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Spitze der Reformen stehen, die es voranzutreiben gelte, und fügte im Sinne der bereits Mitte der 1960er Jahre veröffentlichten Analysen und Forderungen von Georg Picht und Ralf Dahrendorf hinzu: „Bildung, Ausbildung und Forschung müssen als ein Gesamtsystem begriffen werden, das gleichzeitig das Bürgerrecht auf Bildung sowie die Bedarfe der Gesellschaft an möglichst hochqualifizierten Fachkräften und an Forschungsergebnissen berücksichtigt. Grundlegende Reformen sind zugleich Bedingungen für die zukünftige wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.“721 Da Bildung, Ausbildung und Forschung als Gesamtsystem begriffen wurden, wurde nun das seit 1962 bestehende Bundesministerium für wissenschaftliche Forschung das wiederum aus dem 1955 mit sehr spezifischen Forschungsaufgaben gegründeten Bundesministerium für Atomfragen und dessen Nachfolgeministerien (1957 Bundesministerium für Atomkernenergie und Wasserwirtschaft, 1961 Bundesministerium für Atomkernenergie) hervorgegangen war – von der sozialliberalen Koalition zum Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft umgewandelt, womit eine deutliche Akzentverschiebung von der zuvor in erster Linie auf reine Forschungseinrichtungen bezogenen Forschungspolitik zu einer allgemein orientierten Bildungs- und Wissenschaftspolitik stattfand.722 Da die Bevölkerung durch die seit Mitte der 1960er Jahre betriebene intensive Bildungswerbung, die Akzentuierung von Bildung als Bürgerrecht (Ralf Dahrendorf), die Proteste und Demonstrationen von Student/innen und Schüler/innen gegen das „Establishment“ und die institutionellen Mängel eines als nicht mehr zeitgemäß, undemokratisch und unzureichend empfundenen Bildungssystems sowie eine umfangreiche mediale Berichterstattung zu Bildungsfragen erheblich sensibilisiert worden war, wurde in Bayern mit dem Gesetz zur Änderung der Lehrerbildung vom 27. Juli 1970 und damit kurz vor der Landtagswahl auch eine Reform der Ausbildung der Volksschullehrer/innen eingeleitet. Dabei wurden die 1958 gegründeten und den drei Landesuniversitäten (München, Erlangen und Würzburg) angegliederten Pädagogischen Hochschulen (Augsburg, München und Regensburg, Bayreuth und Nürnberg, Bamberg und Würzburg) bis 1. August 1973 als Erziehungswissenschaftliche Fakultäten (Fachbereiche) in die 1958 schon vorhandenen Landesuniversitäten (München, Erlangen/Nürnberg und Würzburg) und in die vier neu gegründeten Landesuniversitäten (Regensburg 1962, Augsburg 1969, Bayreuth 1971 und Bamberg 1972) bzw. wie die katholische PH Eichstätt in die 1972 mit staatlicher Genehmigung zugelassene Kirchliche Gesamthochschule Eichstätt (ab WS 1979/80 Universität Eichstatt) eingegliedert. Die endgültige Eingliederung erfolgte mit dem Eingliederungsgesetz Nach Kriegsende kehrte Willy Brandt als norwegischer Staatsbürger und Korrespondent skandinavischer Zeitungen bei den Kriegsverbrecherprozessen in Nürnberg nach Deutschland zurück und erhielt 1948 wieder die von den Nationalsozialisten 1938 aberkannte deutsche Staatsangehörigkeit. Als Mitglied der Nachkriegs-SPD war Willy Brandt von 1949 bis 1957 einer der West-Berliner Abgeordneten im Bundestag und ab 1955 auch Präsident des West-Berliner Abgeordnetenhauses. Danach wurde er von 1957 bis 1966 Regierender Bürgermeister in West-Berlin, bei der Bundestagswahl 1961 auch Kanzlerkandidat der SPD sowie nach dem Tod von Erich Ollenhauer 1964 SPD-Bundesvorsitzender und während der Großen Koalition von 1966 bis 1969 Außenminister und Vizekanzler. Vgl. den Artikel Willy Brandt, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 14.01.2021 721Vgl.: Regierungserklärung von Bundeskanzler Willy Brandt am 28. Oktober 1969, in: Wolfram Bickerich (Hrsg.), Die 13 Jahre. Bilanz der sozialliberalen Koalition, Reinbek bei Hamburg 1982, S.167184, hier: S.174-176, Zitat S.176. 722Vgl. den Artikel Bundesministerium für Bildung und Forschung, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 21.12.2020. Nach der vorgezogenen Bundestagswahl am 19. November 1972 wurde von der sozialliberalen Koalition neben dem Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft auch wieder ein Bundesministerium für Forschung und Technologie eingerichtet.

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