.


Für die Soldaten im Krieg gelten eigene Wahlregeln.
'''Die [[Wikipedia:Frauenbewegung in Deutschland|Frauenbewegung in Deutschland]], organisiert in [[Wikipedia:Frauenverein|Frauenvereinen]], forderte seit dem [[19. Jahrhundert]] gleiche Rechte für Frauen auf Bildung, Erziehung und die Möglichkeit der aktiven politischen Teilhabe.'''<br>


== Landtagswahl am 12. Januar 1919 ==
[[Datei:Frauentag 1914 Heraus mit dem Frauenwahlrecht hellbau.jpg|thumb|right|Heraus mit dem Frauenwahlrecht]]
Der Provisorische Nationalrat des Freien Volksstaats Bayern tagte vom 8. November 1918 bis 4. Januar 1919. Er war Vorläufer der bayerischen Landtage nach Absetzung der Wittelsbacher Monarchie im Zuge der Novemberrevolution 1918.<ref>Profisorischer Nationalrat Bayern</ref>
Bei den Wahlen zum ersten Landtag des demokratischen Staates am 12. Januar (in der Pfalz am 2. Februar) 1919 waren nach der "Wahlordnung für den neuen bayerischen Landtag" vom 7. Dezember 1918 (Gesetz- und Verordnungsblatt für den Volksstaat Bayern 1918, 1257-1270) erstmals alle bayerischen Staatsangehörigen – also auch die Frauen - wahlberechtigt, die mindestens 20 Jahre alt waren. Dieses provisorische Wahlrecht erklärte ganz Bayern zu einem Wahlkreis, in dem erstmals nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechts gewählt wurde. Um die 180 Abgeordnetenmandate konnte sich bewerben, wer mittels eines Wahlvorschlages nominiert wurde, der von mindestens 50 Wahlberechtigten eines Stimmkreises (Bayern war in 133 Stimmkreise eingeteilt) unterzeichnet sein musste; diese Wahlvorschläge konnten miteinander verbunden werden.


Die Bayerische Verfassung vom 14. August 1919 bestätigte die Grundsätze dieses Wahlrechts. Sie schrieb vor, dass der Landtag durch allgemeine, gleiche, geheime und unmittelbare Wahl nach dem Verhältniswahlrecht zu bilden war. Aktiv wahlberechtigt waren alle Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die älter als 20 Jahre waren; die passive Wahlberechtigung setzte aber nun ein Mindestalter von 25 Jahren und einen mindestens einjährigen Aufenthalt in Bayern voraus.
Bis 1908 war Frauen in Preußen und Bayern jede politische Betätigung verboten.
Die Regierungsbezirke Ober- Mittel- und Unterfranken bilden den  
Das Inkrafttreten des Reichsvereinsgesetzes am 15. Mai 1908 hob die bis dahin bestehenden landesgesetzlichen Beschränkungen für die Teilnahme der Frauen am politischen Leben auf. Die Mitgliedschaft in einer politischen Partei war nun auch Frauen erlaubt. Sie erreichten in den parteiinternen Aufstellungsverfahren jedoch oft nur hintere Listenplätze.
Stimmkreis.


=== Wahlergebnisse ===
''Die Selbstverständlichkeit, dass Frauen das [[Aktive Wahlrecht]] - das Recht zu wählen sowie das [[Passive Wahlrecht]] - das Recht gewählt zu werden zugestanden wird, wurde von [[Frauenvereinen]] und ihren Verbänden, sozialen Bewegungen, Parteien - besonders der SPD - über viele Jahre schwer erkämpft.''<ref>https://www.bpb.de/themen/zeit-kulturgeschichte/frauenwahlrecht/278701/der-kampf-der-frauenbewegung-um-das-frauenwahlrecht/</ref>  
'''Bayerische Volkspartei''' 34,99%
62 Sitz für Männer
4 Sitze für Frauen diese sind:
1 * '''Amman, Ellen, geborene Sundström''' geb. am 01.07.1870 in Stockholm. gest. am 23.11.1932 in München. Sie ist in Stockholm aufgewachsen. Heiratet 1890 den deutschen Arzt Ottmar Ammann, mit dem Sie nach München übersiedelt. Beruf: Leiterin der der Sozialen Frauenschule des Katholischen Frauenbundes. Wohnort: München Konfession: katholisch
* '''Mitgliedschaft im Landtag für 5 Wahlperioden von 1919 bis 23.11.1932''' Nach einer Rede im Landtag an des Folgen eines Hirnschlags gestorben. Nachfolger: Schmid, Karl
1895 ist sie die Mitbegründerin des '''"Marianischen Mädchenschutzvereins''', aus dem '''1897''' die '''katholische Bahnhofsmission''' '''in München''' hervorgeht. 1904 Gründerin der Zweigstelle des Katholischen Frauenbundes in München.1909 Initiative zum Aufbau der Sozialen und Caritativen Frauenschule (später Katholische Stiftungshochschule deren Leiterin sie bis 1925 ist. 1911 Mitbegründerin des bayerischen Landesverbands des Katholischen Frauenbundes. 1914 - 1918 während des Ersten Weltkriegs gemeinsam mit Luise Kiesselbach für die soziale Kriegshilfe in München zuständig.
'''1923 Mitinitiatorin zur Niederschlagung des Hitler Putsches'''<br>


2 *'''Eberle, Aloisia''' geb. am 22.04.1889 in Scharfenstein/Sachsen. gest. unbekannt. Beruf: Weberin Sekretärin des Verbandes süddeutscher katholischer Arbeiterinnen-Vereine in München. Wohnort: München Konfession: katholisch bis 1924
* '''Mitgliedschaft im Landtag für 2 Wahlperioden von 1919 bis 1924'''
Sie ist Weberin, Schriftführerin des katholischen Arbeiterinnenvereins in Kottern bei Kempten, Sekretärin des Verbands süddeutscher katholischer Arbeiterinnen-Vereinein München. 1918/19 Provisorischer Nationalrat (Ortskartell der christlichen Gewerkschaften Münchens und Bezirksverband der katholischen Arbeiter- und Arbeiterinnenvereine Münchens).<br>


3 *'''Gebsattel, Maria Freifrau von ''' geb. am 05.12.1885 in Bamberg, gest. am 03.11.1958 in Altötting. Beruf: Lehrerin, Wohnort: Augsburg, Konfession: katholisch
== Vorbereitungsarbeiten für den Wahltag ==
* '''Mitgliedschaft im Landtag 03.07.1919 (als Nachfolgerin des ausgetretenen Abgeordneten Pechmann, Wilhelm Freiherr von) für 2 Wahlperioden bis 1924'''
Mitarbeiter des Fürther Magistrats gingen von Haus zu Haus um die Namen und Adressen der nun neuen Wahlberechtigten zu ermitteln.
Höhere Mädchenschule in Augsburg, München, Bamberg und Berlin. 1903 Examen als Französischlehrerin in Erlangen. Ab 1906 Besuch der Kollmorgen`schen Lehranstalt in Berlin. 1910 Lehramtsprüfung mit Befähigung zur Lehrerin an mittleren und höheren Mädchenschulen in Berlin. 1912 - 1914 Lehrerin an der Vorschule "Institut der Englischen Fräulein" in Augsburg. Mitglied des Elisabethenvereins. Leiterin des Caritasbüros in Nürnberg. 1917 Umzug nach Würzburg. Ernennung zur Diözesanpräsidentin der katholischen weiblichen Jugendvereine der Diözese Würzburg. Mitglied des Bayerischen Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Leiterin Caritas Büro in Nürnberg.
Es wurden 65 Wahllokale eingerichtet. Das Bauamt wurde mit der Bereitstellung der Wahlurnen in genügender Anzahl beauftragt.  
* '''1921 Fachberaterin für das weibliche Schulwesen im Bayerischen Staatministerium für Unterricht und Kultus.''' Regierungsrätin, 1933 Oberregierungsrätin.<br>
Ohne Erfahrung über das Wahlverhalten der weiblichen und zu Teilen neuen männlichen Wählerschaft war es schwierig die Menge der benötigten Wahlzettel und Kuverts einzuschätzen. Für die [[Kreis- Gemeindewahl]] im Juni entschied man sich für 2 verschiedenfarbige Kuverts, um bei der Auszählung zwischen Gemeinde- und Kreis Wahl unterscheiden zu können.
'''Mai 1933 aufgrund des "Gesetzes zur Wiederherstellung des Beamtentums" in den Ruhestand versetzt.'''<br>
Jedes der 65 Wahllokale benötigte einen Wahlvorsteher, Schriftführer und dessen Stellvertreter.  
'''Es bestand ein großes politisches Interesse an der Auswertung, wie sich die neue Wählerschaft nach Alter und Geschlecht zusammensetzte. Deshalb wurden neue Anlagen als Hilfslisten erstellt und an die Wahllokale verteilt.'''
Die Wahlvorsteher wurden darüber informiert, dass die Anlagen A bis D verpflichtend auszufüllen sind.<br>
[[Datei:C7 I GR 98 3.jpg|thumb|left|Wählerliste nach Geschlecht und Alter. Hilfsliste A]]
[[Datei:Stadtarchiv Fürth, AR 27 8, (2).jpg|thumb|right|Meldung der Wahlbeteiligung nach Geschlecht und Alter. Hilfsliste D]]
Auch Militärangehörige konnten nach gesonderten Vorgaben das Aktive und Passive Wahlrecht ausüben.


