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bis 1930 über zwei Vereinsturnhallen verfügte.245 Der Hans-Lohnert-Sportplatz beruhte auf einer Spende über 100.000 RM, die Oberbürgermeister Dr. Wild gegenüber dem in Fürth geborenen Hans Lohnert (1867-1941) - der in Berlin zum Vorstand der Aschinger‘s AG und damit des mit Stehbierhallen und preiswerten Schnellgerichten größten Gastronomiebetriebs in Deutschland aufgestiegen war - nach Glückwünschen zum 25-jährigen Vorstandsjubiläum bei einem anschließenden Besuch mit einer Stadtratsdelegation in Berlin als Gegenleistung für die Verleihung der Ehrenbürgerwürde in Fürth ins Gespräch gebracht hatte. Als am 27. September 1929 die Einweihung des 33.000 m2 großen Sportplatzes an der Jahnstraße stattfand, übernahm Hans Lohnert noch die entstandenen Mehrkosten von 47.000 RM und 1930 bei den Stadtschulwettkämpfen auch die Kosten für die Verköstigung der 1.600 teilnehmenden Schüler/innen mit heißen Würstchen und Semmeln.246 Ohne die Spenden von Hans Lohnert und der damit von Oberbürgermeister Dr. Wild verknüpften Verleihung der Ehrenbürgerwürde wäre in den zwanziger Jahren die Errichtung einer zweiten Schulsportanlage wahrscheinlich nicht möglich gewesen, da die städtischen Finanzmittel bereits beim Bau der Jahnturnhalle und des neuen Krankenhauses gebunden waren und die Stadt Fürth zugleich nicht mehr in der Lage war, den Zwei-Drittel-Anteil für den 1922 zusammen mit der Stadt Nürnberg geschlossenen Pachtvertrag zur Nutzung des Flugplatzes Atzenhof als Zivilflugplatz an das Reich zu zahlen und die Investitionen für größere Flugzeughallen aufzubringen, weshalb der Pachtvertrag am 1. Oktober 1928 gekündigt wurde. Den Pachtvertrag übernahm daraufhin die Stadt Nürnberg alleine, änderte die Bezeichnung von Flugplatz Fürth-Nürnberg in Flugplatz Nürnberg-Fürth und begann mit den Planungen eines größeren Zivilflugplatzes im eigenen Stadtgebiet, der 1933 im Ortsteil Marienberg fertiggestellt und eröffnet wurde.247 In Fürth war am 1. Juli 1927 auch endlich die Eingemeindung von Ronhof/Kronach erfolgt, für die bereits 1905 der Schulneubau an der Pestalozzistraße/Schulstraße vergeblich als kommunalpolitischer Köder eingesetzt worden war. Auch 1921 hatte die

245Zu den elf Schul- und Vereinsturnhallen in Fürth zählten 1930 die Turnhalle an der Katharinen-

straße, Katharinenstraße 1½, Baujahr 1876/77, die Turnhalle Ottoschule, Ottostraße 2, Baujahr 1882, die Turnhalle Maischule, Maistraße 17/19, Baujahr 1891, die Turnhalle des Humanistisches Gymnasiums, Königstraße 105, Baujahr 1901/02., die Turnhalle Pegnitzstraße 20, Baujahr 1905, die Turnhalle Pestalozzischule, Pestalozzistraße 20, Baujahr 1905, die Turnhalle des Mädchenlyzeums und der Handelsschule, Tannenstraße 19, Baujahr 1907, die Turnhalle Frauenschule, Frauenstraße 15, Baujahr 1909/10, die Turnhalle Helmplatz, Helmplatz 6, Baujahr 1910, die Turnhalle der Oberrealschule, Kaiserstraße 91, Baujahr 1912 und die Jahnturnhalle, Theresienstraße 11/13, Baujahr 1928 sowie die Vereinsturnhallen des TV Fürth 1860 e.V., Turnstraße 10, Baujahr 1900 (größerer Ersatzneubau für eine dort bereits 1864 errichtete Turnhalle des TV Fürth 1860, der 1971 völlig ausbrannte und abgebrochen wurde) und die Vereinsturnhalle des Tuspo Burgfarrnbach e.V., Moosweg 11, Baujahr1930. Vgl.: Adolf Schwammberger, Fürth von A-Z. Ein Geschichtslexikon. Textlich unveränderter Neudruck der Ausgabe von 1968, Neustadt an der Aisch 1988, S 363f., Stichwort Turnhallen. Siehe auch ebd., S.181: Die erste Schulsportanlage in Fürth war der 1904 an der Dr.-Mack-Straße im Anschluss an den Stadtpark errichtete und auf einer 1903 gegründeten Stiftung beruhende Humbser-Spielplatz, deren Grundkapital der Brauereibesitzer Hans Humbser 1899 im Namen der Erben aus dem Nachlass seines Vaters Johann Humbser dem Stadtmagistrat übergeben hatte. Die zweite Schulsportanlage war der 1928/29 errichtete Hans-LohnertSportplatz südlich der Jahnstraße. 246Vgl.: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S.292f. 247Vgl.: Ebd., S.284f.

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