Abkommens und der damit verknüpften Bildungs- und Qualifizierungsoffensive zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und der Herstellung von mehr Chancengleichheit und Teilhabemöglichkeiten geraten, als der Stadtrat aufgrund der nach 1945 in der Bevölkerung gestiegenen Bildungswünsche und der mit der wirtschaftlichen Entwicklung zunehmenden Qualifikationsanforderungen am 8. April 1965 beschloss, beim Staatsministerium für Unterricht und Kultus die Errichtung einer staatlichen Realschule zu beantragen. Parallel wurde die 1963 räumlich und bis 1. April 1965 auch organisatorisch vom Mädchenrealgymnasium am Tannenplatz getrennte, in den Schulgebäuden Helmplatz 4 und 6 untergebrachte und mit einer eigenen Schulleitung versehene städtische Handelsschule durch die Einführung eines Realschulzweiges im September 1965 zu einer städtischen Real- und Handelsschule erweitert.667 Bereits ein Jahr später nahm die im April 1965 beantragte staatliche Realschule in Fürth am 6. September 1966 mit einem mathematisch-naturwissenschaftlichen, einem kaufmännischen und einem sozialem Zweig sowie 150 Schüler/innen (davon 121 in der 7. Jahrgangsstufe und 29 in der 8. Jahrgangsstufe sowie 74 aus der Stadt und 76 aus dem Landkreis Fürth) den Unterricht auf und war zunächst verteilt auf Räume in den Schulgebäuden Schwabacher Straße, Kiderlinstraße und Kirchenplatz, der Schulbaracke Ecke Schwabacher Straße/Jahnstraße und in Burgfarrnbach untergebracht.668 Mit der Einführung einer städtischen Realschule 1965 und einer staatlichen Realschule 1966 wurden die zu Schuljahresbeginn 1956/57 eingeführten Aufbauklassen an Volksschulen, die bislang nach einer insgesamt zehnjährigen Schuldauer einen dem Mittelschulabschluss entsprechenden Abschluss ermöglicht hatten und von 1.785 Schüler/innen besucht worden waren, Ende des Schuljahres 1967/68 aufgelöst.669 Im Bereich der Erwachsenenbildung hatte die Volkshochschule Fürth schon 1965 Kurse zum Nachholen der Mittleren Reife eingeführt und war mit der Geschäftsstelle von dem seit ihrer Gründung als Volksbildungswerk 1946 und Umbenennung zur Volkshochschule 1948 genutzten Turmzimmer im Rathaus in renovierte Räume im Erdgeschoss des Berolzheimerianums umgezogen.670 Durch Ministerialentschließung vom 9. Juni 1965 erhielt das Mädchenrealgymnasium am Tannenplatz im Rahmen der Umsetzung des Hamburger Abkommens zu Schuljahresbeginn 1965/66 neben dem bisherigen neusprachlichen Zweig auch einen sozialwissenschaftlichen Zweig mit zwei Pflichtfremdsprachen, der vom Kultusministerium als neuer gymnasialer Schultyp für Mädchen propagiert wurde,671 obwohl er im Bereich der höheren Mädchenbildung eigentlich nicht neu war, weil schon die bayerische Schulordnung von 1911 an den höheren Mädchenschulen mit sechsjähriger Schuldauer für die letzten zwei Schuljahre oder das letzte Schuljahr eine Frauenschule vorgesehen hatte, die die Schülerinnen auf die späteren kulturellen und sozialen Aufgaben der Frau vorbereiten sollte, und die Mädchen damals mit einer weiteren Ausbil-
667Vgl.: Hans-Böckler-Schule, städtische Real- und Wirtschaftsschule (Hrsg.), Festschrift zum 100-jäh-
rigen Jubiläum, Fürth 2009, S.19f. 668Vgl.: Leopold-Ullstein-Realschule, Festschrift zum 50-jährigen Bestehen, Fürth 2016, S.2 und Fotos
auf S.25. 669Vgl.: Max Eichler, Der Wiederaufbau der Fürther Schulen nach 1945, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth
und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.30-42, hier: S.35. 670Vgl.: Volkshochschule Fürth e.V., 40 Jahre VHS 1946-1986, Fürth 1986, S.12 und S.30. 671Vgl.:
Helene-Lange-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Helene-Lange-Gymnasium Fürth 1907-2007, Festschrift, Fürth 2007, S.37f.
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