4 *'''Schmitt, Therese'''geb. am 31.01.1877 in Ludwigshafen a.Rhein, gest. 17.08.1949 in Ludwigshafen a.Rhein. Beruf: Zweigverbandsvorsitzende, Wohnort: Ludwigshafen a.Rhein, Konfession: katholisch.
''Für das zeitnahe Auszählen der Wahlzettel mussten Tag und Nacht enorme Überstunden geleistet werden. Es mussten weitere Hilfskräfte eingestellt werden. Die Kosten für die Wahlen waren deutlich höher als bei früheren Wahlen''.
* '''Mitgliedschaft im Landtag 1 Wahlperiode von 1919 bis 1920'''<br>
''Für die Übermittlung der Wahlergebnisse nach Ansbach und das Reichsamt für Statistik standen Reiterboten zur Verfügung''.
''Das Telegraphenamt wurde um Freihaltung für Übermittlungskapazitäten gebeten''.
''Für die enorme Kostensteigerung hatte alleine der Fürther Magistrat aufzukommen''.<ref>Stadtarchiv Fürth AR 27/8</ref>


'''Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)''' 33,00%
= [[Landtagswahl am 12. Januar 1919]] =
61 Sitz für Männer
2 Sitze für Frauen diese sind:
1 * '''Maurer, Emilie''' geb. am 09.09.1863 in Geroldsgrün, Bezirsamt Naila,
gest. am 17.12.1924 in München. Beruf: Hausfrau, Wohnort: München, Konfession: keine Angabe
* '''Mitgliedschaft im Landtag für 1 Wahlperiode von 1919 bis 1920'''<br>
* '''Provisorischen Nationalrat 1918/1919 (Katholische Arbeiter- und Arbeiterinnenverein)'''
Sie ist unter ärmlichsten Bedingungen als Gänse- und Ziegenhüterin im Fichtelgebirge aufgewachsen. Kindermädchen in München, Lehre als Damenschneiderin und Fortbildungsschule in München, bis 1911 als Damenschneiderin tätig. Bereits zu Zeiten des Sozialistengesetzes (vor 1890) agitatorisch tätig. Mitbegründerin des Arbeiterinnenbildungsvereins und des Hausangestellten-Verbands in München. Vorsitzende des sozialdemokratischen Frauenvereins in München.


2 * Deffner, Aurelie geb. Wagner, geb. am 09.12.1881 in Handzell, gest. am 29.06.1959 in Augsburg Beruf: Textilarbeiterin, Wohnort: Kempten, Konfession: katholisch, später konfessionslos.
Am 07. Dezember 1918 wurde für die Wahl zum Bayerischen Landtag eine neue Wahlordnung erlassen.
* '''Mitgliedschaft im Landtag für 1 Wahlperiode von 1919 bis 06.06.1920'''<br>
In dieser wurde festgelegt, dass das ganze rechtsrheinische Bayern zu einem Wahlkreis mit 133 Stimmkreisen zusammengefasst wird.
Abschluss der Volksschule, seit 1897 Tätigkeit in der Mechanischen Baumwollspinnerei in Augsburg, 1901 Beitritt zu neu gegründeten "Bildungsverein für Frauen und Mädchen", starkes Engagement im Bereich der Mädchen- und Frauenbildung, Übernahme verschiedener politischer Ämter, Organisation von Versammlungen und Leseabenden, 1910 Umzug der Familie nach Kempten, seit 1910 als Textilarbeiterin in Kempten Allgäu tätig, Ende 1919 Rückkehr der Familie nach
Es wurde erstmals nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechtes gewählt. Wer sich um eines der 180 Abgeordnetenmandate bemühen wollte
Augsburg.<br>
musste wahlberechtigt sein, am Wahltag 25 Jahre sein und mindestens ein halbes Jahr seinen Wohnsitz in Bayern haben.
Die Person musste mittels eines Wahlvorschlages nominiert werden. Dieser musste von mindestens 50 Wahlberechtigten seines Stimmkreises unterzeichnet sein.<ref>https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Wahlrecht_(Weimarer_Republik)#Das_Wahlrecht_von_1918/19</ref><br>


Bei vorhergegangenen Wahlen wurde die Stimmenauszählungen in den jeweiligen 133 Bayernweiten Wahlkreisen durch die Wahlkommissare vorgenommen. Bei der diesmaligen Wahl hingegen galten - durch die Zusammenlegung zu einem Wahlkreis Bayern rechts des Rheins - andere Regeln.
'''Die Fürther Wahlergebnisse aus den einzelnen Abstimmungsbezirken mussten sofort nach der Auszählung durch den Wahlvorsteher auf dem schnellsten Weg in die Polizeihauptwache (im Rathaus Neubau) gebracht werden.'''<ref>Stadtarchiv Fürth AR 26/9</ref>
Von dort wurden die ausgezählten Stimmkreiszettel mit Reiterboten an das  Statistische Landesamt übermittelt.
Die ungünstigen Wetterverhältnisse des Winters erschwerten den schnellen Transport.
Nachdem alle Unterlagen der 7.166 Stimmbezirken in München eingetroffen waren, wurde mit einem bis dahin nicht gekannten Arbeitsaufwand das Wahlergebnis der Bayerischen Landtagswahl ermittelt.<ref>Bayerisches Landesamt für Statistik Bibliothek, Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts Einundfünfzigster Jahrgang 1919 52. Band Seite 247</ref>


'''Deutsche Demokratische Partei (DDP)''' 14%
== Wahlergebnisse in Fürth ==
25 Sitze für Männer  
Wahlberechtigte Männer 24.417        Frauen 22.844<br>                           
2 Sitze für Frauen diese sind:
Gewählt haben  Männer 17.916 73,4 % Frauen 20.445 89,35 %<br>
1* Günther, Käthe, geb. am 11.01.1873 in Gnötzheim/Ufr., gest. am 09.10.1933 in Rothenburg o.d.Tauber. Beruf: Bezirksoberlehrerin, Wohnort Nürnberg, Konfession: evangelisch
[[Datei:Wahlergebnis im Abstimmungsbezirk 54 in Fürth.jpeg|thumb|right|Wahlergebnis Abstimmungsbezirk 54]]
* '''Mitgliedschaft im Landtag für 2 Wahlperiode von 1919 bis 19.09.2024'''
{| class="wikitable"
Sie war im Ausschuss zur Beratung des Gesetzentwurfes über die Änderung des Volksschullehrergesetzes und des Schulbedarfsgesetzes tätig.
| Partei                                                                  || in Prozent
Ab 15.07.1920 war Sie als 3. Schriftführerin im Präsidium des Landtags.
|-
| Bayerische Volkspartei                                                  ||  4,6 %
|-
| Sozialdemokratischen Partei                                            ||  57,4 %
|-
| Deutschen Volkspartei                                                  ||  24,2 %
|-
| Demokratisch Sozialistische Bürgerpartei                                ||  0,01 %
|-
| Bayerischer Bauernverbund                                              ||  0,01 %
|-
| Nationale Partei u. Bayer. Mittelpartei                                ||  5,9 %
|-
| Unabhängige sozialdemokratische Partei                                  ||  6,5 % 
|-
| Mittelstandspartei                                                      ||  - 
|-
| Bund der Berufs-Unteroffiziere Bayerns                                  ||  1,8 % 
|}<br>


2* Kempf, Rosa, geb. am 08.02.1874 in in Birnbach/Ndb., gest. am 02.1948 mehr ist nicht bekannt. Beruf: Volksschullehrerin, Wohnort München, Konfession, Keine Angabe
== Wahlvorschläge und Anzahl der gewählten Abgeordneten für den Wahlkreis Bayern r.d.Rh. ==
Hauptverband der bayerischen Frauenvereine in dem Provisorischer Nationalrat von 1918 - 1919
'''Bayerische Volkspartei'''<br>
* '''Mitgliedschaft im Landtag für 1 Wahlperiode von 1919 - 1920'''<br>
Der Wahlvorschlag bestand aus 108 Männern und 4 Frauen<br>
* '''Mitglied des Provisorischen Nationalrat 1990-1920 (Hauptverband der bayerischen Frauenvereine)'''
Gewählte Abgeordnete 6 Männer und 0 Frauen
Ausbildung zur Volksschullehrerin, anschließend in verschiedenen Dörfern ab 1900 in München tätig. 1904 Abitur, ab 1905 Studium der Philosophie und der Staatswissenschaften an der Universität München.
1911 Promotion bei Lujo von Brentano (Dissertation: "Das Leben der jungen Fabrikmädchen in München. Die soziale und wirtschaftliche Lage ihrer Familie, ihr Berufsleben und ihre persönlichen Verhältnisse. Nach statistischen Erhebungen dargestellt an der Lage von 270 Fabrikarbeiterinnen im Alter von 14-18 Jahren"
1913Leiterin des Frauenseminars für Soziale Berufsarbeit in FRaunkfurt am Main. Hebst 1918 Rückkehr nach München,
'''Vorstandsmitglied des Deutschen Reichsverbands für Frauenstimmrecht.'''
Mitglied des Ständigen Ausschusses für Arbeiterinneninteressen, Zentrale der deutschen Landfrauen.


''' (BBB)''' 9,1%
'''Sozialdemokratischen Partei Bayerns'''<br>
16 Sitze für Männer  
Der Wahlvorschlag bestand aus 93  Männern und 3 Frauen<br>
0 Sitze für Frauen
''Aus Fürth kandidierte [[Fritz Endres]] Arbeitersekretär und Gemeindebevollmächtigter auf dem Listenplatz 22''<br>
Gewählte Abgeordnete 6 Männer und 0 Frauen<br>
''Kein Sitz für Fürth''


'''(DNVP+DVP)''' 5,8%
'''Wahlvorschlag der Deutschen Volkspartei'''<br>
9 Sitze für Männer 0 Sitze für Frauen
Der Wahlvorschlag bestand aus 57  Männern und 4 Frauen<br>
''Aus Fürth kandidierte [[Friedrich Eisenbeis]] Hauptlehrer und Gemeindebevollmächtigter auf dem Listenplatz 11''<br>
Gewählte Abgeordnete 2 Männer 0 Frauen<br>
''Kein Sitz für Fürth''


''' (USDP)''' 2,5%
'''Wahlvorschlag des Bayerischen Bauernbundes'''<br>
3 Sitze für Männer 0 Sitze für Frauen
Der Wahlvorschlag bestand aus 58  Männer und 0 Frauen<br>
Gewählte Abgeordnete 1 Mann und 0 Frauen


== Wahl der verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 ==
'''Wahlvorschlag der Nationalliberalen Partei in Bayern und der Bayerischen Mittelpartei'''<br>
Die Wahl zur Deutschen Nationalversammlung war die erste reichsweite Wahl nach der Novemberrevolution von 1918 und hatte die Bildung der verfassunggebenden Weimarer Nationalversammlung zum Ziel. Auch sollte der Rat der Volksbeauftragten durch eine demokratisch legitimierte Regierung abgelöst werden. Sie war die erste reichsweite Wahl nach dem Verhältniswahlrecht und die erste, in der auch Frauen das Wahlrecht hatten
Der Wahlvorschlag bestand aus 22  Männer und 1 Frau<br>
Die Regierungsbezirke Ober- Mittel- und Unterfranken bilden den 26. Wahlkreis
Gewählte Abgeordnete 0 Männer und 0 Frauen


