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um eine Verbesserung der Ernährungs- und Versorgungslage. wozu es ab Juli 1946 auch in Fürth die ersten CARE-Pakete gab.540 Daneben wurde ab September 1946 eine von der amerikanischen Militärregierung angeordnete und auf Lebensmittelspenden amerikanischer Wohlfahrtsorganisationen beruhende Schülerspeisung eingeführt, die mit Modifikationen bis zum Schuljahresende 1950/51 weitergeführt wurde.541 Ende Oktober 1946 veröffentlichten die Amerikaner dann die Empfehlungen einer Expertenkommission zu einer Schulreform, die auch in der US-Zone auf ein Gesamtschulsystem abzielte, bei dem alle Kinder mindestens sechs Jahre gemeinsam die Elementarschule besuchen sollten. Außerdem sollten alle Schulen in Zukunft einen signifikanten Beitrag zur demokratischen Erziehung leisten und zusätzlicher Unterricht in Gemeinschaftskunde (social studies) und kulturellen Fächern angeboten werden. Die Lehrerausbildung sollte ein Minimum von drei, besser vier Jahren umfassen sowie auf eine Seminarausbildung von Lehrkräften verzichtet werden.542 Während der überaus harte Winter 1946/47 den Unterrichtsbetrieb in Fürth wegen Brennstoffmangels nach den Weihnachtsferien 1946 bis März 1947 weitgehend lahmlegte,543 forderte die amerikanische Militärregierung zur Umsetzung einer Schulreform Anfang 1947 die Unterrichtsverwaltungen der Länder ihrer Zone auf, bis 1. April 1947

Bildungswesen hatte seinen unabweisbaren Anteil an der ‚deutschen Katastrophe‘ (…), insbesondere dadurch, dass es die unteren Schichten weitgehend von den höheren Schulen ferngehalten hatte.“ 540Vgl.: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007. S.317. Siehe auch den Artikel CAREPaket, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 27.05.2020: In den USA hatten sich am 27. November 1945 insgesamt 22 Wohlfahrtsorganisationen zur Kooperative CARE zusammengeschlossen, um Hilfsaktionen für Europa zu koordinieren. Daran beteiligte sich anfangs auch die US-Armee und stellte 2,8 Millionen für militärische Zwecke nicht mehr benötigte Lebensmittelpakete zur Verfügung. Ab März 1947 stellte die Hilfsorganisation CARE die Lebensmittelpakete selbst zusammen. Insgesamt wurden in Europa 100 Millionen CARE-Pakete verteilt, davon 10 Millionen in Westdeutschland und in West-Berlin. 541Vgl.: Heinrich-Schliemann-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Heinrich-Schliemann-Gymnasium. Festjahresbericht, Fürth 1996, S.35 und S.37. Siehe zur Schülerspeisung auch: Svenja Prösdorf, Anna Cornelia Robbert, Der Wandel der Schülerspeisung im 20. und 21. Jahrhundert in Deutschland, in: Technische Universität Dortmund, Professur Gesundheitsförderung und Verbraucherbildung, Arbeitsbericht Nr.21/2014, Ausgewählte Aspekte der Kultur und Geschichte des Haushalts, hrsg. von Prof. Dr. Günter Eissing, Dortmund 2014, S.78-129, hier: S.93f.: Zustande gekommen war die Schülerspeisung, weil eine im Mai 1946 in Fürth und Zirndorf durchgeführte Umfrage zur Ernährungssituation ergeben hatte, dass rund 20 Prozent der Schüler/innen ohne Frühstück und ein Großteil auch ohne Pausenbrot die Schule besuchten. Zur Teilnahme an der Schülerspeisung wurden die Kinder in drei Kategorien eingeteilt (normal ernährt, speisungsbedürftig und dringend speisungsbedürftig) und nur dringend speisungsbedürftige Kinder in die Aktion einbezogen. Da die gespendeten Lebensmittel bereits im Januar 1947 erschöpft waren, wurde die Schülerspeisung zunächst eingestellt. Auf Initiative des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Herbert Hoover kam es allerdings kurz danach wieder zu einer Schülerspeisung mit gespendeten Lebensmitteln, die in Bayern im April 1947 begann. Als die Amerikaner nach Gründung der Bundesrepublik ihre kostenlosen Lebensmittellieferungen einstellten, wurden die Kosten für die Schülerspeisung im April 1950 vom Freistaat Bayern übernommen. Im Herbst 1950 wurde die Schülerspeisung noch einmal für ein Jahr verlängert, wobei nur noch Kinder, deren Eltern Fürsorgeleistungen oder Arbeitslosenunterstützung erhielten, kostenfrei sowie andere Kinder und Studenten als Selbstzahler teilnehmen konnten. 542Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.524. 543Vgl.: Hans Woller, Gesellschaft und Politik in der amerikanischen Besatzungszone. Die Region Ansbach und Fürth, München 1986, S.258: „Fürther Volksschüler beispielweise kehrten erst Mitte März aus den Weihnachtsferien zurück. Bis dahin mussten sie sich täglich bis 10 Uhr vormittags in der Schule melden, empfingen dort eine Hausaufgabe und gingen dann wieder heim.“

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