Hermann Kronheimer: Unterschied zwischen den Versionen
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Dr. med. Hermann Kronheimer war | Dr. med. Hermann Kronheimer war als Sohn von [[Schmul Kronheimer|Schmul Kronheimer]] und Lina, geb. Löwenhaar aus [[Fürth]] das zehnte von zwölf Kindern. Der Vater war zuerst Schnittwarenhändler, später Teilhaber von Gebr. Kronheimer, Reklameartikel-Fabrikation u. Export, Gabelsbergerstraße 1. Hermann Kronheimer lebte zeitweise in Straßburg, promovierte zum Dr. med. und arbeitete als prakt. Arzt. Er zog 1901 nach Nürnberg, wo er 1913 Bürgerrecht erhielt. Dr. Kronheimer war Bahn- und Postarzt. | ||
Am [[17. Mai]] [[1934]] wurde die Praxis von Dr. Kronheimer in [[Nürnberg]] abgemeldet. Er emigrierte mit seiner Familie ein halbes Jahr später am [[22. Januar]] [[1935]] nach Den Haag (Niederlande).<ref>Bundesarchiv Homepage, abgerufen am 13. Februar 2014 - [http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de905711 online]</ref> Zuletzt lebte die Familie in Arnheim (Niederlande), allerdings konnten sie nicht erneut vor dem Überfall der deutschen Truppen im Mai [[1940]] aus Holland fliehen. Die Gestapo nahm Dr. Kronheimer und seine Frau in Holland fest und internierte sie im Sammellager Westerbork (Holland). Von dort aus wurden sie in verschiedene Konzentrationslager verbracht und ermordet.<ref>Bernd Höffken: Schicksale jüdischer Ärzte aus Nürnberg nach 1933. Metropol Verlag Berlin, 2013, S. 242 f.</ref> | |||
Er war verheiratet mit Josefine, geb. Hirsch (geb. [[19. März]] [[1887]] in Augsburg). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Tochter Lisa, geboren am [[18. September]] [[1920]] und Sohn Paul Peter, geboren am [[17. April]] [[1922]]. Am [[6. Mai]] [[1901]] zog Dr. Kronheimer nach [[Nürnberg]] und betrieb als Allgemeinarzt eine Praxis in der Bauerngasse 36. Zusätzlich war er als Bahn- und Postarzt tätig.<ref>siehe [https://juedisch-in-fuerth.repositorium.gf-franken.de/de/personen.html?permaLink=fue00520 | |||
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Jüdisch in Fürth] zu Hermann Kronheimer, sowie Gerhard Jochem & Ulrike Kettner: Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Shoah. Selbstverlag des Stadtarchivs Nürnberg, 1998. S. 182</ref> | |||
Am [[17. Mai]] [[1934]] wurde die Praxis von Dr. Kronheimer in [[Nürnberg]] abgemeldet. Er emigrierte mit seiner Familie ein halbes Jahr später am [[22. Januar]] [[1935]] nach Den Haag (Niederlande).<ref>Bundesarchiv Homepage, abgerufen am 13. Februar 2014 - [http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de905711 online]</ref> Zuletzt lebte die Familie in Arnheim (Niederlande), allerdings konnten sie nicht erneut vor dem Überfall der deutschen Truppen im Mai [[1940]] aus Holland fliehen. Die Gestapo nahm Dr. Kronheimer und seine Frau in Holland fest und internierte sie im Sammellager Westerbork (Holland). Von dort aus wurden sie in verschiedene Konzentrationslager verbracht und ermordet.<ref>Bernd Höffken: Schicksale jüdischer Ärzte aus Nürnberg nach 1933. Metropol Verlag Berlin, 2013, S. 242 f.</ref> | |||
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== Weblinks == | == Weblinks == | ||
* Bundesarchiv Homepage, abgerufen am 13. Februar 2014 - [http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de905711 online] | * Bundesarchiv Homepage, abgerufen am 13. Februar 2014 - [http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de905711 online] | ||
* [https://www.jewishgen.org/yizkor/nuremberg/nur007.html KRONHEIMER Hermann, Dr.] Nr. 1092 in „List of Nuremberg’s Victims of Shoah (cont.)“ | |||
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Aktuelle Version vom 15. Januar 2026, 18:02 Uhr
- Person
- Hermann Kronheimer
- Namenszusatz
- Dr. med.