Es wird nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Auch Soldaten können an der Wahl teilnehmen.
'''Wahlvorschlag der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei'''<br>
Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt wie viele Frauen wählen gehen und sich als Kandidatin zur Wahl stellen werden. Das politische Interesse am Ausgang dieser Wahl ist sehr groß (Stadtarchiv Fürth) Es werden Hilfsmittel Formulare erstellt mit denen die Wahlbeteiligung der Frauen und Jungen Männer festgehalten werden sollen.
Der Wahlvorschlag bestand aus 50 Männern und 4 Frauen<br>
Der Reichsjustiz ist es wichtig darauf zu achten, dass keine entmündigten Frauen zur Wahl zugelassen sind. Stadtarchiv Fürth)
''Aus Fürth kandidierte [[Julius Halles]] Uhrmacher auf dem Listenplatz 9''<br>
''Aus Fürth [[Michael Dirscherl]] Bezirksleiter auf dem Listenplatz 12''<br>
Gewählte Abgeordnete 0 Männer 0 Frauen<br>
''Kein Sitz für Fürth''


Es wird eine rasche Übermittlung an das Reichsamt für Statistik erwartet.
'''Wahlvorschlag der Mittelstandspartei'''<br>
Die Wahlvorsteher erhalten eine Anleitung zur Berichterstattung über das Ergebnis der Wahlen zur deutschen Nationalversammlung. Wahlhelfer sind Tag und Nacht mit auszählen beschäftigt. Es müssen weitere Hilfskräfte eingestellt und Überstunden gemacht und bezahlt werden. Die Kosten für die Wahl sind deutlich höher als bei früheren Wahlen.
Der Wahlvorschlag bestand aus 10  Männer und 0 Frauen<br>
Gewählte Abgeordnete 0 Männer und 0 Frauen


''Eine Auswertung des Wahlgeschehens mit weiblicher Beteiligung und jüngerem Wahlalter ergeben sich aus der Auswertung''
'''Wahlvorschlag des Bundes der Berufs-Unteroffiziere Bayerns'''<br>
''der Anlagen A bis D die verpflichtend auszufüllen sind.''[[Datei:C7 I GR 98 3 Stadtarchiv Nürnberg Anlage A.jpg|thumb|left]] [[Datei:C7 I GR 98 5 Stadtarchiv Nürnberg Anlage B.jpg|thumb|right]]
Der Wahlvorschlag bestand aus 4  Männern<br>
[[Datei:Stadtarchiv Fürth AR 27 8, (2) Meldung über die Wahlbeteiligung nach Geschlecht und Alter.jpg]]
Gewählte Abgeordnete 0 Männer


Wahlliste für die Wahl zur Deutschen Nationalversammlung
'''Wahlvorschlag der Demokratisch-sozialistischen Bürgerpartei'''<br>
Bild Stadtarchiv AR 27/8
Der Wahlvorschlag bestand aus 5  Männern und 0 Frauen


=== Wahlergebnisse ===
'''Gesamtergebnis der Landtagwahlen'''<ref>https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Landtagswahlen_(Weimarer_Republik)</ref>
Wahlbeteiligung
 
Wahlkreis Mittelfranken '''davon Fürth'''
== Die erste Abgeordnete aus Franken ==
*Wahlberechtigte Personen 16.617
[[Wikipedia:Käthe Günther|Käthe Günther]] geboren am 11.Januar 1873 in Gnötzheim/Unterfranken, gestorben am 09.Oktober 1933 in Rothenburg ob der Tauber. Wohnhaft in Nürnberg kandidierte als Bezirksoberlehrerin auf Platz 14 der Wahlvorschlagsliste der Deutschen Volkspartei.
*Personen die gewählt haben 14.733
Sie war eine der ersten Landtagsabgeordneten im Bayerischen Landtag. <ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mitglieder_des_Bayerischen_Landtags_(Weimarer_Republik,_1._Wahlperiode)</ref>
*Gesamtzahl der abgegebenen gültigen Stimmen 14.705
 
{|
 
| Wahlvorschlag  || Braun  || Soz. Mehrh. Partei  || 7.152 Stim.
= Wahl der verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 =
[[Datei:Stadtarchiv Fürth, AR 27 11, (1).jpg|thumb|left|Reichs Gesetzblatt Nr. 167 zur Wahl der Deutschen Nationalversammlung 1919]]<br>
Die Wahl zur Deutschen Nationalversammlung fand am [[19. Januar 1919]] statt. Sie war die erste reichsweite Wahl nach der Novemberrevolution von 1918 und hatte die Bildung der verfassunggebenden Weimarer Nationalversammlung zum Ziel. Auch sollte der provisorische Nationalrat, der Rat der Volksbeauftragten - dem auch die späteren Landtagsabgeordneten [[Wikipedia:Emilie Mauerer|Emilie Maurer]] (SPD), [[Wikipedia:Aloisia Eberle|Aloisia]], (BVB) und Dr. [[Wikipedia:Rosa Kempf|Rosa Kempf]] (DDP) angehörten - durch eine demokratisch legitimierte Regierung abgelöst werden. Sie war die erste reichsweite Wahl nach dem Verhältniswahlrecht.
'''Die Regierungsbezirke - Wahlkreise - Oberfranken, Unterfranken und Mittelfranken bildeten den 26.Reichswahlkreis.'''  
Es waren 15 Abgeordnete zu wählen.<br>
<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Wahl_zur_Deutschen_Nationalversammlung</ref>
 
 
'''Die Wahlberechtigten und die Wahlbeteiligung in dem 26. Reichswahlkreis nach Geschlecht Alter'''.<ref>Bayerisches Landesamt für Statistik Bibliothek, Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts Jg. 51 Jahr 1919 Heft 1,2 Seite 247-252</ref><br>
{| class="wikitable"
| Alter        ||Männlich 20 J.||Weiblich 20 J.||Männlich 21-25 J.||Weiblich 21-25 J.||Männlich 25 J.u.m.||Weiblich 25 J.u.m.
|-
|-
| Wahlvorschlag || Simon    || Unab. Soz. Partei  ||  265 Stim.
| Wahlberecht. || 17.776      || 20.914      || 78.626          || 102.691        ||532.435          || 615.023    
|-
|-
| Wahlvorschlag || Weiß    || Deutsche Volkspartei|| 3.780 Stim.
| Wahlbeteil.  || 10.673      || 18.150      || 55.704          || 87.043          || 464.115          || 508.181 
|-
|-
| Wahlvorschlag || Tremmel  || Bayerische Volksp.  || 147  Stim.
| Prozent      || 60,0        || 86,3        || 70,8            || 84,8            || 87,2            || 82,6
|-
| Wahlvorschlag || Weilböck || Bayerische Mittel P.|| 3361  Stim.
|}
|}


Wahlbeteiligung
Wer für ein Abgeordnetenmandat in der Deutschen Nationalversammlung kandidieren wollte musste seid mindestens 1 Jahr Deutscher sein, wahlberechtigt, und am Wahltag 20 Jahre alt sein. Die Person musste mittels eines Wahlvorschlages nominiert werden. Der Wahlvorschlag musste von mindestens 100 wahlberechtigten Personen im eigenen Wahlkreis unterschrieben sein.<ref>Stadtarchiv Fürth AR 27/8</ref><br>
Wahlkreis '''Mittelfranken'''
 
Wahlbeteiligung 85%
== Wahlergebnisse in Fürth ==
*Wahlberechtigte Personen 572.649
{| class="wikitable"
*Personen die gewählt haben 486.771
| Partei                                                            || Prozent
*Gesamtzahl der abgegebenen gültigen Stimmen 485.228
{|
| USDP    || 18.454  || Stimmen  ||  3,8%  || 0 Sitze
|-
|-
| SPD      || 209.189 || Stimmen  ||  43,1  ||  3 Sitze 1Frau
| A. ''Dr. Adolf Braun'' Sozialdemokratische Partei                  || 58,4 %                             
|-
|-
| DDP/DStP || 125.505 || Stimmen   ||  25,9  ||  1 Sitz
| B. ''Josef Simon'' Unabängige Sozialdemokratische Partei          ||  7,4 %                           
|-
|-
| BVB      || 60.273 || Stimmen  ||  12,4% ||  1 Sitz
| C. ''Konrad Weiß'' Deutsche Volkspartei                            ||  25,5 %                          
|-
|-
| DNVP    || 71.807  || Stimmen   ||  14,8% ||  1 Sitz
| D. ''Peter Tremmel'' Bayerische Volkspartei                        ||  5,8 %                          
|}
|-
===Die erste weibliche Abgeordnete aus Franken===
| E. ''Luitpold Weilnböck''Bayr. Mittelp. u. National. Partei       ||  3,4 %                                
Im November 1919 wurde Grünberg als eine der ersten weiblichen Abgeordneten im Nachrückverfahren Mitglied der Weimarer Nationalversammlung aus dem Wahlkreis Franken.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mitglieder_der_Nationalversammlung_von_1919</ref>
|}<br>
Helene Grünberg wurde am am 28. Juni 1874 in Berlin als Tochter eines Berliner Restaurateurs geborenen. Nach dem Besuch der Volkschule absolvierte Sie eine handwerkliche Ausbildung zur Schneiderin. In den 1890 Jahren trat Sie in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ein. 1896 wurde Sie Mitglied der Gewerkschaftsbewegung in der sie sich stark dem Thema Dienstmädchen, Wasch -und Putzfrauen annahm.
<ref>Bayerisches Landesamt für Statistik Bibliothek, Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts Jg. 51 Jahr 1919 Heft 4 Seite 888</ref>
In der SPD engagierte Grünberg sich vor allem in der sozialdemokratischen Frauenbewegung. In dieser zählte sie zu den ersten Frauen, die in Deutschen Reich öffentlich als politische Rednerinnen auftraten.
Am 01. Juli 1905 oder 1908 übernahm Grünberg auf Veranlassung des Nürnberger Gewerkschaftskartells die erste Anstellung als weibliche besoldete Arbeitersekretärin. In dieser Funktion gelang es ihr binnen eines Jahres die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Frauen um 60% zu steigern. Auf Ihre Veranlassung gründete sich in Nürnberg der erste freigewerkschaftliche Dienstbotenverein.
Grünberg starb in Nürnberg am 07.Juli 1928 durch Freitod.
 
