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in amerikanische Sportarten einzuweisen. „Ein halbes Jahr später wird von der ‚Vereinigung freie Jugend Fürth‘ berichtet, deren etwa 3.000 Mitglieder … in der Halle des TV Fürth 1860 in der Turnstraße Sport treiben. Außerdem steht ihnen dort ein Bastelraum zur Verfügung und kulturelle Veranstaltungen werden abgehalten.“517 Im Rahmen der auf Entnazifizierung, Entmilitarisierung, Demokratisierung und Dezentralisierung ausgerichteten amerikanischen Politik begann im Herbst 1945 auch die Wiederzulassung von Parteien. Als erste Partei wurde in Fürth am 1. November 1945 die KPD zugelassen, als zweite am 6. November 1945 die SPD.518 Am 22. Dezember 1945 folgte die Zulassung der liberalen DDP.519 Nach einer Ende 1945 in der Gaststätte Reuel in der Karolinenstraße stattgefundenen Zusammenkunft von etwa 20 Personen, von denen zwei Drittel Katholiken und ein Drittel Protestanten waren, wurde am 6. Januar 1946 auch die CSU zugelassen, die nunmehr keine rein katholische, sondern eine beide Konfessionen umfassende christliche Sammelpartei war.520 Im Frühjahr 1946 erfolgte in Fürth noch die Zulassung der Wirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung als politische Partei.521 Die Wiederzulassung von Parteien stand in unmittelbarem Zusammenhang mit dem von den Amerikanern beabsichtigten Aufbau einer demokratischen Grundordnung durch Wahlen, die in den Landkreisen mit Gemeindewahlen am 27. Januar 1946 und Kreistageswahlen am 28. April 1946 stattfinden sollten.522 Stadtkreiswahlen sollten am 26. Mai 1946 erfolgen. Im Vorfeld der Stadtkreiswahlen war es dem in Fürth von 1930 bis 1933 als Zweiter Bürgermeister amtierenden und am 6. August 1945 im Alter von fast 73 Jahren zum kommissarischen Oberbürgermeister ernannten Johann Schmidt gelungen, den von 1929 bis 1933 in Fürth als Referent in der Stadtverwaltung tätigen Dr. Hans Bornkessel (1892-1977) - der sich 1927 der SPD angeschlossen hatte und nach seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten 1933 am 10. November 1939 in Berlin verhaftet, vom 20. Januar bis 27. August 1940 in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht sowie nach dem Zusammenbruch des Hitler-Regimes in der SBZ zum Landrat in Eberswalde berufen worden war - wieder nach Fürth zu holen und am 19. März 1946 von Captain Cofer zum kommissarischen Oberbürgermeister ernennen zu lassen. Gleichzeitig wurde Johann Schmidt erneut Zweiter Bürgermeister.523 Bei den Stadtkreiswahlen am 26. Mai 1946, an der sich in Fürth 92,9 % der Wahlberechtigten beteiligten, erhielt die SPD 47,3 %, die CSU 28,9 %, die DDP/FDP 10,0 %, die KPD 9,3 % und die WAV 4,7 % der Stimmen.524 Anschließend wählte der neu gebildete Stadtrat, in dem die SPD über 20, die CSU über 12, die DDP/FDP über 4, die KPD über 3 und die WAV 517Bernd Jesussek, Sternenbanner und Kleeblatt. Eine Reportage über fünfzig Jahre amerikanische

Besatzung und Freundschaft am Beispiel der Stadt Fürth, Fürth 1996, S.46. 518Vgl.: Hans Woller, Gesellschaft und Politik in der amerikanischen Besatzungszone. Die Region Ans-

bach und Fürth, München 1986, S.170 und S.177. 519Vgl.: Ebd., S.195. 520Vgl.: Ebd., S.193. 521Vgl.:

Ebd., S,197. Siehe dazu auch den Artikel Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung (Partei), in: www.wikipedia.de, hier Ausdruck vom 22.05.2020. Die Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung war in München gegründet und von der amerikanischen Militärregierung am 8. Dezember 1945 zur politischen Betätigung zuerst im Stadt- und Landkreis München lizensiert worden. Sie war eine Partei des Mittelstandes, die ab 1953 an personellen Querelen zerbrach, aber bis dahin in zahlreichen kommunalen Gremien, im Bayerischen Landtag und im Deutschen Bundestag vertreten war. 522Vgl.: Hans Woller, Gesellschaft und Politik in der amerikanischen Besatzungszone. Die Region Ansbach und Fürth, München 1986, S.198-206. 523Vgl.: Ebd., S.78f. 524 Vgl.: Ebd., S.207.

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