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In den Annalen wurden für das Fürther Gebiet auch Dammbrüche vermeldet. Der erste brach bereits am 21. Juni 1843 bei Poppenreuth, nach einem starken Regen, der auf den noch nicht ganz festen Damm traf.<ref>Lothar Schnabel: Die Stadt Fürth und der Ludwigs-Donau-Main-Kanal. Fürther Heimatblätter, 1968/1, S. 8</ref> [[Georg Tobias Christoph II. Fronmüller|Fronmüller]] berichtete für das Jahr 1871: ''„Sonntag Nachmittag, den 25. Juni, wurden durch strömende Regengüsse und fürchterliches Unwetter die Gewässer des Ludwigskanals auf solcher Höhe gesteigert, daß sie gegen Mitternacht an mehreren Stellen zwischen Nürnberg und Fürth die Dämme durchbrachen und die umliegenden Saatfelder weithin überschwemmten. So wurde zwischen Schleuse 79 und 80 in der Nähe der [[Fürther Kreuzung]] ... das Gewölbe der Eisenbahnbrücke so unterwühlt, daß die Züge diese Stelle nicht mehr passiren durften. Der völlige Einsturz erfolgte am Morgen des folgenden Tages.“''<ref>[[Chronik der Stadt Fürth 1872 (Buch)|Fronmüllerchronik]] erschienen 1872</ref> | In den Annalen wurden für das Fürther Gebiet auch Dammbrüche vermeldet. Der erste brach bereits am 21. Juni 1843 bei Poppenreuth, nach einem starken Regen, der auf den noch nicht ganz festen Damm traf.<ref>Lothar Schnabel: Die Stadt Fürth und der Ludwigs-Donau-Main-Kanal. Fürther Heimatblätter, 1968/1, S. 8</ref> [[Georg Tobias Christoph II. Fronmüller|Fronmüller]] berichtete für das Jahr 1871: ''„Sonntag Nachmittag, den 25. Juni, wurden durch strömende Regengüsse und fürchterliches Unwetter die Gewässer des Ludwigskanals auf solcher Höhe gesteigert, daß sie gegen Mitternacht an mehreren Stellen zwischen Nürnberg und Fürth die Dämme durchbrachen und die umliegenden Saatfelder weithin überschwemmten. So wurde zwischen Schleuse 79 und 80 in der Nähe der [[Fürther Kreuzung]] ... das Gewölbe der Eisenbahnbrücke so unterwühlt, daß die Züge diese Stelle nicht mehr passiren durften. Der völlige Einsturz erfolgte am Morgen des folgenden Tages.“''<ref>[[Chronik der Stadt Fürth 1872 (Buch)|Fronmüllerchronik]] erschienen 1872</ref> | ||
[[Paul Käppner|Käppner]] schilderte ein weiteres Schadensereignis vom 22. März 1896: ''„Gestern abend fand ein Dammbruch des Donau-Main-Kanals bei Schleuse 81 nahe Kronach statt, wodurch Felder usw. auf weite Strecken überschwemmt wurden; das Wasser an dortiger Stelle im Kanal sank um 1 Meter. Man nimmt an, daß der Bruch durch Feldmäuse, welche den Damm unterwühlten, herbeigeführt wurde. Auf den Wiesen lagen Hunderte von toten Fischen.“''<ref>[[Käppner-Chronik Teil 1 (Buch)|Käppner-Chronik Teil 1]]</ref> | [[Paul Käppner|Käppner]] schilderte ein weiteres Schadensereignis vom 22. März 1896: ''„Gestern abend fand ein Dammbruch des Donau-Main-Kanals bei Schleuse 81 nahe Kronach statt, wodurch Felder usw. auf weite Strecken überschwemmt wurden; das Wasser an dortiger Stelle im Kanal sank um 1 Meter. Man nimmt an, daß der Bruch durch Feldmäuse, welche den Damm unterwühlten, herbeigeführt wurde. Auf den Wiesen lagen Hunderte von toten Fischen.“''<ref>[[Käppner-Chronik Teil 1 (Buch)|Käppner-Chronik Teil 1]]</ref> | ||
14. Juni [[1911]] ''Der Magistrat nimmt an einer Probefahrt auf dem ersten motorisierten Handelsboot auf den Ludwigs-Kanal. Man erzielte eine Geschwindigkeit von bis zu 6 Km. die Stunde, während bei der bisherigen Schleppung mittels Pferde höchsten 2 bis 2 1/2 erreicht werden könne.'' <ref>[[Paul Rieß]]-Chronik 1911 (Überarbeitung Alexander Mayer)</ref> | |||
Der Kanal ist vor allem als Naherholungsgebiet in die Fürther Erinnerung eingegangen. Die himmlische Ruhe, die an seinen Ufern herrschte, zog viele Fürther zum Baden oder im Winter zum Schlittschuhfahren an. Auch die „Kanalbirnen“ und die holzigen Äpfel der zahlreichen Obstbäume an den Kanalufern haben sich in der Erinnerung gehalten. Die Kanalmeister waren auch für die jährliche Versteigerung der ca. 40 000 Kanalobstbäume zuständig. Ein Baum wurde zwischen 1 und 4 Mark (Preisstand 1934) an den Meistbietenden versteigert, der dann sofort das Obst pflückte und mittels Leiterwagen abtransportierte. Denn die „Kanalbirnen“ und „Kanaläpfel“ erfreuten sich schon im halbreifen Zustand einer allzu großen Beliebtheit der streunenden Ferienjugend.<ref>[[Nordbayerische Zeitung]] vom 24. Juli 1934</ref> | Der Kanal ist vor allem als Naherholungsgebiet in die Fürther Erinnerung eingegangen. Die himmlische Ruhe, die an seinen Ufern herrschte, zog viele Fürther zum Baden oder im Winter zum Schlittschuhfahren an. Auch die „Kanalbirnen“ und die holzigen Äpfel der zahlreichen Obstbäume an den Kanalufern haben sich in der Erinnerung gehalten. Die Kanalmeister waren auch für die jährliche Versteigerung der ca. 40 000 Kanalobstbäume zuständig. Ein Baum wurde zwischen 1 und 4 Mark (Preisstand 1934) an den Meistbietenden versteigert, der dann sofort das Obst pflückte und mittels Leiterwagen abtransportierte. Denn die „Kanalbirnen“ und „Kanaläpfel“ erfreuten sich schon im halbreifen Zustand einer allzu großen Beliebtheit der streunenden Ferienjugend.<ref>[[Nordbayerische Zeitung]] vom 24. Juli 1934</ref> | ||
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