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In der Stadt Fürth war die Zeit zwischen September 1921 und August 1922 weniger durch heftige schulpolitische Debatten, sondern durch eine fundamentale kommunalpolitische Auseinandersetzung über die Frage eines Zusammenschlusses mit der Stadt Nürnberg geprägt. Als der Stadtrat vor dem Hintergrund der nach Kriegsende durchgeführten Reichsfinanzreform, die den Kommunen das Recht auf einen Zuschlag zur Einkommens- und Körperschaftssteuer genommen und sie vom allgemeinen Finanzausgleich abhängig gemacht hatte, einer hohen Schuldenlast aus der Kriegszeit und eines akuten Haushaltsdefizits von 4,1 Millionen Mark am 2. Dezember 1921 mit 30 zu 12 Stimmen die Vereinigung mit der Stadt Nürnberg beschloss, bildeten der Verein Treu Fürth, der Haus- und Grundeigentümerverein, die Innungen und der Verein für Handel und Gewerbe einen Ausschuss zur Erhaltung der Selbstständigkeit Fürths und beantragten eine Volksabstimmung. An der Volksabstimmung am 22. Januar 1922 nahmen 33.541 von 42.292 stimmberechtigten Einwohner/innen teil. Lediglich 11.801 waren für, aber immerhin 21.684 gegen einen Zusammenschluss mit Nürnberg. Nach diesem ablehnenden Votum trat der Stadtrat zurück. Bei der außerordentlichen Kommunalwahl am 14. Mai 1922 verloren die Vertreter der Arbeiterparteien, die seit 1919 mit 24 Sitzen vertreten gewesen waren und den Zusammenschluss mit Nürnberg im Dezember 1921 mit 23 Stimmen gebilligt hatten, ihre Mehrheit, da die Liste Fürther Selbstständigkeit 20 Sitze, die Liste Freie Bürger 1 Sitz, die MSPD 12 Sitze, die KPD 5 Sitze und die USPD 2 Sitze erhielt.223 Im November 1922 beschloss der Stadtrat dann mit einer Mehrheit von 23 zu 13 Stimmen, die 1907 von den Schwestern Edelmann gegründete Frauenarbeitsschule, die 1912 in das Gebäude Pfisterstraße 48 eingezogen sowie in der Kriegs- und Nachkriegszeit in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten war und über einen Schuldenstand in Höhe von 598.000 Mark verfügte, durch die Stadt zu übernehmen, indem das Gebäude für 100.000 Mark, das Mobiliar für 136.000 Mark gekauft und alle Lehrkräfte von der Stadt übernommen wurden.224 Von den Restschulden wurden die Schwestern Edelmann schließlich durch die einer zunehmenden Hyperinflation folgenden Währungsreform im November 1923 befreit. Danach wurde ihre Frauenarbeitsschule mit Regierungsentschließung vom 24. Februar 1925 in eine Städtische Frauenarbeitsschule mit angegliederten Tages- und Abendkursen umbenannt, wobei diese nach der Satzung nun den Zweck verfolgte, heranwachsende Mädchen unter besonderer Pflege der Näharbeiten in den gesamten häuslichen Aufgabenkreis einzuführen, und damit eine Berufsfortbildungsschule für Handarbeit und Hauswirtschaft mit dreijähriger Schuldauer und einer entsprechenden Schulorganisation wurde. „Das Schuljahr 1925/26 begann mit je zwei Unter-, Mittel- und Oberklassen, sowie sechs Monate dauernden Tages- und Abendkursen für Erwachsene.“225“

223Vgl.: Lothar Berthold, Fürth – ein Trabant Nürnbergs? Unveröffentlichte Zulassungsarbeit an

der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg 1978. Siehe auch: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S.280-284. Ergänzend anzumerken ist, dass die KPD durch den im Oktober 1920 von einer Parteitagsmehrheit der USPD beschlossenen Zusammenschluss mit der KPD, dem sich ein Drittel der 900.000 USPD-Mitglieder angeschlossen hatte, auch in Fürth zu mehr Mitliedern und Wähler/innen gekommen war. 224Vgl.: Renate Trautwein, Die Entwicklung der privaten Frauenarbeitsschule der Geschwister Edelmann zur Berufsfachschule (Fachrichtung Hauswirtschaft/Kinderpflege) in der Staatlichen Berufsschule I in Fürth/Bayern und zur Bildungsstätte für Frauenarbeit an der VHS Fürth. Studienarbeit an der Evangelischen Fachhochschule Nürnberg 2005, S.11. 225Ebd., S.12.

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