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Landwirtschaftliche Winterschule im Anwesen Mathildenstraße 9 eingerichtet wurde.142 Außerdem entstand nach dem Vorbild der 1873 in Nürnberg gegründeten und 1900 vom Verein Frauenwohl übernommenen Frauenarbeitsschule auch in Fürth 1907 die Frauenarbeitsschule der Schwestern Edelmann im Anwesen Bäumenstraße 9.143 Die Privatschule, die in Tages- und Abendkursen Unterricht im Hand- und Maschinennähen, Musterschnittzeichnen, Kleidermachen, Weiß- und Buntsticken sowie Freihandzeichnen für erwachsene Frauen und fortbildungsschulpflichtige Mädchen erteilte und zur Erfüllung der seit 1856 auf die siebenjährige Elementarschulpflicht folgenden dreijährigen Fortbildungsschulpflicht zugelassen war, zog 1912 von der Bäumenstraße in größere und besser belichtete Räume im Erdgeschoss und in dem Richtung Badstraße liegenden Untergeschoss des neu errichteten Gebäudes Pfisterstraße 48.144 Nachdem bereits die nach der Reichsgründung 1871 begonnene Hochindustrialisierung dazu geführt hatte, dass 1875 in Fürth die 1810 eingeführten Sonn- und Feiertagsschulen in obligatorische allgemeine und berufliche Fortbildungsschulen umgewandelt worden waren, deren Unterricht zwar nach wie vor in den Elementarschulgebäuden erfolgte, aber nicht mehr ausschließlich von Elementarschullehrern erteilt, sondern im kaufmännischen Bereich durch Realschullehrer und im handwerklichen Bereich durch Handwerksmeister ergänzt wurde, öffnete sich nun in Fürth der Weg zu einem eigenständigen Berufsbildungssystem,145 als auf Anregung des Gewerbevereins 1911 eine Handwerkerschule für die Holzindustrie zur Schreiner- und Holzbildhauerausbildung entstand, die schon allein wegen der Spiegelindustrie und der damit verbundenen Spiegelrahmenherstellung von Bedeutung war und 1912 ein eigenes Gebäude an der Turnstraße erhielt. 146 Gleichzeitig stellte die Stadt Fürth für die

142Vgl.: Emil Ammon, 400 Jahre Schule in Fürth, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom

Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.6-29, hier:S.27. Siehe auch: Max Liedtke (Hg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 2, Geschichte der Schule in Bayern von 1800 bis 1918, Heilbrunn 1993, S.419f.: Landwirtschaftliche Winterschulen waren ein Zweig der landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen, mit dem der normalerweise an Sonn- und Feiertagen oder an Werktagabenden stattfindende und nach dem Besuch der Elementarschule für drei Jahre verpflichtende Fortbildungsunterricht durch intensivierte, mindestens viereinhalb Monate dauernde Kurse auf zwei Jahre verkürzt werden konnte. Außerdem stand der landwirtschaftliche Nachwuchs von Mitte/Ende März bis Mitte/Ende Oktober für die großen Arbeiten auf dem elterlichen Hof uneingeschränkt und in den Wintermonaten in der Regel auch für die frühmorgendliche und abendliche Versorgung des Viehs zur Verfügung. Wegen des Schulbesuchs in den Wintermonaten war allerdings die Mithilfe bei Waldarbeiten in der damals auf jedem Hof üblichen gemischten Betriebsführung (Ackerbau, Viehhaltung, Teich- und Forstwirtschaft) weitgehend ausgeschlossen. 143Vgl.: Renate Trautwein, Die Entwicklung der privaten Frauenarbeitsschule der Geschwister Edelmann zur Berufsfachschule (Fachrichtung Hauswirtschaft/Kinderpflege) in der Staatlichen Berufsschule I in Fürth/Bayern und zur Bildungsstätte für Frauenarbeit an der VHS Fürth. Studienarbeit an der Evangelischen Fachhochschule Nürnberg 2005, S.3f. und S.8f. Die Schwestern und Lehrerinnen Edelmann waren Regine Edelmann (1882-1957), die vor der Gründung der eigenen Frauenarbeitsschule in Fürth als Lehrerin an der Frauenarbeitsschule in Nürnberg tätig gewesen war, Mathilde Edelmann (1886-1962), die 1916 aus der Schule ausschied und in ein Kloster in Innsbruck ging, Creszentia Pauline Edelmann (1889-1964) und ab 1915 Helene Josefine Edelmann (1896-1963). 144Vgl.: Ebd., S.10. 145Vgl.: Max Liedtke, 1808 2006. Vom neuen zum modernen Bayern. Schule im Spiegel der Zeit, in: Lehrerinfo. Ein Service des Bayerischen Kultusministeriums für Lehrerinnen und Lehrer, Nr.2/2006, S.5-12, hier: S.8: Wie dort erläutert, erhielten die Berufsschulen ihre bis heute bestehende Organisationsform, „als der Münchener Stadtschulrat Georg Kerschensteiner 1906 die ‚Fortbildungsschulen‘ zu fachlich gegliederten und am Beruf orientierten Pflichtschulen (Berufsschulen) machte“. 146Vgl.: Adolf Schwammberger, Fürth von A-Z. Ein Geschichtslexikon. Textlich unveränderter Neudruck der Ausgabe von 1968, Neustadt an der Aisch 1988, S.162.

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