 
=== Frauenpolitische Themen im Reichstag ===
Während der ersten Legislaturperiode der Weimarer Republik, nach den Reichstagswahlen von 1919, waren 37 von 421 Sitzen von Frauen besetzt.[
Viele weibliche Abgeordnete setzten sich für jene Themen ein, die sie bereits zuvor über ihre Frauenverbände oder Parteien hatten durchsetzen wollen. Verfassungsartikel, bei denen Parlamentarierinnen besonders mitwirkten, waren z. B. die grundsätzliche Gleichberechtigung von Mann und Frau (Art. 109 Abs. 2 WRV) und die Aufhebung der Entlassung von Beamtinnen bei Heirat (Art. 128 WRV).
 
Einfachgesetzliche Initiativen im Reichstag betrafen beispielsweise die Zulassung von Frauen zu juristischen Berufen,[13][14] ein Heimarbeitergesetz,[15] die Erweiterung des Mutterschutzes,[16][17] das Wahlrecht von Frauen zu den Kaufmanns- und Gewerbegerichten,[18] das Hausangestelltenrecht, Fragen des Ehe- und Familienrechts, den Umgang mit Prostitution, den Abtreibungsparagraphen, die Regelung der Jugendwohlfahrt, das Jugendgerichtsgesetz, die Mädchenbildung oder die Erwerbsarbeit von Frauen.[19]
 
 
== Kreistags - Gemeindewahl 15. Juni 1919 ==
Der erste Termin 25. Mai 1919 wurde auf den 15. Juni 1919 verschoben.
Bekanntmachung: Fürther Zeitung vom 17.Mai 1919
Die Gemeindewahl in der Stadtgemeinde Fürth findet zugleich mit der Wahl der Vertreter für den Kreistag (Landrat) für Mittelfranken am Sonntag den 15. Juni 1919 statt. Bei der Gemeindewahl sind 40 Stadträte nach der Grundsätzen des Verhältniswahlrechtes zu wähle.
 
Personen die infolge Verlegung des Wahltermins in der Zeit vom 25.Mai 1919 bis 15 Juni 1919 noch wahlstimmberechtigt werden, müssen innerhalb der vorbezeichneten Einspruchsfrist Antrag auf nachträgliche Aufnahme in die Wählerliste stellen.
Das selbe gilt für Militärpersonen die vor dem Eintritt in den Heeresdienst noch nicht in der Wählerliste aufgenommen sind.<br>
<br>
'''Wahlberechtigt sind alle Personen männlichen und weiblichen Geschlechts, die am Wahltage (15 Juni 1919)'''
    a) Das 20. Lebensjahr  vollendet haben,
    b) Die bayerische Staatsangehörigkeit besitzen
    c) Mindestens1/2 Jahr in Fürth bzw. Mittelfranken wohnen
    d) Militärpersonen die sich am Wahltag beurlaubt in der Gemeinde aufhalten.
    e) Für Militärpersonen können in den Kasernen wählen wenn sie in die Wählerliste in der Heimatgemeinde aufgenommen sind.
Es werden 63 Abstimmungsbezirke in der Gemeinde Fürth eingerichtet. Männer und Frauen wählen nicht in getrennten Räumlichkeiten.
Das Wahlrecht kann von 9 Uhr früh bis 6 Uhr abends in 62 der auf dem Stimmzettel angeführten Wahllokalen ausgeführt werden.


Für Transportfähige- Kranke- und Verwundete finden am Wahltag den 15. Juni 1919 im städtischen Krankenhaus vorm. 10 - nachm. 1 Uhr, im Lazarett Schwabacher Schule nachm. 1 - 2 Uhr, im israelitischen Hospital nachm. 1/2 3 - 4 Uhr, im Versorgungshaus nachm. 4 - 6 Uhr und im Nathanstift vorm. 9 - 10 Uhr die Wahlen in einem  von der Anstaltsleitung bestimmten abgesonderten Raum statt.
== Wahlvorschläge und Anzahl der gewählten Abgeordneten in dem 26. Reichswahlkreis ==
'''A. Wahlvorschlag ''Dr. Braun'' Sozialdemokratische Partei'''<br><ref>Bayerisches Landesamt für Statistik Bibliothek, Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts Jg. 51 Jahr 1919 Heft 4 Seite 886-887</ref>
Der Wahlvorschlag bestand aus 14 Männern und 1 Frau<br>
''Aus Fürth kandidierte [[Johann Vogel]]Parteisekretär auf dem Listenplatz 2''<br>
Gewählte Abgeordnete 5 Männer 0 Frauen<br>
'''''Davon aus Fürth [[Johann Vogel]] Parteisekretär'''''<br>


Für jeden Stimmbezirk wird 1 Wahlboote benötigt. Weshalb Schutzleute am Wahltag nicht entbehrt werden können.  
'''B. Wahlvorschlag ''Simon'' Unabhängige Sozialdemokratische Partei'''<br>
           
Der Wahlvorschlag bestand aus 14 Männer und 1 Frau<br>
{| class="wikitable"
''Aus Fürth kandidierte [[Peter Koch]] Gewerkschaftsbeamter auf dem Listenplatz 3''<br>
|-
Gewählte Abgeordnete 1 Mann und 0 Frauen<br>
! Wahlberechtigte !! Frauen !! Männer
|-
|                || 21.274 || 17.365
|}


'''C. Wahlvorschlag ''Weiß'' Deutsche Volkspartei'''<br>
Der Wahlvorschlag bestand aus 14 Männern und 1 Frau<br>
''Aus Fürth kandidierte [[Christian Müller]] Hauptschriftleiter auf dem Listenplatz 6''<br>
''Aus Fürth kandidierte [[Heinrich Bauer]] Handlungsgehhilfe auf dem Listenplatz 15''<br>
Gewählte Abgeordnete 3 Männer und 0 Frauen<br>


Für die Wahl der Stadträte sind die untenstehenden Wahlvorschläge rechtzeitig bei Gemeindewahlausschuss einzureichen und für gültig zu erklären.  
'''D. Wahlvorschlag ''Tremmel'' Bayerische Volkspartei'''<br>
''Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Wähler an diese Wahlvorschläge gebunden sind. Sie können sich nur für den einen oder anderen dieser hier bekanntgegebenen Wahlvorschläge im ganzen entscheiden.'' Stimmen die für andere Wahlvorschläge oder Personen abgegeben werden sind ungültig. Als gewählt gelten in der Reihenfolge der Benennung auf dem Wahlvorschlag soviele Bewerber, als dem Wahlvorschlag Sitze zufallen. Die nicht gewählten Bewerber gelten in der Reihenfolge der Benennung nach als Ersatzmänner für den Fall des Wegfalls eines Gewählten.
Der Wahlvorschlag bestand aus 14 Männern und 3 Frauen<br>
Gewählte Abgeordnete 5 Männer und 0 Frauen<br>


== Wahlergebnisse ==
'''E. Wahlvorschlag ''Weilnböck'' Bayer. Mittelpartei u Nationalliberale Partei''' <br>
Für die Wahl der Stadträte
Der Wahlvorschlag bestand aus 14 Männer und 1 Frau<br>
Kennwort Unabhängige Sozialdemokratische Partei
Gewählte Abgeordnete 1 Mann 0 Frauen<br>
5 Frauen und 55 Männer
* Platz 21 Gramp Anna, Hausfrau, 29 Jahre,  Schwandstraße 2/p
* Platz 26 Schiller Elise, Hausfrau, 47 Jahre,  Theresienstraße 24/2
* Platz 28 Reiss Elise, Arbeiterin, 31 Jahre,  Erlangerstraße 17/2
* Platz 32 Hannebaum Elise, Arbeiterein, 36 Jahre, Kadolzburgerstraße
* Platz 55 Fischer Magdalena, Arbeiterin, 35 Jahre, Kaiserstraße 97/3
'''Gewählt wurden'''<br>
0 Frauen und 10 Männer
*1.  Peter Koch Gewerkschaftsbeamter
*2. Julius Haller, Uhrmacher
*3. Michael Dirscherl, Gewerkschaftssekretär
*4. Adam Rauh, Metallschlägermeister
*5. Anton Kaltenhäusser, Prokurist
*6. Simon Kraus, Parteisekretär
*7. Hans Fischer, Glasarbeiter
*8. Karl Vogt, Mechaniker
*9. Michael Ehbauer, Magazinier
*10. Johann Seger, Handlungsgehilfe


Kennwort Sozialdemokratische Mehrheitspartei Georg Zorn
'''Gesamtergebnis der Wahl zur deutschen Nationalversammlung''' <ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mitglieder_der_Nationalversammlung_von_1919</ref><br>
4 Frauen und 34 Männer
* Platz 7  Reichler Karolina, 65 Jahre, Hausfrau, Baldstraße 6
* Platz 13 Hölzl Else, 28 Jahre, Ingenieursgattin, Schwabacherstraße 40
* Platz17 Zacher Margr., 38 Jahre, Arbeiterin, Markgrafeng. 5
* Platz 22 Klaiber Therese, 46 Jahre, Lehrerin, Vacherstraße
'''Gewählt wurden'''<br>
2 Frauen und 12 Männer
*1. Georg Zorn, Parteisekretär
*2. Hans Schmidt, Rendant
*3. Christian Hader, Lehrer
*4. Karl Zöllner, Gewerschaftsbeamter
*5. Friedrich Scherzer, Arbeitersekretär
*6. Heinrich Burghart, städt. Berufsvormund
*7. '''Karoline Reichler, Hausfrau'''
*8. Georg Pförtner, Schreinermeister
*9. Leo Bergmann, Privatier,7
*10. Friedrich Mayer, Schreiner
*11. Hans Rupprecht, Schreiner,
*12. Georg Köpplinger, Bezirksleiter14 Michael Hofmann, Privatier
*13. '''Else Hölzl, Ingenieursgattin'''
*14. Michael Hofmann, Privatier


