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hineinreichenden „Schülerberg“ verbunden war, führte die mit der Umsetzung des Hamburger Abkommens zur Vereinheitlichung des Schulwesens sowie den Gedanken der Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, der Herstellung von Chancengleichheit, gesellschaftlicher und demokratischer Teilhabe verknüpfte Bildungsund Qualifizierungsoffensive ab Mitte der 1960er Jahre zu einer gewaltigen Bildungsexpansion, von der auch die Schulen in Fürth nicht verschont blieben.

8. Schulen in Fürth von den Bildungsreformen ab Mitte der 1960er Jahre bis zur Deutschen Einheit 1990 In Fürth hatte Mitte der 1960er Jahre ein Wechsel an der Stadtspitze stattgefunden, da Oberbürgermeister Dr. Bornkessel (1892-1977, SPD) im Alter von 72 Jahren bei der direkten Oberbürgermeisterwahl am 8. März 1964 nicht mehr kandidierte und der bisherige Wirtschaftsreferent Kurt Scherzer (1920-2006, FDP) bei einer Wahlbeteiligung von 72,7 % mit einem Stimmenanteil von 51,7 % gegenüber einem Stimmenanteil von 48,3 % für den ebenfalls kandidierenden Bürgermeister Heinrich Stranka (1922-1983, SPD) zum Oberbürgermeister gewählt worden war.654 Anschließend wählte der Stadtrat Karl Hauptmannl (1918-1993, SPD) zum Referenten für Schule, Kultur und Sport,655 der im August 1964 seinen Dienst antrat und sich fortan vor Ort um die Umsetzung des Hamburger Abkommens und um die Bewältigung des durch den „Baby-Boom“ in Fürth ebenfalls zu erwartenden „Schülerbergs“ kümmern musste.656 951.949, 1960 = 968.629, 1961 = 1.012.687, 1962 = 1.018.552, 1963 = 1.057.123, 1964 = 1.065.437, 1965 = 1.049.799, 1966 = 1.050.945, 1967 = 1.019.458, 1968 = 969.825, 1969 = 903.456, 1970 = 819.808, 1971 = 798.578, 1972 = 701.218, 1973 = 635.633 und 1974 = 626.973 Lebendgeborene zu verzeichnen. 654Während seiner 1946 durch Ernennung begonnenen und nach der ersten Kommunalwahl durch Stadtratsbestätigung weitergeführten Amtszeit war Dr. Bornkessel/SPD bei der ersten direkten Oberbürgermeisterwahl 1952 und einer Wahlbeteiligung von 69,7 % mit einem Stimmenanteil von 52,3 % (Dr. Eckstein/CSU 39,8 % und Dr. Stritzke/BHE 7,9 %) und bei der zweiten direkten Oberbürgermeisterwahl 1958 als einziger Kandidat bei einer Wahlbeteiligung von 40,1 % mit einem Stimmenanteil von 98,2 % wiedergewählt worden. Vgl. zu den Wahlergebnissen: Stadt Fürth, Wirtschafts- und Umweltreferat, Statistisches Amt (Hrsg.), Statistisches Jahrbuch 1988, Fürth 1993, S.193. Kurt Scherzer war 1920 in Fürth geboren worden und hatte sein Abitur 1940 am örtlichen Gymnasium an der Königstraße abgelegt, das damals durch die im März 1937 von Reichserziehungsminister Rust erlassene Neuregelung des höheren Bildungswesens zum Schuljahr 1938//39 in eine Deutsche Oberschule umgewandelt und zum Schuljahr 1940/41 wieder in ein als Nebenform der Oberschulen zulässiges humanistisches Gymnasium zurückverwandelt worden war. Nach anschließender Kriegsteilnahme und Kriegsgefangenschaft sowie einem Jura- und Volkswirtschaftsstudium an den Universitäten Erlangen und München hatte Kurt Scherzer 1950 seinen Dienst bei der Stadt Fürth aufgenommen, wo er 1952 Stadtrechtsrat und 1953 Wirtschaftsreferent geworden war. Vgl. den Artikel Kurt Scherzer, in: www.fürthwiki.de, hier: Ausdruck vom 31.08.2020. 655Karl Hauptmannl hatte als Sudetendeutscher 1938 seine erste Lehramtsprüfung an der Lehrerbildungsanstalt in Prag abgelegt, war 1939 zum Kriegsdienst bei der Wehrmacht eingezogen worden und nach dem Krieg als Lehrer zunächst im Landkreis Rothenburg ob der Tauber und später in der damals noch zum Landkreis Fürth gehörenden Gemeinde Stadeln tätig gewesen. Von 1954 bis 1970 war er außerdem bayerischer Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie von 1968 bis 1979 einer von elf Gewerkschaftsvertretern in Bayerischen Senat und dort im Ausschuss für Kulturpolitik tätig. Vgl. den Artikel Karl Hauptmannl, in: www.fürthwiki.de, hier: Ausdruck vom 27.04.2020. 656In Fürth verlief die Geburtenentwicklung ähnlich wie in der Bundesrepublik. Hatte es in der Stadt bei einer Gesamtbevölkerung von rund bzw. knapp 100.000 Einwohner/innen von 1950 bis 1955 jährlich zwischen 1.102 (1951) und 1.170 (1955) Lebendgeborene gegeben, waren 1956 = 1.221, 1957=

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