oder an Samstagen neben der betrieblichen Berufsausbildung und dem regulären dreijährigen Berufsschulunterricht (Jugendliche) oder neben der Berufstätigkeit und einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung (Erwachsene), einen anschließenden einjährigen Vollzeitunterricht mit 33 Wochenstunden und eine abschließende Fachschulreifeprüfung.615 Im Rahmen der mit dem Wirtschaftsaufschwung wachsenden beruflichen Bildungsanforderungen wurde 1960 auch der berufsschulbezogene Jugendarbeitsschutz erweitert. War durch das Jugendschutzgesetz von 1938 für die Berufsschulzeit bereits eine Entgeltfortzahlung und eine Anrechnung auf die Arbeitszeit vorgeschrieben worden, so wurde mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz von 1960 zusätzlich ein Beschäftigungsverbot vor einem vor neun Uhr beginnenden Berufsschulunterricht und ein generelles Beschäftigungsverbot für Berufsschultage mit einer Unterrichtsdauer von sechs und mehr Stunden eingeführt.616 In Fürth waren Berufs- und Berufsaufbauschulen schon deshalb bedeutsam, weil sich seit 1947/48 mit den Firmen Grundig und Metz ein innovativer, verkaufs- und beschäftigungswirksamer Industriezweig der Radio-, Fernseh-, Plattenspieler-, Tonband-, Blitzlichtgeräte- und Batterieherstellung herausgebildet hatte und das ebenfalls verkaufs- und beschäftigungswirksame sowie modernste Bestell- und Versandtechniken nutzende Versandhaus Quelle sich bis 1964 zum größten Versandhaus Europas entwickelte, womit es großen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften im gewerblichen und kaufmännischen Bereich gab. Zum Ausbau und zur Konzentration der 1946 noch auf dreizehn Standorte verteilten Berufsschulen errichtete die Stadt Fürth zwischen 1959 und 1962 zunächst ein großes und modernes Gebäude mit Werkstätten für die gewerbliche Berufsschule mit Berufsaufbauschule an der Fichtenstraße/Turnstraße und zwischen 1960 und 1964 ein großes und modernes Gebäude für die kaufmännische Berufsschule an der Theresienstraße/Hirschenstraße, an die im September 1966 ebenfalls eine dreiklassige Berufsaufbauschule angegliedert wurde.617 Die Bedeutung einer qualifizierten allgemeinen und beruflichen Bildung im gewerblichen und kaufmännischen Bereich zeigte sich in Fürth auch bei den Gewerbeansiedlungen auf der Hardhöhe, wo die Gebrüder Hertel in der Wehlauer Straße 1952 eine Firma zur Herstellung von Bohr-, Fräs- und Schneidwerkzeugen für die Hartmetallbearbeitung eingerichtet hatten. Als 1954 der Baubeginn des neuen regionalen Verkehrsflughafens in Nürnberg-Kraftshof stattfand, erwarb die Stadt das 56 ha umfassende, 1938 durch die Firma Bachmann, von Blumenthal & Co. zur Reparatur und Wartung von Flugzeugen der Luftwaffe erworbene und mit einer Landebahn versehene Gelände auf der Hardhöhe, wo seit 1950 mit Genehmigung und Bauunterstützung durch Pioniereinheiten der Amerikaner ein provisorischer regionaler Verkehrsflugplatz betrieben wurde, der seinen Betrieb drei Tage nach der am 6. April 1955 erfolgten Eröffnung
615Vgl.: Ebd., S.972 und S.973. „Angesichts der Probleme, die sich aus dem Teilzeitunterricht ergaben,
wurde die BAS ab dem Schuljahr 1970/71 auch als 1½-jähriger Vollzeitunterricht angeboten. Ihre einschneidendste Veränderung erfuhr die BAS im Jahr 1987, als ihre Dauer auf ein Jahr Vollzeitunterricht verkürzt wurde.“ 616Vgl.: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familien und Integration, Kinder- und Jugendarbeitsschutz. Unterrichtshilfe für Lehrkräfte, München 2014, S.9. 617Vgl.: Max Eichler, Der Wiederaufbau der Fürther Schulen nach 1945, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.30-42, hier: S.37.
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