Kennwort „Fürs Volk“
=== Die erste Abgeordnete aus Franken ===
5 Frauen und 33 Männer
[[Wikipedia:Helene Grünberg|Helene Grünberg]] geboren am 28. Juni 1874 in Berlin, gestorben am 07.Juli 1928 in Nürnberg.
* Platz 6 Luise Erdmann, 44 Jahre, Kaufmanns-Gattin, Maxstraße 11, D.D.P.
Wohnhaft in Nürnberg kandidierte sie als Arbeitersekretärin auf Listenplatz 6 der Wahlvorschlagsliste der Sozialdemokratischen Partei.
* Platz 16 Emmy Humbser, 41 Jahre, Privatiere, Hemplatz 1, D.D.P.
Im November 1919 zieht Sie als Nachrückerin in die Deutsche Nationalversammlung ein. Sie hält dort die ersten öffentlichen Reden als Frau.
* Platz 24 Babette Götz, 52 Jahre, Buchhalterin, Schwabacherstraße 153, D.D.P.
* Platz 26 Frida Kalb, 46 Jahre, Papparbeiterin, Schwabacher. 26, Mittel-Partei
* Platz 31 Anna Löwengart, 42 Jahre, Kaufmann-Gattin, Königsw. Str. 46, D.D.P.
'''Gewählt wurden'''<br>
1 Frau und 9 Männer
*1. Leonhard Helmreich, Bäckermeister
*2. Dr. Friedrich Morgenstern Fabrikant
*3. Leonhard Meerwald, Oberlehrer
*4. Heinrich Wachter, Professor
*5. Heinrich Bauer, Vorsitzender des Kaufmännischen Gewerkschaftsbundes
*6. '''Luise Erdmann, Kaufmannsgattin'''
*7. Gustav Würth, Diakon und Hausvater
*8. Karl Hirschmann Bankdirektor
*9. Thomas Segitz Baumeister
*10. Adam Schildknecht, Metzgermeister


Kennwort Reichel-Hein
=== [[Frauenpolitische Themen im Reichstag]] ===
0 Frauen und 60 Männer
Während der ersten Legislaturperiode der Weimarer Republik, waren nach den Reichstagswahlen von 1919,<br>
'''Gewählt wurden'''<br>
37 von 423 Sitzen von Frauen besetzt.
*1. Balthasar Reichel, Privatier, U.D.P.B.
Viele weibliche Abgeordnete setzten den Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit bei Themen die in den Frauenvereinen ausgearbeitet waren.  
*2. Ludwig Hein, Lakierer, B.V.P.
Bildung für Mädchen und Frauen, Erwerbsarbeit von Frauen, Ungewollte Schwangerschaft.
*3. J.Christian Bauer U.D.P.B.
Verfassungsartikel, bei denen auch spätere Parlamentarierinnen besonders mitwirkten, waren z. B. die grundsätzliche Gleichberechtigung von Mann und Frau.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Frauenwahlrecht_(Deutschland)#Wahl_zur_deutschen_Nationalversammlung</ref> <br>


Kennwort Beamtenliste
= [[Kreistags - Gemeindewahl]] [[15. Juni 1919]] =
1 Frau und 14 Männer
Der erste Termin 25. Mai 1919 wurde auf den 15. Juni 1919 verschoben. Bekanntmachung in dem Fürther Intelligenzblatt vom 17.Mai 1919<ref>Stadtarchiv Fürth Fach 18 Neu 201</ref>
* Platz 9 Luise Roth, Postassistentin, 35 Jahre, Maxstraße 2 I
Die Gemeindewahl in der Stadtgemeinde Fürth fand zugleich mit der Wahl der Vertreter für den Kreistag (Landrat) für Mittelfranken am Sonntag den 15. Juni 1919 statt. Bei der [[Gemeindewahl 15. Juni 1919|Gemeindewahl]] waren 40 Stadträte nach der Grundsätzen des Verhältniswahlrechtes zu wählen.
Gewählt wurden<br>
Personen die infolge Verlegung des Wahltermins in der Zeit vom 25.Mai 1919 bis 15 Juni 1919 noch wahlstimmberechtigt wurden, mussten innerhalb der vorbezeichneten Einspruchsfrist Antrag auf nachträgliche Aufnahme in die Wählerliste stellen.
0 Frauen und 1 Männer
Dasselbe galt für Militärpersonen die vor dem Eintritt in den Heeresdienst noch nicht in die Wählerlisten aufgenommen waren.<ref>Stadtarchiv Fürth Fach 131/60</ref><br>Die Aufnahme ermöglichte Ihnen auch in den Kasernen wählen zu können.
Wer als Gemeindebeauftragter kandidieren wollte musste wahlberechtigt sein, am Wahltag das 25. Lebensjahr vollendet haben. Die bayerische Staatsangehörigkeit besitzen und mindestens ein halbes Jahr in Fürth bzw. in Mittelfranken wohnen.
Die Person musste mittels eines Wahlvorschlages nominiert werden. Der Wahlvorschlag musste von mindestens 20 wahlberechtigten Personen unterschrieben sein. Die Angabe des Namens und des Wohnortes wurde verlangt. Für die Wahl der Gemeindebevollmächtigten mussten die Listen mit den Wahlvorschlägen rechtzeitig bei dem Gemeindewahlausschuss eingereicht und für gültig erklärt werden. ''
Die Wahlberechtigten wurden darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich nur für einen Wahlvorschlag im Ganzen entscheiden konnten. Die Stimmabgabe für einzelne Personen führte zur Ungültigkeit der abgegeben Stimme. '''Als gewählt galten in der Reihenfolge der Benennung auf dem Wahlvorschlag so viele Bewerber, als dem Wahlvorschlag Sitze zufielen. Die nicht gewählten Bewerber galten in der Reihenfolge der Benennung nach als Ersatzmänner für den Fall des Wegfalls eines Gewählten.'''<ref>Stadtarchiv Fürth Fach 131/61</ref>


Kennwort Treu Fürth
Es wurden 63 Abstimmungsbezirke in der Gemeinde Fürth eingerichtet. Männer und Frauen wählten nicht in getrennten Räumlichkeiten.
1 Frauen und 39 Männer
Das Wahlrecht konnte von 9 Uhr früh bis 6 Uhr abends in 62 der auf dem Stimmzettel angeführten Wahllokalen ausgeführt werden.
'''Gewählt wurden'''<br>
0 Frauen und 2 Männer
*1.Johann Leonhard Heid, Mechanikermeister
*2.Paul Fronmülller Stadtpfarrer


'''''Für Transportfähige- Kranke- und Verwundete wurden am Wahltag mit dem Wahlbezirk 63<br>
folgende Möglichkeiten der Wahlteilnahme angeboten.'''
* Städtisches Krankenhaus Vormittag Früh ab 10 bis Nachmittag um 1
* Lazarett Schwabacher Schule am Nachmittag von 1 bis 2
* Israelitisches Hospital am Nachmittag von 1/2 3 bis 4
* Versorgungshaus am Nachmittag von 4 - 6
* Nathanstift Vormittag von 9 - 10
Die Wahlen fanden in einem von der Anstaltsleitungen bestimmten abgesonderten Raum statt.''
<ref>Stadtarchiv Fürth Fach 131/63</ref>
'''Für jeden Stimmbezirk wurde 1 Wahlboote benötigt. Weshalb auch Schutzleute am Wahltag nicht entbehrt werden konnten.
''' <ref>Stadtarchiv Fürth Fach 131/64</ref>


Bereits einen Tag nach der Wahl Montag 16.Juni 1919 findet nachmittags um 4 Uhr im Sitzungssaal Zimmer Nr. 36 des Rathauses die Feststellung des Wahlergebnisses der Gemeindewahl statt.
== Wahlvorschläge und Anzahl der gewählten Gemeindebevollmächtigten im Wahlkreis Fürth ==
Am Dienstag, den 17.Juni 1919 nachmittags um 4 Uhr erfolgt im Sitzungssaal, Zimmer Nr. 36 des Rathauses, die Erklärung der
*Wahlberechtigte Personen  21.274 Frauen 17.365 Männer
Gewählten über die Annahme zur Wahl.
*Personen die gewählt haben 14.950 Frauen 13.028 Männer
'''Kennwort [[Unabhängige Sozialdemokratische Partei]]'''<br>
Wahlvorschlag waren 5 Frauen und 55 Männer
* Platz 21 [[Gramp Anna]], Hausfrau, 29 Jahre, Schwandstraße 2/p
* Platz 26 [[Schiller Elise]], Hausfrau, 47 Jahre, Theresienstr. 24/2
* Platz 28 [[Reiss Elise]], Arbeiterin, 31 Jahre, Erlangerstraße 17/2
* Platz 32 [[Hannebaum Elise]], Arbeiterein, 36Jahre, Kadolzburgerstr.
* Platz 55 [[Fischer Magdalena]], Arbeiterin, 35 Jahre, Kaiserstr.97/3<br>
''Gewählte Gemeindebevollmächtigte, 0 Frauen und 10 Männer''


'''Die ersten 3 Stadträtinnen<br>
''Karoline Reichler, Hausfrau''    "Sozialdemokratische Mehrheitspartei Georg Zorn"<br>
''Else Hölzl, Ingenieursgattin''  "Sozialdemokratische Mehrheitspartei Georg Zorn"<br>
''Luise Erdmann, Kaufmannsgattin'' „Fürs Volk“<br>
'''ziehen in den Gemeinderat ein.'''


{| class="wikitable"
'''Kennwort [[Sozialdemokratische Mehrheitspartei Georg Zorn]]'''<br>
|-
Wahlvorschlag waren 4 Frauen und 34 Männer
! Abstimmungen    !! Frauen !! Männer
* Platz 7  [[Reichler Karolina]], 65 Jahre, Hausfrau, Baldstraße 6
|-
* Platz 13 [[Hölzl Else]], 28 Jahre, Ingenieursgattin, Schwabacherstr. 40
|                || 14.950 || 13.028
* Platz 17 [[Zacher Margarethe]]., 38 Jahre, Arbeiterin, Markgrafeng. 5
|}   
* Platz 22 [[Klaiber Therese]], 46 Jahre, Lehrerin, Vacherstraße
''Gewählte Gemeindebevollmächtigte, 14 Männer 2 Frauen''
*7. '''[[Karoline Reichler]], Hausfrau'''
*13. '''[[Else Hölzl]], Ingenieursgattin'''




= Bilder =
'''Kennwort [[„Fürs Volk“]]'''<br>
[[Datei:C7 I GR 101 1 Staatsministerium der Justiz Entmündigte Frauen.jpg|thumb|right]]
Wahlvorschlag waren 5 Frauen und 34 Männer
* Platz 6 [[Luise Erdmann]], 44 Jahre, Kaufmanns-Gattin, Maxstraße 11, D.D.P.
* Platz 16 [[Emmy Humbser]], 41 Jahre, Privatiere, Hemplatz 1, D.D.P.
* Platz 24 [[Babette Götz]], 52 Jahre, Buchhalterin, Schwabacherstraße 153, D.D.P.
* Platz 26 [[Frida Kalb]], 46 Jahre, Papparbeiterin, Schwabacher. 26, Mittel-Partei
* Platz 31 [[Anna Löwengart]], 42 Jahre, Kaufmann-Gattin, Königsw. Str. 46, D.D.P.
''Gewählte Gemeindebevollmächtigte, 10 Männer 1 Frau''
* Platz 6 [[Luise Erdmann]], 44 Jahre, Kaufmanns-Gattin, Maxstraße 11, D.D.P.




