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sammen mit dreizehn Stadträten der SPD in das Konzentrationslager Dachau gebracht und individuell unterschiedlich nach einigen Monaten oder erst nach einem Jahr wieder entlassen wurden.347 Mit dem Gesetz gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 wurde die NSDAP schließlich zur einzigen in Deutschland zugelassenen Partei erklärt und die Weiterführung oder Gründung anderer Parteien mit Zuchthausoder Gefängnisstrafen bedroht.348 Bis September 1933 bekamen in Fürth außerdem alle Vereine durch den von Oberbürgermeister Jakob eingesetzten Gleichschaltungsbeauftragten der NSDAP, Johann Leonhard (Hans) Sandreuther, nationalsozialistische Vorsitzende verordnet.349 Zu diesen Vereinen zählte auch der durch einen Zeitungsaufruf von Dr. Adolf Schwammberger (1905-1975) am 6. Januar 1933 angeregte Historische Verein, an dessen Gründungsversammlung am 20. Februar 1933 noch Oberbürgermeister Dr. Wild teilgenommen, die Unterstützung der Stadt zugesagt und sich als erstes Mitglied eingeschrieben hatte. Zugleich war Dr. Schwammberger von den 38 Anwesenden, von denen sich 22 für die Vereinsbezeichnung Alt Fürth – Verein für Heimatforschung ausgesprochen hatten, zum Vorsitzenden gewählt worden. Während Dr. Schwammberger bei der Sitzung mit dem örtlichen Gleichstellungsbeauftragten der NSDAP am 16. September 1933 Vorsitzender des Vereins Alt Fürth blieb, wurden die anderen Vorstandsmitglieder und Beisitzer durch neue Personen ersetzt.350 Unabhängig von der personellen Besetzung des Vorstands gab es seit 20. Februar 1933 nun auch in Fürth einen Historischen Verein, zu deren Gründung König Ludwig I. (1786-1868) bereits 1827 aufgefordert hatte. Der erste Historische Verein in Bayern war daraufhin 1830 durch den 347Vgl.: SPD-Kreisverband Fürth-Stadt, 120 Jahre SPD Fürth, Fürth 1992, S.34. 348Vgl.: Heinrich August Winkler, Der Weg in die Katastrophe. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der

Weimarer Republik 1930 bis 1933, 2. vollständig durchgesehene und korrigierte Auflage, Berlin 1990, S.947. 349Vgl.: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S. 302. 350Vgl.: Adolf Schwammberger, 40 Jahre Alt-Fürth, in: Fürther Heimatblätter, Nr.4/1972, S.81-87 sowie Wilhelm Kleppmann, 50 Jahre Alt-Fürth, in: Fürther Heimatblätter, Nr. 2/1982, S.29-71: In der Gründungsversammlung am 20. Februar 1933 hatte Pfarrer Fronmüller dem Verein einige mittelalterliche Kircheninstrumente übergeben und außerdem angeregt, die bis 1579 zurückreichenden Kirchenbücher von St. Michael auszuwerten. Der Vereinsinitiator Dr. Adolf Schwammberger (1905-1975) wurde in Nürnberg geboren und war ab 1930 als Volksschullehrer in Fürth tätig. Nach einem zusätzlichen Studium in den Fächern Geschichte, Philosophie, Pädagogik und Volkswirtschaftslehre wurde er Mitte 1932 von der Universität Erlangen-Nürnberg promoviert. Ab Mai 1933 war er Mitglied des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (NSLB) und nach Aufhebung des im Mai 1933 verhängten Aufnahmestopps ab Mai 1937 Mitglied der NSDAP, ab 1938 Stadtarchivar und zudem Leiter des im alten Krankenhaus an der Schwabacher Straße eingerichteten Stadtmuseums in Fürth. Nach dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 ging er zusammen mit NS-Oberbürgermeister Franz Jakob (1891-1965) Ende Oktober 1939 nach Thorn, wo er im April 1940 Direktor des Kulturamtes, im April 1942 Kulturdezernent und im November 1942 NSDAP-Kreisschulungsleiter wurde. Nach seiner Einberufung zur Wehrmacht im Oktober 1944, amerikanischer Kriegsgefangenschaft ab 8. Mai 1945 in Bad Kreuznach (eines der „Rheinwiesenlager“, in denen die Amerikaner nach der bedingungslosen Kapitulation die große Anzahl deutscher Kriegsgefangener sammelten) und einem in Siegen ausgestellten Entnazifizierungsbescheid aus dem Jahr 1949 mit der Einstufung entlastet war er ab 1951 zunächst wieder Vorsitzender des Vereins Alt-Fürth, ab 1952 erneut Volksschullehrer in Fürth und von 1957 bis zu seiner Pensionierung 1970 hauptamtlicher Leiter des Stadtarchivs, der Volksbücherei und der Freilichtbühne im Stadtpark. Vgl. den Artikel Adolf Schwammberger, in: www.fuerthwiki.de, hier: Ausdruck vom 18.11.2019. Nach dem Tod von Dr. Schwammberger im Jahr 1975 wurde der historische Verein Alt Fürth am 19. Februar 1996 in Geschichtsverein Fürth umbenannt. Im Jahr 2003 erhielt die Vereinszeitschrift Fürther Heimatblätter die Bezeichnung Fürther Geschichtsblätter. Vgl. den Artikel Geschichtsverein Fürth, in: www.fuertwiki.de, hier: Ausdruck vom 29.04.2022.

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