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die Arbeiterbewegung im Bündnis mit den Linksliberalen die Entwicklung des Schulwesens in Fürth kurz vor und kurz nach Reichsgründung von 1871 nachhaltig beeinflusst, so wurde das örtliche Schulwesen spätestens ab den 1890er Jahren von der bürgerlichen Frauenbewegung und der bürgerlichen Sozialreform ebenfalls erheblich beeinflusst. Im Zeitalter der Hochindustrialisierung und einer von 1890 bis 1914 andauernden allgemeinen wirtschaftlichen Prosperitätsphase erhielt das Schulwesen in Fürth nun bis zum Ersten Weltkrieg die bis heute bestehende institutionelle Grundstruktur und erreichte mit den Schulneubauten nach 1900 zugleich den zeitgenössischen architektonischen, gesundheits- und sozialhygienischen Standard der Moderne.

4. Schulen in Fürth von der Reichsgründung 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 In Fürth zeigte sich die mit der Reichsgründung 1871 anlaufende Hochindustrialisierung bis 1900 in einer fortwährenden Zunahme und Vergrößerung der Betriebe und Fabriken in der Spiegelindustrie (78 Betriebe 1891), der damit verbundenen Spiegelrahmenherstellung (38 Betriebe 1891), bei der Bronzefarben- und Blattmetallherstellung (180 Betriebe 1891), der Zichorienkaffeeproduktion, der Herausbildung von fünf Großbrauereien (Humbser, Geismann, Grüner, Evora und Meyer, Mailaender/Bergbräu), der Entwicklung der Bilderbuchfabrik Löwensohn, der Spielwarenproduktion und dem damit verbundenen Großhandel, dem Warenhaus Tietz am Kohlenmarkt als erstem Warenhaus in Bayern ab dem Jahr 1900, dem Hopfengroßhandel (Sahlmann) sowie den Veränderungen im Bankenwesen von 34 Privatbanken und einer Stadtsparkasse 1884 zu 9 Privatbanken, 7 Großbanken und einer Stadtsparkasse 1901.92 Gleichzeitig kam es zu einem Bevölkerungszuwachs von 24.577 Einwohner/innen im Jahr 1870 auf 54.192 Einwohner/innen im Jahr 1900.93 Im Schulwesen der Stadt wirkte sich die nach der Reichsgründung 1871 beginnende und rasant fortschreitende Hochindustrialisierung als erstes auf die berufliche Bildung aus. Nach der 1873 verabschiedeten Reichsgewerbeordnung wandelte nun auch die Stadt Fürth entsprechend einer bereits im Zusammenhang mit der bayerischen Gewerbeordnung 1868 eingeführten Regelung die Sonn- und Feiertagsschulen, die vor Ort bereits 1824 durch eine Sonntagsindustrieschule für Mädchen aus armen Verhältnissen und 1833 durch eine Sonntags-Zeichnungsschule für Lehrlinge des Handwerks berufsorientiert ergänzt worden waren, 1875 in obligatorische allgemeine und berufliche Fortbildungsschulen um. Der Unterricht erfolgte zwar nach wie vor in den drei Elementarschulgebäuden, wurde aber jetzt nicht mehr ausschließlich von Elementarlehrern erteilt, sondern im kaufmännischen Bereich von Gewerbe-, Handels- und Realschullehrern und im gewerblichen Bereich von Handwerksmeistern ergänzt.94 21. Lebensjahr erworben werden konnte und Frauen bis zur Revolution von 1918 vom Wahlrecht ausgeschlossen waren. 92Vgl. dazu im Einzelnen: Barbara Ohm, Fürth, Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S.203-216. 93Vgl.: Stadt Fürth, Amt für Statistik und Wahlen (Hrsg.), Statistisches Jahrbuch 2004 der Stadt Fürth, Stadt Fürth 2005, S.33, Tabelle 3.1, Die Entwicklung des Bevölkerungsstandes nach dem jeweiligen Gebietsstand. 94Vgl.: Emil Ammon, 400 Jahre Schule in Fürth, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.6-29, hier:, S.25. Siehe auch: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 2, Geschichte der Schule in Bayern von 1800 bis 1918, Heilbrunn 1993, S.414f.: „Die Errichtung von Fortbildungsschulen hing auf das

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