<gallery>
'''Kennwort [[Reichel-Hein]]'''<br>
Datei:C7 I GR 98 6 Hilfsliste B.jpg|
Wahlvorschlag waren 0 Frauen 60 Männer<br>
Datei:C7 I GR 98 5 Hilfszettel D.jpg|
''Gewählte Gemeindebevollmächtigte, 3 Männer 0 Frauen''
Datei:C7 I GR 98 3 Hilfszettel A.jpg|
</gallery>




'''Kennwort [[Beamtenliste]]'''<br>
Wahlvorschlag waren 14 Männer und 1 Frau
* Platz 9 [[Luise Roth]], Postassistentin, 35 Jahre, Maxstraße 2
''Gewählte Gemeindebevollmächtigte, 1 Mann 0 Frauen''




'''Kennwort [[Treu Fürth]]'''<br>
Wahlvorschlag waren 39 Männer und 1 Frau<br>
''Gewählte Gemeindebevollmächtigte, 2 Männer 0 Frauen''


Wikipedia
Um bereits am nächsten Tag der Gemeindewahl Montag den 16.Juni 1919 nachmittags um 4 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses
1 Gertrud Bäumer: Das Recht der Frau in der beruflichen Interessenvertretung. Zeitschrift für Politik 1910, S. 599–607.
die Feststellung des Wahlergebnisses der Gemeindewahl durchführen zu können, musste mit erheblichen Überstunden und personeller Unterstützung auch von Schutzmännern an der Auszählung der Wahlergebnisse gearbeitet werden. Die Verdreifachung der Wahlberechtigten machte sich auch hier deutlich bemerkbar.
2 Andreas Braune: Die Parteien und das Frauenwahlrecht im Kaiserreich. 12. November 2018.
4 Julia Paulus: 19. Januar 1919 - Erstmaliges aktives und passives Wahlrecht für Frauen in Deutschland Internet-Portal „Westfälische Geschichte“, abgerufen am 30. August 2021.
5 An das deutsche Volk! Aufruf vom 12. November 1918.
13 Gesetz über die Zulassung von Frauen zu den Ämtern und Berufen der Rechtspflege vom 11. Juli 1922, RGBl. S. 573
14 Annelies Kohleiss: Frauen in und vor der Justiz: Der lange Weg zu den Berufen der Rechtspflege. KritV 1988, S. 115–127.
15 Hausarbeitgesetz vom 30. Juni 1923.
16 Gesetz über die Beschäftigung vor und nach der Niederkunft. Vom 16. Juli 1927.
17 Thyra Veyder-Malberg: 16. Juli 1927: Reichstag ratifiziert Washingtoner Übereinkommen. Die Geschichte des Mutterschutzes in Deutschland MDR, 8. März 2021.
18 Gertrud Bäumer: Das Recht der Frau in der beruflichen Interessenvertretung. Zeitschrift für Politik 1910, S. 599–607.
19 Barbara von Hindenburg: Die Auswirkungen des Frauenwahlrechts in der Weimarer Republik. 12. November 2018.


= Quellen =


= Einzelnachweise =
= Einzelnachweise =
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= Siehe auch =
= Siehe auch =
[https://www.bpb.de/themen/zeit-kulturgeschichte/frauenwahlrecht/279340/die-auswirkungen-des-frauenwahlrechts-in-der-weimarer-republik/ Die Auswirkungen des Frauenwahlrechts in der Weimarer Republik]
[https://www.bpb.de/themen/zeit-kulturgeschichte/frauenwahlrecht/279340/die-auswirkungen-des-frauenwahlrechts-in-der-weimarer-republik]
[https://de.wikipedia.org/wiki/Dreiklassenwahlrecht Dreiklassenwahlrecht]
[https://de.wikipedia.org/wiki/Dreiklassenwahlrecht Dreiklassenwahlrecht]
[https://de.wikipedia.org/wiki/Frauenwahlrecht Frauenwahlrecht]
[https://de.wikipedia.org/wiki/Frauenwahlrecht Frauenwahlrecht]
[https://weimar.bundesarchiv.de/WEIMAR/DE/Content/Virtuelle-Ausstellungen/Aufbruch-in-die-Moderne/frauen_nationalversammlung.html]
Sozialpsychologische Untersuchung der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung 1919
[https://dokumente.nuernberg.de/statistik/monatsberichte/1919/monatsbericht_1919_01_Beilage_Sozialpsychologische%20Betrachtungen%20%c3%bcber%20die%20Wahl%20zur%20Deutschen%20Nationalversammlung%20am%2019.%20Januar%201919.pdf online]


= Bücher =


= Hintergrundinformation =
= Literatur =
Paragraph 16 Bürgerliches Gesetzbuch
Serpentina Hagen "Kurze Entstehungsgeschichte einer Selbstverständlichkeit - 100 JAHRE FRAUEN-WAHLRECHT in Deutschland" Verlag ZapZap GmbH.<br>
§ 16 Bürgerlichen Gesetzbuches erleichtert es den Männern ihre Frauen zu entmündigen. Recht auf eigene Sexualität Sexuelles „Fehlverhalten“
Barbara Ohm "Geschichte der Frauen in Fürth" Geschichtsverein Fürth.
Verletzung der Häuslichen Pflichten, Hysterie)

Aktuelle Version vom 20. Dezember 2025, 11:10 Uhr

Einführung Frauenwahlrecht in Deutschland November 1918

Nach der Novemberrevolution und dem Ende des Deutschen Kaiserreichs hatte der Rat der Volksbeauftragten am 12. November 1918 in Berlin das als demokratisch geltende gleiche, geheime, direkte und allgemeine Wahlrecht für alle mindestens 20 Jahre alten Frauen und Männer ausgerufen. Von 1850 bis 1918 galt das feudale Dreiklassenwahlrecht, das nur wohlhabenden mindestens einjährig steuerpflichtigen Männern mit Bürgerrechten die Teilhabe an Wahlen zugestand[1] Für Frauen sah die Gemeindeordnung in dem rechtsrheinischen Bayern 1869 eine Teilnahme an Wahlen nur sehr selten vor. Das Bürgerrecht konnten nur ledige verwitwete oder geschiedene Frauen, die ein besteuertes Wohnhaus besaßen, beantragen. Das nun erhaltene Stimmrecht musste jedoch stellvertretend von einem Mann ausgeführt werden.[2]]] Das Reichstagswahlgesetz trat am 30. November 1918 in Kraft. Das Verhältniswahlrecht wurde eingeführt. Das Alter für das Aktive Wahlrecht - das Recht zu wählen - wurde für alle Frauen und Männer von 25 Jahren auf 20 Jahre am Wahltag herabgesetzt. Das Passive Wahlrecht - das Recht gewählt zu werden. Auf einer Wahlliste zu kandidieren. Durch den Verlust der Bürgerlichen Ehrenrechte sowie dem Vorliegen von Entmündigung oder der Einschaltung eines Vormunds konnte das Wahlrecht den Wahlberechtigten mit einem Richterlichen Beschluss entzogen werden.

Die Zahl der Wahlberechtigten zu früheren Wahlen hatte sich verdreifacht

Bereits 2 Monate nach Ausrufung des neuen Wahlrechts hatten die Wahlberechtigten bereits am 12. Januar 1919 bei der Landtagswahl Bayern, eine Woche später, am 19.Januar 1919 , bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung und am 15.Juni 1919 bei den Kreis-Gemeindewahlen die Möglichkeit von Ihrem neuen Mitbestimmungsrecht Gebrauch zu machen.


Die Frauenbewegung in Deutschland, organisiert in Frauenvereinen, forderte seit dem 19. Jahrhundert gleiche Rechte für Frauen auf Bildung, Erziehung und die Möglichkeit der aktiven politischen Teilhabe.

 
Heraus mit dem Frauenwahlrecht

Bis 1908 war Frauen in Preußen und Bayern jede politische Betätigung verboten. Das Inkrafttreten des Reichsvereinsgesetzes am 15. Mai 1908 hob die bis dahin bestehenden landesgesetzlichen Beschränkungen für die Teilnahme der Frauen am politischen Leben auf. Die Mitgliedschaft in einer politischen Partei war nun auch Frauen erlaubt. Sie erreichten in den parteiinternen Aufstellungsverfahren jedoch oft nur hintere Listenplätze.

Die Selbstverständlichkeit, dass Frauen das Aktive Wahlrecht - das Recht zu wählen sowie das Passive Wahlrecht - das Recht gewählt zu werden zugestanden wird, wurde von Frauenvereinen und ihren Verbänden, sozialen Bewegungen, Parteien - besonders der SPD - über viele Jahre schwer erkämpft.[3]


Vorbereitungsarbeiten für den Wahltag

Mitarbeiter des Fürther Magistrats gingen von Haus zu Haus um die Namen und Adressen der nun neuen Wahlberechtigten zu ermitteln. Es wurden 65 Wahllokale eingerichtet. Das Bauamt wurde mit der Bereitstellung der Wahlurnen in genügender Anzahl beauftragt. Ohne Erfahrung über das Wahlverhalten der weiblichen und zu Teilen neuen männlichen Wählerschaft war es schwierig die Menge der benötigten Wahlzettel und Kuverts einzuschätzen. Für die Kreis- Gemeindewahl im Juni entschied man sich für 2 verschiedenfarbige Kuverts, um bei der Auszählung zwischen Gemeinde- und Kreis Wahl unterscheiden zu können. Jedes der 65 Wahllokale benötigte einen Wahlvorsteher, Schriftführer und dessen Stellvertreter. Es bestand ein großes politisches Interesse an der Auswertung, wie sich die neue Wählerschaft nach Alter und Geschlecht zusammensetzte. Deshalb wurden neue Anlagen als Hilfslisten erstellt und an die Wahllokale verteilt. Die Wahlvorsteher wurden darüber informiert, dass die Anlagen A bis D verpflichtend auszufüllen sind.

