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Rathauses einen Reading Room, dessen Handbibliothek 2.000 Bücher umfasste, eröffnete und damit das seit der Gründung des Volksbildungsvereins 1904 und der Errichtung des Berolzheimerianums 1906 bis 1937 ohne nationalsozialistische Zweckentfremdung bestandene öffentliche Bibliothekswesen reaktivierte. Im August 1949 wurde der Reading Room vom Rathaus in das Berolzheimerianum verlegt, im April 1951 aufgelöst und der Bücherbestand der am ursprünglichen Standort wieder eingerichteten Fürther Volksbücherei überlassen.567 Inzwischen war nach der im August 1948 erfolgten Einberufung eines vorbereitenden Verfassungsausschusses (Herrenchiemsee-Konferenz) und der im September 1948 erfolgten Einberufung eines nach Bevölkerungszahl und Parteienproporz in den Länderparlamenten zusammengesetzten Parlamentarischen Rates mit 65 stimmberechtigten Mitgliedern, unter denen sich auch vier Frauen befanden, am 23. Mai 1949 durch die Verkündung des Grundgesetzes auch der von den drei Westmächten gewünschte demokratische Bundestaat entstanden und die Bundesrepublik Deutschland gegründet worden.568 Mit dem auf der Außenministerkonferenz der drei Westmächte in Washington vereinbarten Besatzungsstatut zur Abgrenzung der Befugnisse und Verantwortlichkeiten zwischen der zukünftigen bundesdeutschen Regierung und der Alliierten Kontrollbehörde vom 10. Mai 1949, das nach der ersten Bundestagswahl am 14. September 1949 und der Wahl Konrad Adenauers (1876-1967) zum Bundeskanzler am 21. September 1949 in Kraft trat, wurde der Bundesrepublik und den Ländern die gesetzgebende, vollziehende und rechtssprechende Gewalt in inneren Angelegenheiten eingeräumt, womit auch die Bildungspolitik zu einer, im Grundgesetz näher geregelten inneren Angelegenheit wurde.569

567Vgl.: Bernd Jesussek, Sternenbanner und Kleeblatt. Eine Reportage über fünfzig Jahre amerikani-

sche Besatzung und Freundschaft am Beispiel der Stadt Fürth, Fürth 1996, S.48. 568Vgl. dazu auch den Artikel Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee und den Artikel Parlamentari-

scher Rat, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdrucke vom 22.06.2020. Von der von 10. bis 23. August 1948 tagenden Herrenchiemsee-Konferenz - die sich aus je einem stimmberechtigten Mitglied der elf Länder der Trizone (darunter der Präsident des Badischen Staatsgerichtshofs, der Direktor des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, ein Professor für Völkerrecht und drei Justizminister), 14 Mitarbeitern der stimmberechtigten Mitglieder und fünf juristischen Sachverständigen (darunter ein Professor für Rechtswissenschaft sowie vier hochrangige Ministerialbeamte und Dezernenten für Finanzen) zusammensetzte - wurde für die Beratungen im Parlamentarischen Rat ein 149 Artikel umfassender Verfassungsentwurf erstellt. Im Parlamentarischen Rat, der am 1. September 1948 zusammentrat, gehörten von den 65 stimmberechtigten Mitgliedern 27 der CDU/CSU, 27 der SPD, 5 der FDP, 2 der nach wie vor rein katholischen Deutschen Zentrumspartei aus Nordrhein-Westfalen, 2 der Deutschen Partei aus Niedersachen und 2 der KPD aus Nordrhein-Westfalen an. Zum Vorsitzenden des Parlamentarischen Rates wurde der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Konrad Adenauer (1876-1967) gewählt, der von 1906 bis 1933 Mitglied der Zentrumspartei und von 1917 bis 1933 Oberbürgermeister von Köln gewesen war. 569Vgl. den Artikel Besatzungsstatut, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 25.06.2020. Auf den Gebieten der Außenpolitik, Entmilitarisierung, Wiedergutmachung, Aufnahme von Flüchtlingen und Kontrolle des Ruhrgebietes blieben dagegen Vorbehaltsrechte der drei Westmächte bestehen, die von Hohen Kommissaren, die auch ein Vetorecht bei Verfassungsänderungen hatten, wahrgenommen wurden. Die Vorbehaltsrechte entfielen mit Ausnahme der Zuständigkeit für gesamtdeutsche Fragen beim Beitritt der Bundesrepublik zur NATO im Jahr 1955. Durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag zur Deutschen Einheit entfielen 1990 auch die Vorbehaltsrechte für gesamtdeutsche Fragen, weil der um die ostdeutschen Länder erweiterten Bundesrepublik Deutschland von den drei Westmächten und der Sowjetunion die volle Souveränität auf allen Gebieten zuerkannt und sie zur generellen Friedensstaatlichkeit verpflichtet wurde.

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