- Vorname
- Hermann
- Nachname
- Kronheimer
- Geschlecht
- männlich
- Geburtsdatum
- 14. Februar 1874
- Geburtsort
- Fürth
- Todesdatum
- 30. Oktober 1944
- Todesort
- Auschwitz
- Beruf
- Arzt
- Religion
- Jüdisch
Dr. med. Hermann Kronheimer (geb. 14. Februar 1874 in Fürth, gest. 30. Oktober 1944 in Auschwitz) war praktizierender Arzt jüdischen Glaubens in Nürnberg.
Leben und Beruf
Dr. med. Hermann Kronheimer war als Sohn von Schmul Kronheimer und Lina, geb. Löwenhaar aus Fürth das zehnte von zwölf Kindern. Der Vater war zuerst Schnittwarenhändler, später Teilhaber von Gebr. Kronheimer, Reklameartikel-Fabrikation u. Export, Gabelsbergerstraße 1. Hermann Kronheimer lebte zeitweise in Straßburg, promovierte zum Dr. med. und arbeitete als prakt. Arzt. Er zog 1901 nach Nürnberg, wo er 1913 Bürgerrecht erhielt. Dr. Kronheimer war Bahn- und Postarzt.
Er war verheiratet mit Josefine, geb. Hirsch (geb. 19. März 1887 in Augsburg). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Tochter Lisa, geboren am 18. September 1920 und Sohn Paul Peter, geboren am 17. April 1922. Am 6. Mai 1901 zog Dr. Kronheimer nach Nürnberg und betrieb als Allgemeinarzt eine Praxis in der Bauerngasse 36. Zusätzlich war er als Bahn- und Postarzt tätig.[1]
Am 17. Mai 1934 wurde die Praxis von Dr. Kronheimer in Nürnberg abgemeldet. Er emigrierte mit seiner Familie ein halbes Jahr später am 22. Januar 1935 nach Den Haag (Niederlande).[2] Zuletzt lebte die Familie in Arnheim (Niederlande), allerdings konnten sie nicht erneut vor dem Überfall der deutschen Truppen im Mai 1940 aus Holland fliehen. Die Gestapo nahm Dr. Kronheimer und seine Frau in Holland fest und internierte sie im Sammellager Westerbork (Holland). Von dort aus wurden sie in verschiedene Konzentrationslager verbracht und ermordet.[3]
Deportation nach Auschwitz
Das Gedenkbuch des Bundesarchivs vermerkt folgendes zur Familie Kronheimer:
- Dr. Hermann Kronheimer & Lina Kronheimer - Internierung im Sammellager Westerbork, 11. Dezember 1942, Deportation am 14. September 1943 nach Bergen-Belsen ins Konzentrationslager; 25. Januar 1944 Theresienstadt - Ghetto; 28. Oktober 1944 Auschwitz, Vernichtungslager. Beide starben am 30. Oktober 1944 im KZ Auschwitz.[4]
- Paul Peter Kronheimer - Deportation am 28. August 1942 von dem Sammel- und Durchgangslager Drancy (i. d. Nähe von Paris) in das Vernichtungslager Auschwitz. Die Ermordung wird am 31. August 1942 vermerkt.[5]
- Lisa Kronheimer - Deportation vermutlich im Jahr 1942 nach Auschwitz. Am 28. Februar 1945 wird sie für tot erklärt.
Literatur
- Gerhard Jochem & Ulrike Kettner: Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa. Selbstverlag des Stadtarchivs Nürnberg, 1998
- Bernd Höffken: Schicksale jüdischer Ärzte aus Nürnberg nach 1933. Metropol Verlag Berlin, 2013
Siehe auch
Weblinks
- Bundesarchiv Homepage, abgerufen am 13. Februar 2014 - online
- KRONHEIMER Hermann, Dr. Nr. 1092 in „List of Nuremberg’s Victims of Shoah (cont.)“
Einzelnachweise
- ↑ siehe [https://juedisch-in-fuerth.repositorium.gf-franken.de/de/personen.html?permaLink=fue00520 https://juedisch-in-fuerth.repositorium.gf-franken.de/de/personen.html?permaLink=fue00520 Jüdisch in Fürth] zu Hermann Kronheimer, sowie Gerhard Jochem & Ulrike Kettner: Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Shoah. Selbstverlag des Stadtarchivs Nürnberg, 1998. S. 182
- ↑ Bundesarchiv Homepage, abgerufen am 13. Februar 2014 - online
- ↑ Bernd Höffken: Schicksale jüdischer Ärzte aus Nürnberg nach 1933. Metropol Verlag Berlin, 2013, S. 242 f.
- ↑ Gedenkbuch Bundesarchiv zu Kronheimer, Hermann
- ↑ Gedenkbuch Bundesarchiv zu Kronheimer, Paul Peter