 
Wählerliste nach Geschlecht und Alter. Hilfsliste A
 
Meldung der Wahlbeteiligung nach Geschlecht und Alter. Hilfsliste D

Auch Militärangehörige konnten nach gesonderten Vorgaben das Aktive und Passive Wahlrecht ausüben.

Für das zeitnahe Auszählen der Wahlzettel mussten Tag und Nacht enorme Überstunden geleistet werden. Es mussten weitere Hilfskräfte eingestellt werden. Die Kosten für die Wahlen waren deutlich höher als bei früheren Wahlen. Für die Übermittlung der Wahlergebnisse nach Ansbach und das Reichsamt für Statistik standen Reiterboten zur Verfügung. Das Telegraphenamt wurde um Freihaltung für Übermittlungskapazitäten gebeten. Für die enorme Kostensteigerung hatte alleine der Fürther Magistrat aufzukommen.[4]

Landtagswahl am 12. Januar 1919

Am 07. Dezember 1918 wurde für die Wahl zum Bayerischen Landtag eine neue Wahlordnung erlassen. In dieser wurde festgelegt, dass das ganze rechtsrheinische Bayern zu einem Wahlkreis mit 133 Stimmkreisen zusammengefasst wird. Es wurde erstmals nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechtes gewählt. Wer sich um eines der 180 Abgeordnetenmandate bemühen wollte musste wahlberechtigt sein, am Wahltag 25 Jahre sein und mindestens ein halbes Jahr seinen Wohnsitz in Bayern haben. Die Person musste mittels eines Wahlvorschlages nominiert werden. Dieser musste von mindestens 50 Wahlberechtigten seines Stimmkreises unterzeichnet sein.[5]

Bei vorhergegangenen Wahlen wurde die Stimmenauszählungen in den jeweiligen 133 Bayernweiten Wahlkreisen durch die Wahlkommissare vorgenommen. Bei der diesmaligen Wahl hingegen galten - durch die Zusammenlegung zu einem Wahlkreis Bayern rechts des Rheins - andere Regeln. Die Fürther Wahlergebnisse aus den einzelnen Abstimmungsbezirken mussten sofort nach der Auszählung durch den Wahlvorsteher auf dem schnellsten Weg in die Polizeihauptwache (im Rathaus Neubau) gebracht werden.[6] Von dort wurden die ausgezählten Stimmkreiszettel mit Reiterboten an das Statistische Landesamt übermittelt. Die ungünstigen Wetterverhältnisse des Winters erschwerten den schnellen Transport. Nachdem alle Unterlagen der 7.166 Stimmbezirken in München eingetroffen waren, wurde mit einem bis dahin nicht gekannten Arbeitsaufwand das Wahlergebnis der Bayerischen Landtagswahl ermittelt.[7]

Wahlergebnisse in Fürth

Wahlberechtigte Männer 24.417 Frauen 22.844
Gewählt haben Männer 17.916 73,4 % Frauen 20.445 89,35 %

 
Wahlergebnis Abstimmungsbezirk 54
Partei in Prozent
Bayerische Volkspartei 4,6 %
Sozialdemokratischen Partei 57,4 %
Deutschen Volkspartei 24,2 %
Demokratisch Sozialistische Bürgerpartei 0,01 %
Bayerischer Bauernverbund 0,01 %
Nationale Partei u. Bayer. Mittelpartei 5,9 %
Unabhängige sozialdemokratische Partei 6,5 %
Mittelstandspartei -
Bund der Berufs-Unteroffiziere Bayerns 1,8 %


Wahlvorschläge und Anzahl der gewählten Abgeordneten für den Wahlkreis Bayern r.d.Rh.

Bayerische Volkspartei
Der Wahlvorschlag bestand aus 108 Männern und 4 Frauen
Gewählte Abgeordnete 6 Männer und 0 Frauen

Sozialdemokratischen Partei Bayerns
Der Wahlvorschlag bestand aus 93 Männern und 3 Frauen
Aus Fürth kandidierte Fritz Endres Arbeitersekretär und Gemeindebevollmächtigter auf dem Listenplatz 22
Gewählte Abgeordnete 6 Männer und 0 Frauen
Kein Sitz für Fürth

Wahlvorschlag der Deutschen Volkspartei
Der Wahlvorschlag bestand aus 57 Männern und 4 Frauen
Aus Fürth kandidierte Friedrich Eisenbeis Hauptlehrer und Gemeindebevollmächtigter auf dem Listenplatz 11
Gewählte Abgeordnete 2 Männer 0 Frauen
Kein Sitz für Fürth

Wahlvorschlag des Bayerischen Bauernbundes
Der Wahlvorschlag bestand aus 58 Männer und 0 Frauen
Gewählte Abgeordnete 1 Mann und 0 Frauen

Wahlvorschlag der Nationalliberalen Partei in Bayern und der Bayerischen Mittelpartei
Der Wahlvorschlag bestand aus 22 Männer und 1 Frau
Gewählte Abgeordnete 0 Männer und 0 Frauen

Wahlvorschlag der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei
Der Wahlvorschlag bestand aus 50 Männern und 4 Frauen
Aus Fürth kandidierte Julius Halles Uhrmacher auf dem Listenplatz 9
Aus Fürth Michael Dirscherl Bezirksleiter auf dem Listenplatz 12
Gewählte Abgeordnete 0 Männer 0 Frauen
Kein Sitz für Fürth

Wahlvorschlag der Mittelstandspartei
Der Wahlvorschlag bestand aus 10 Männer und 0 Frauen
Gewählte Abgeordnete 0 Männer und 0 Frauen

Wahlvorschlag des Bundes der Berufs-Unteroffiziere Bayerns
Der Wahlvorschlag bestand aus 4 Männern
Gewählte Abgeordnete 0 Männer

Wahlvorschlag der Demokratisch-sozialistischen Bürgerpartei
Der Wahlvorschlag bestand aus 5 Männern und 0 Frauen

Gesamtergebnis der Landtagwahlen[8]

Die erste Abgeordnete aus Franken

Käthe Günther geboren am 11.Januar 1873 in Gnötzheim/Unterfranken, gestorben am 09.Oktober 1933 in Rothenburg ob der Tauber. Wohnhaft in Nürnberg kandidierte als Bezirksoberlehrerin auf Platz 14 der Wahlvorschlagsliste der Deutschen Volkspartei. Sie war eine der ersten Landtagsabgeordneten im Bayerischen Landtag. [9]


Wahl der verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919

 
Reichs Gesetzblatt Nr. 167 zur Wahl der Deutschen Nationalversammlung 1919


Die Wahl zur Deutschen Nationalversammlung fand am 19. Januar 1919 statt. Sie war die erste reichsweite Wahl nach der Novemberrevolution von 1918 und hatte die Bildung der verfassunggebenden Weimarer Nationalversammlung zum Ziel. Auch sollte der provisorische Nationalrat, der Rat der Volksbeauftragten - dem auch die späteren Landtagsabgeordneten Emilie Maurer (SPD), Aloisia, (BVB) und Dr. Rosa Kempf (DDP) angehörten - durch eine demokratisch legitimierte Regierung abgelöst werden. Sie war die erste reichsweite Wahl nach dem Verhältniswahlrecht. Die Regierungsbezirke - Wahlkreise - Oberfranken, Unterfranken und Mittelfranken bildeten den 26.Reichswahlkreis. Es waren 15 Abgeordnete zu wählen.
[10]


Die Wahlberechtigten und die Wahlbeteiligung in dem 26. Reichswahlkreis nach Geschlecht Alter.[11]

Alter Männlich 20 J. Weiblich 20 J. Männlich 21-25 J. Weiblich 21-25 J. Männlich 25 J.u.m. Weiblich 25 J.u.m.
Wahlberecht. 17.776 20.914 78.626 102.691 532.435 615.023
Wahlbeteil. 10.673 18.150 55.704 87.043 464.115 508.181
Prozent 60,0 86,3 70,8 84,8 87,2 82,6

Wer für ein Abgeordnetenmandat in der Deutschen Nationalversammlung kandidieren wollte musste seid mindestens 1 Jahr Deutscher sein, wahlberechtigt, und am Wahltag 20 Jahre alt sein. Die Person musste mittels eines Wahlvorschlages nominiert werden. Der Wahlvorschlag musste von mindestens 100 wahlberechtigten Personen im eigenen Wahlkreis unterschrieben sein.[12]

Wahlergebnisse in Fürth

Partei Prozent
A. Dr. Adolf Braun Sozialdemokratische Partei 58,4 %
B. Josef Simon Unabängige Sozialdemokratische Partei 7,4 %
C. Konrad Weiß Deutsche Volkspartei 25,5 %
D. Peter Tremmel Bayerische Volkspartei 5,8 %
E. Luitpold WeilnböckBayr. Mittelp. u. National. Partei 3,4 %


[13]

Wahlvorschläge und Anzahl der gewählten Abgeordneten in dem 26. Reichswahlkreis

A. Wahlvorschlag Dr. Braun Sozialdemokratische Partei
[14] Der Wahlvorschlag bestand aus 14 Männern und 1 Frau
Aus Fürth kandidierte Johann VogelParteisekretär auf dem Listenplatz 2
Gewählte Abgeordnete 5 Männer 0 Frauen
Davon aus Fürth Johann Vogel Parteisekretär

B. Wahlvorschlag Simon Unabhängige Sozialdemokratische Partei
Der Wahlvorschlag bestand aus 14 Männer und 1 Frau
Aus Fürth kandidierte Peter Koch Gewerkschaftsbeamter auf dem Listenplatz 3
Gewählte Abgeordnete 1 Mann und 0 Frauen

C. Wahlvorschlag Weiß Deutsche Volkspartei
Der Wahlvorschlag bestand aus 14 Männern und 1 Frau
Aus Fürth kandidierte Christian Müller Hauptschriftleiter auf dem Listenplatz 6
Aus Fürth kandidierte Heinrich Bauer Handlungsgehhilfe auf dem Listenplatz 15
Gewählte Abgeordnete 3 Männer und 0 Frauen

D. Wahlvorschlag Tremmel Bayerische Volkspartei
Der Wahlvorschlag bestand aus 14 Männern und 3 Frauen
Gewählte Abgeordnete 5 Männer und 0 Frauen

E. Wahlvorschlag Weilnböck Bayer. Mittelpartei u Nationalliberale Partei
Der Wahlvorschlag bestand aus 14 Männer und 1 Frau
Gewählte Abgeordnete 1 Mann 0 Frauen

Gesamtergebnis der Wahl zur deutschen Nationalversammlung [15]

Die erste Abgeordnete aus Franken

Helene Grünberg geboren am 28. Juni 1874 in Berlin, gestorben am 07.Juli 1928 in Nürnberg. Wohnhaft in Nürnberg kandidierte sie als Arbeitersekretärin auf Listenplatz 6 der Wahlvorschlagsliste der Sozialdemokratischen Partei. Im November 1919 zieht Sie als Nachrückerin in die Deutsche Nationalversammlung ein. Sie hält dort die ersten öffentlichen Reden als Frau.

