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Daneben kam es in den Weihnachtsferien bei einem schweren Luftangriff auf Nürnberg am 2. Januar 1945 in Fürth ebenfalls zu Bombenabwürfen. Nach einem erneuten schweren Luftangriff auf Nürnberg am 20./21. Februar 1945, der auch in Fürth zu 20 Todesopfern führte,469 diente das wegen Kohlemangels ohnehin nicht mehr für Unterrichtszwecke benötigte humanistische Gymnasium an der Königstraße zur Registrierung und Verteilung von etwa 2.000 Luftkriegsgeschädigten aus Nürnberg.470 Ab März 1945 wurden dann die Lebensmittelrationen herabgesetzt, so dass es in Fürth für eine erwachsene Person („Otto Normalverbraucher“) pro Woche nur noch 1.700 Gramm Brot, 250 Gramm Fleisch und 125 Gramm Fett gab. Außerdem waren Strom, Gas, Benzin und Brennstoffe kaum noch vorhanden.471 Zu diesem Zeitpunkt hatten die alliierten Streitkräfte im Westen am 12. September 1944 die Reichsgrenze in der Eifel überschritten und bis 22. Oktober 1944 die Stadt Aachen erobert, bevor ihr Vormarsch zum Rhein wegen zu lang gewordener Nachschublinien, der schlechten Wetterlage, die einen Einsatz der weit überlegenen Luftwaffe erschwerte, sowie der Anfang Dezember 1944 begonnenen, aber nach wenigen Tagen an Treibstoffmangel scheiternden Ardennenoffensive durch SS-Panzereinheiten verzögert wurde und erst Anfang 1945 wieder aufgenommen werden konnte,472 bereits das gesamte linksrheinische Gebiet erobert. Dabei war den Amerikanern am 7. März 1945 die einst für den Eisenbahnverkehr gebaute „Ludendorff-Brücke“ bei Remagen unzerstört in die Hände gefallen,473 wodurch tagelang amerikanische Truppen samt Waffen und Gerät auf die rechtsrheinische Seite gebracht werden konnten, bevor die Brücke unter der Dauerbelastung zusammenbrach. Danach beteiligten sich die Amerikaner zusammen mit Briten und Kanadiern an der Besetzung des Ruhrgebietes und rückten selbst nach Thüringen und Süddeutschland vor.474 insbesondere durch die Auswirkungen des Luftkrieges, aber auch durch andere Begleiterscheinungen des Krieges das Schulwesen insgesamt mehr und mehr zum Erliegen.“ 469Vgl.: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S. 313. 470Vgl.: Heinrich-Schliemann-Gymnasium, (Hrsg.), 100 Jahre Heinrich-Schliemann-Gymnasium. Festjahresbericht, Fürth 1996, S.34. 471Vgl.: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S. 313. Siehe zur Ernährungslage in Deutschland während des Krieges auch: Götz Aly, Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus, München 2005, 2. Auflage 2011, Kapitel Otto Normalverbraucher, S.195-206: „Weder im Ersten noch im Zeiten Weltkrieg konnten sich die Deutschen aus den Erträgen der eigenen Landwirtschaft zureichend ernähren“ (S.195). „Seit 1936 kümmerten sich die Verantwortlichen um den Aufbau der Reichsgetreidereserve und ließen … flächendeckend Silos und Hallen errichten“ (S.196f.). Neben einer differenzierten und als gerecht empfunden Lebensmittelrationierung erfolgte mit Kriegsbeginn ein Lebensmittelraub: „Die Lebensmittel aus den besetzten Gebieten kamen in erster Linie deutschen Soldaten zugute. Sie schickten davon einen nicht geringen Teil nach Hause. Ein weiterer, stark ansteigender Teil wurde abtransportiert“ (S.206). Durch das Vorrücken der Alliierten von allen Seiten ab Mitte 1944 verringerte sich auch die verfügbare Lebensmittelmenge: „In Berlin beschwerten sich die Mütter im Februar 1945, dass sie – erstmals – ‚nicht regelmäßig Vollmilch erhalten‘ könnten“ (S.206). 472Vgl.: Klaus-Dietmar Henke, Die amerikanische Besetzung Deutschlands, München 1996, S.148-185. Beim Überschreiten der Reichsgrenze am 12. September 1944 waren die Amerikaner von einem Teil der Bevölkerung im Grenzdorf Roetgen in der Eifel mit Blumen und heißem Kaffee empfangen worden (Vgl. ebd., S.169f.). Dies war weder ungewöhnlich noch unlogisch, da zum Beispiel der für die Überwachung der Stimmung in der Bevölkerung zuständige SD bereits seit Ende 1943 wusste, dass die Bevölkerung die Amerikaner im Gegensatz zu den Ostvölkern nicht fürchtete, sondern als gar nicht so schlimm einschätzte (vgl. ebd., S.89f.). 473Vgl.: Ebd., S.377. 474Vgl. dazu ebd. die Kapitel: Die Besetzung des Ruhrgebietes, S.391-656; Die Amerikaner an der Elbe, S,657-776; Das Kriegende in Süddeutschland und die Konsolidierung der Militärregierung, S.7751006.

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