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(1756-1825) für seine ebenfalls Ende 1805 mit Napoleon I. vertraglich vereinbarte Mitgliedschaft im Rheinbund und militärische Bündnistreue zu Frankreich die ehemaligen markgräflichen Gebiete Ansbach und Bayreuth sowie als Maximilian I. Joseph den Königstitel für Bayern erhielt.40 Die Übernahme durch Bayern wurde in Fürth Anfang 1806 bekanntgegeben und der Markflecken 1808 von Bayern zur Stadt ohne eigene Verwaltungshoheit erhoben, indem ein königliches Edikt über das Gemeindewesen allen Städten einen Magistratsrat zuerkannte, der auch für Fürth in Aussicht gestellt wurde, aber erst 1810 zustande kam und aus fünf angesehenen Bürgern bestand, die gegenüber der bayerischen Verwaltung allerdings nur beratende Funktion hatten.41 Aufgrund der in Bayern seit 1802 geltenden sechsjährigen Unterrichtspflicht für alle Jungen und Mädchen vom vollendeten sechsten bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr, die für Kinder von Adligen, Räten (Beamten) und Vermögenden (Kaufleuten, Manufakturisten) auch durch Privatunterricht erfüllt werden konnte, aber für die meisten Kinder mit dem Besuch öffentlicher Schulen verbunden war,42 und der 1803 eingeführten Sonn- und Feiertagsschulpflicht für alle Jungen und Mädchen vom vollendeten zwölften bis zum vollendeten achtzehnten Lebensjahr, mit der neben der religiösen Belehrung auch die in der Elementarschule erworbenen Kenntnisse wiederholt und vertieft werden sollten,43 geriet die Schullandschaft in Fürth nun erheblich in Bewegung, weil das Potenzial der unterzubringenden Schüler/innen die bisherigen Schulraumkapazitäten erheblich überschritt. Wie eine 1807 durchgeführte landesweite Erhebung über die Schulen in Bayern ergab, besuchten damals in Fürth 143 Kinder die dompröpsteiliche Schule im Hof des Gasthauses zum Goldenen Schwan am Grünen Markt, 356 Kinder die nürnbergische Schule am Kirchenplatz und 724 Kinder die Armen- und Waisenschule in der Königstraße 76, von denen 300 Kinder Armen- und Waisenkinder waren.44 Den insgesamt 1.223 Kindern, die die drei Schulen 1807 besuchten, standen allerdings nach einer Erhebung aus dem Jahr 1810 rund 1.600 unterrichtspflichtige Kinder gegenüber, so dass die Regierung 1813 die Bildung von vierzehn Klassen anordnete, die getrennt nach Geschlechtern einzurichten waren, was rein rechnerisch im Durchschnitt 114 Schüler/innen je Klasse ergab. Als dann 1816 sogar mit 1.800 potenziell unterrichtspflichtigen Kindern gerechnet wurde und die stärkste Klasse bereits 228 Kinder aufwies, wurde 1816/17 ein zusätzliches neues Schulgebäude am Kirchenplatz neben der „Poppenreuther Stiege“ errichtet.45 Mit dem am 17. Mai.1818 von König Maximilian I. Joseph erlassenen neuen Gemeindeedikt wurde Fürth wie auch alle anderen Orte im Königreich Bayern mit mehr als 40Vgl.: Ebd., S.151. 41Vgl.: Ebd., S.154. 42Vgl.: Max Liedtke, 1806 2006. Vom neuen zum modernen Bayern. Schule im Spiegel der Zeit, in:

Lehrerinfo. Ein Service des Bayerischen Kultusministeriums für Lehrerinnen und Lehrer, Nr.2/2006, S.5-12, hier: S.6. Nach Absolvierung der Schulzeit war außerdem eine öffentliche Prüfung und ein Abschlusszeugnis vorgesehen, das bei Bewerbungen um eine Lehrstelle im Handwerk, bei Verheiratung oder bei Besitznahme eines Guts oder Hauses vorzulegen war. 43Vgl.: Ebd., S.8. 44Vgl.: Emil Ammon, 400 Jahre Schule in Fürth, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.6-29, hier: S.12 und S.14. 45Vgl.: Ebd., S.14. Siehe auch: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S.164. Die Baukosten für das 1816/17 errichtete neue Schulgebäude am Kirchenplatz beliefen sich auf 12.000 Gulden, wobei zur Deckung eines Teils der Kosten auch ein Zuschlag auf die Fleischpreise erhoben wurde.

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