Frauenpolitische Themen im Reichstag

Während der ersten Legislaturperiode der Weimarer Republik, waren nach den Reichstagswahlen von 1919,
37 von 423 Sitzen von Frauen besetzt. Viele weibliche Abgeordnete setzten den Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit bei Themen die in den Frauenvereinen ausgearbeitet waren. Bildung für Mädchen und Frauen, Erwerbsarbeit von Frauen, Ungewollte Schwangerschaft. Verfassungsartikel, bei denen auch spätere Parlamentarierinnen besonders mitwirkten, waren z. B. die grundsätzliche Gleichberechtigung von Mann und Frau.[16]

Kreistags - Gemeindewahl 15. Juni 1919

Der erste Termin 25. Mai 1919 wurde auf den 15. Juni 1919 verschoben. Bekanntmachung in dem Fürther Intelligenzblatt vom 17.Mai 1919[17] Die Gemeindewahl in der Stadtgemeinde Fürth fand zugleich mit der Wahl der Vertreter für den Kreistag (Landrat) für Mittelfranken am Sonntag den 15. Juni 1919 statt. Bei der Gemeindewahl waren 40 Stadträte nach der Grundsätzen des Verhältniswahlrechtes zu wählen. Personen die infolge Verlegung des Wahltermins in der Zeit vom 25.Mai 1919 bis 15 Juni 1919 noch wahlstimmberechtigt wurden, mussten innerhalb der vorbezeichneten Einspruchsfrist Antrag auf nachträgliche Aufnahme in die Wählerliste stellen. Dasselbe galt für Militärpersonen die vor dem Eintritt in den Heeresdienst noch nicht in die Wählerlisten aufgenommen waren.[18]
Die Aufnahme ermöglichte Ihnen auch in den Kasernen wählen zu können. Wer als Gemeindebeauftragter kandidieren wollte musste wahlberechtigt sein, am Wahltag das 25. Lebensjahr vollendet haben. Die bayerische Staatsangehörigkeit besitzen und mindestens ein halbes Jahr in Fürth bzw. in Mittelfranken wohnen. Die Person musste mittels eines Wahlvorschlages nominiert werden. Der Wahlvorschlag musste von mindestens 20 wahlberechtigten Personen unterschrieben sein. Die Angabe des Namens und des Wohnortes wurde verlangt. Für die Wahl der Gemeindebevollmächtigten mussten die Listen mit den Wahlvorschlägen rechtzeitig bei dem Gemeindewahlausschuss eingereicht und für gültig erklärt werden. Die Wahlberechtigten wurden darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich nur für einen Wahlvorschlag im Ganzen entscheiden konnten. Die Stimmabgabe für einzelne Personen führte zur Ungültigkeit der abgegeben Stimme. Als gewählt galten in der Reihenfolge der Benennung auf dem Wahlvorschlag so viele Bewerber, als dem Wahlvorschlag Sitze zufielen. Die nicht gewählten Bewerber galten in der Reihenfolge der Benennung nach als Ersatzmänner für den Fall des Wegfalls eines Gewählten.[19]

Es wurden 63 Abstimmungsbezirke in der Gemeinde Fürth eingerichtet. Männer und Frauen wählten nicht in getrennten Räumlichkeiten. Das Wahlrecht konnte von 9 Uhr früh bis 6 Uhr abends in 62 der auf dem Stimmzettel angeführten Wahllokalen ausgeführt werden.

Für Transportfähige- Kranke- und Verwundete wurden am Wahltag mit dem Wahlbezirk 63
folgende Möglichkeiten der Wahlteilnahme angeboten.

  • Städtisches Krankenhaus Vormittag Früh ab 10 bis Nachmittag um 1
  • Lazarett Schwabacher Schule am Nachmittag von 1 bis 2
  • Israelitisches Hospital am Nachmittag von 1/2 3 bis 4
  • Versorgungshaus am Nachmittag von 4 - 6
  • Nathanstift Vormittag von 9 - 10

Die Wahlen fanden in einem von der Anstaltsleitungen bestimmten abgesonderten Raum statt. [20] Für jeden Stimmbezirk wurde 1 Wahlboote benötigt. Weshalb auch Schutzleute am Wahltag nicht entbehrt werden konnten. [21]

Wahlvorschläge und Anzahl der gewählten Gemeindebevollmächtigten im Wahlkreis Fürth

  • Wahlberechtigte Personen 21.274 Frauen 17.365 Männer
  • Personen die gewählt haben 14.950 Frauen 13.028 Männer

Kennwort Unabhängige Sozialdemokratische Partei
Wahlvorschlag waren 5 Frauen und 55 Männer

Gewählte Gemeindebevollmächtigte, 0 Frauen und 10 Männer


Kennwort Sozialdemokratische Mehrheitspartei Georg Zorn
Wahlvorschlag waren 4 Frauen und 34 Männer

Gewählte Gemeindebevollmächtigte, 14 Männer 2 Frauen


Kennwort „Fürs Volk“
Wahlvorschlag waren 5 Frauen und 34 Männer

  • Platz 6 Luise Erdmann, 44 Jahre, Kaufmanns-Gattin, Maxstraße 11, D.D.P.
  • Platz 16 Emmy Humbser, 41 Jahre, Privatiere, Hemplatz 1, D.D.P.
  • Platz 24 Babette Götz, 52 Jahre, Buchhalterin, Schwabacherstraße 153, D.D.P.
  • Platz 26 Frida Kalb, 46 Jahre, Papparbeiterin, Schwabacher. 26, Mittel-Partei
  • Platz 31 Anna Löwengart, 42 Jahre, Kaufmann-Gattin, Königsw. Str. 46, D.D.P.

Gewählte Gemeindebevollmächtigte, 10 Männer 1 Frau

  • Platz 6 Luise Erdmann, 44 Jahre, Kaufmanns-Gattin, Maxstraße 11, D.D.P.


Kennwort Reichel-Hein
Wahlvorschlag waren 0 Frauen 60 Männer
Gewählte Gemeindebevollmächtigte, 3 Männer 0 Frauen


Kennwort Beamtenliste
Wahlvorschlag waren 14 Männer und 1 Frau

  • Platz 9 Luise Roth, Postassistentin, 35 Jahre, Maxstraße 2

Gewählte Gemeindebevollmächtigte, 1 Mann 0 Frauen


Kennwort Treu Fürth
Wahlvorschlag waren 39 Männer und 1 Frau
Gewählte Gemeindebevollmächtigte, 2 Männer 0 Frauen

Um bereits am nächsten Tag der Gemeindewahl Montag den 16.Juni 1919 nachmittags um 4 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses die Feststellung des Wahlergebnisses der Gemeindewahl durchführen zu können, musste mit erheblichen Überstunden und personeller Unterstützung auch von Schutzmännern an der Auszählung der Wahlergebnisse gearbeitet werden. Die Verdreifachung der Wahlberechtigten machte sich auch hier deutlich bemerkbar.


Einzelnachweise

  1. https://www.bpb.de/kurzknapp/lexika/politiklexikon/17367/dreiklassenwahlrecht
  2. Buch Geschichte der Frauen in Mittelfranken Alltag, Personen Orte Gaby Franger und Nadja Bennewitz S. 289
  3. https://www.bpb.de/themen/zeit-kulturgeschichte/frauenwahlrecht/278701/der-kampf-der-frauenbewegung-um-das-frauenwahlrecht/
  4. Stadtarchiv Fürth AR 27/8
  5. https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Wahlrecht_(Weimarer_Republik)#Das_Wahlrecht_von_1918/19
  6. Stadtarchiv Fürth AR 26/9
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik Bibliothek, Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts Einundfünfzigster Jahrgang 1919 52. Band Seite 247
  8. https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Landtagswahlen_(Weimarer_Republik)
  9. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mitglieder_des_Bayerischen_Landtags_(Weimarer_Republik,_1._Wahlperiode)
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Wahl_zur_Deutschen_Nationalversammlung
  11. Bayerisches Landesamt für Statistik Bibliothek, Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts Jg. 51 Jahr 1919 Heft 1,2 Seite 247-252
  12. Stadtarchiv Fürth AR 27/8
  13. Bayerisches Landesamt für Statistik Bibliothek, Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts Jg. 51 Jahr 1919 Heft 4 Seite 888
  14. Bayerisches Landesamt für Statistik Bibliothek, Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts Jg. 51 Jahr 1919 Heft 4 Seite 886-887
  15. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mitglieder_der_Nationalversammlung_von_1919
  16. https://de.wikipedia.org/wiki/Frauenwahlrecht_(Deutschland)#Wahl_zur_deutschen_Nationalversammlung
  17. Stadtarchiv Fürth Fach 18 Neu 201
  18. Stadtarchiv Fürth Fach 131/60
  19. Stadtarchiv Fürth Fach 131/61
  20. Stadtarchiv Fürth Fach 131/63
  21. Stadtarchiv Fürth Fach 131/64

Siehe auch

[1] Dreiklassenwahlrecht Frauenwahlrecht [2]

Sozialpsychologische Untersuchung der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung 1919 online


Literatur

Serpentina Hagen "Kurze Entstehungsgeschichte einer Selbstverständlichkeit - 100 JAHRE FRAUEN-WAHLRECHT in Deutschland" Verlag ZapZap GmbH.
Barbara Ohm "Geschichte der Frauen in Fürth" Geschichtsverein Fürth.