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Einen noch schwierigeren Neustart hatten in Fürth die Berufsschulen, die mit dem Unterricht im Februar und im September 1946 an dreizehn weit auseinanderliegenden Gebäudestandorten begannen, wobei die in den letzten Kriegstagen und kurz danach ausgeplünderten Fachräume bis zur Währungsreform am 20. Juni 1948 nicht mit den nötigen Einrichtungen ausgestattet waren.512 Insgesamt setzte in Bayern eine schrittweise Verbesserung des Berufsschulwesens erst ab dem Schuljahr 1947/48 ein, nachdem das Berufspädagogische Institut in München am 1. Dezember 1946 und mit einiger Verzögerung auch das Institut für landwirtschaftlichen Unterricht wieder den Betrieb aufgenommen hatten und dadurch Lehrgänge zur Ausbildung von Volksschullehrern zu Berufsschullehrern ermöglicht wurden.513 Vor diesem Hintergrund nahm in Fürth zumindest die 1907 von den Schwestern Edelmann gegründete, seit 1912 im Gebäude Pfisterstraße 48 untergebrachte, 1922 von der Stadt Fürth übernommene Frauenarbeitsschule, die 1940 von den Nationalsozialisten in eine hauswirtschaftliche Berufsfachschule umgewandelt und im Juni 1945 als Bildungsstätte für Frauenarbeit mit Tages- und Abendkursen teilreaktiviert worden war, ab Mai 1947 unter der Bezeichnung Städtische Handarbeits- und Haushaltungsschule mit einjähriger Schuldauer sowie mit Tages- und Abendkursen für Erwachsene514 als Berufsfachschule und Erwachsenenbildungsstätte wieder den Betrieb in zwei Fachrichtungen auf, die angesichts der damaligen Versorgungs- und Beschäftigungslage für Frauen wichtig und hilfreich waren. Neben der im Herbst 1945 begonnenen Wiedereröffnung der Schulen hatten die Amerikaner als Bestandteil einer umfassenden und auf demokratisches Bewusstsein abzielenden Erziehungsreform am 25. Oktober 1945 auch Instruktionen und ein Programm zur Jugendarbeit erlassen.515 Die Instruktionen und das Programm umfassten die Durchführung von Sportveranstaltungen und Diskussionsrunden sowie die Bildung von Jugendgruppen für 10- bis 25-Jährige, die von amerikanischen Jugend-Offizieren angeleitet und unterstützt wurden. Neben der Gründung der Jugendgruppen ordnete die amerikanische Militärregierung die Bildung von kommunalen Jugendausschüssen an und untersagte den politischen Parteien eine Einflussnahme auf deren Aktivitäten. Im September 1946 gab es in Bayern überall Jugendausschüsse und insgesamt 150.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren, die in 522 lizensierten Jugendgruppen organisiert waren und einem Anteil von 20 % aller Heranwachenden entsprachen.516 In Fürth hatten die Amerikaner beispielsweise im August 1946 die Acht- bis Siebzehnjährigen auf den Humbser-Sportplatz eingeladen, um sie 512Vgl.: Max Eichler, Der Wiederaufbau des Fürther Schulwesens nach 1945, in: Stadt Fürth (Hrsg.),

Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.30-42, hier: S.37. 513Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Ge-

schichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.514 und S.563. 514Vgl.: Renate Trautwein, Die Entwicklung der privaten Frauenarbeitsschule der Geschwister Edelmann zur Berufsfachschule (Fachrichtung Hauswirtschaft/Kinderpflege) in der Staatlichen Berufsschule I in Fürth/Bayern und zur Bildungsstätte für Frauenarbeit an der VHS Fürth. Studienarbeit an der Evangelischen Fachhochschule Nürnberg 2005, S.18. 515Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.514. Siehe auch: Ebd., S.680: „Im September 1945 verstärkte die Militärregierung ihre Bemühungen in der Jugendfrage … Es gab Gruppen von Jugendlichen, die in diesen Notzeiten weitgehend orientierungslos wurden. Eben dieser Orientierungslosigkeit sollte u.a. durch ein Jugendprogramm begegnet werden, das die Militärregierung offiziell mit German Youth Acitivities bezeichnete.“ 516Vgl.: Ebd., S.680-683.

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