Seite:Zur Entstehung und Entwicklung der Schulen in Fuerth seit der Erhebung zur Stadt Erster Klasse 1.pdf/162

Aus FürthWiki

Version vom 5. Juni 2024, 20:37 Uhr von Red Rooster (Diskussion | Beiträge) (→‎Nicht korrekturgelesen: Die Seite wurde neu angelegt: „Kostenfreiheit des Schulweges ab einer Entfernung von zwei Kilometern zwischen Wohn- und Schulstandort aus Gründen der Gleichbehandlung auch in Städten, kam…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen.

Kostenfreiheit des Schulweges ab einer Entfernung von zwei Kilometern zwischen Wohn- und Schulstandort aus Gründen der Gleichbehandlung auch in Städten, kam aber in Fürth überwiegend nur Schüler/innen an weiterführenden Schulen zugute, da die Grund- und Hauptschulen nach dem Schulsprengelprinzip damals noch meist in der Nähe der jeweiligen Wohnstandorte lagen.726 Nach der Landtagswahl am 22. November 1970, bei der die CSU mit einem Stimmenanteil von 56,4 % und 124 Sitzen ihre absolute Mehrheit im Landtag ausbauen konnte und neben der SPD mit einem Stimmenanteil von 33,3 % und 70 Sitzen auch die FDP mit einem Stimmenanteil von 5,6 % und 10 Sitzen wieder in den Landtag einzog, wurde Ludwig Huber am 8. Dezember 1970 zum Finanzminister und Professor Hans Maier zum neuen Kultusminister ernannt.727 Im ersten Jahr der Amtszeit von Hans Maier legte die Kultusministerkonferenz am 2. Juli 1971 einen Entwurf zur Vereinheitlichung und Neuregelung der gymnasialen Oberstufe durch eine Kollegstufe vor, der von folgenden Grundsätzen ausging: Pflicht- und Wahlfächer aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen, dem sprachlichen und literarisch-künstlerischen sowie dem gesellschaftswissenschaftlichen Bereich. Das Klassenprinzip sollte nach der 11. Jahrgangsstufe durch ein System von Halbjahreskursen (Semestern) ersetzt und von den Kollegiatinnen und Kollegiaten in zwei zu wählenden Leistungskursfächern die wissenschaftliche Studierfähigkeit eingeübt werden.728 Parallel wurde in Bayern der bisherige kindbezogene und volkstümliche Grundschulunterricht mit dem Lehrplan für Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.751 und S.842-847. 726Dies änderte sich in Fürth erst ab Mitte der 1970er Jahre, als für die Wohnstandorte in Dambach, Unterfürberg und Oberfürberg die neue gemeinsame Grundschule an der Oberfürberger Straße als eine Art innerstädtischer Mittelpunktschule entstand und zunächst der Grundschulstandort an der Adalbert-Stifter-Straße in der Heilstättensiedlung und Mitte der 1980er Jahre auch der Grundschulstandort an der Weiherhofer Straße in Dambach aufgelöst wurde. 727Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.781. Siehe auch. den Artikel Hans Maier, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 04.12.2020. Hans Maier (geboren 1931) hatte nach dem Abitur Geschichte, Germanistik, Romanistik und Philosophie studiert und 1956 das Staatsexamen für das höhere Lehramt abgelegt. 1957 wurde er nach Vorlegen einer Dissertation zum Thema Revolution und Kirche, Studien zur Frühgeschichte der christlichen Demokratie 1789-1850 promoviert und habilitierte sich 1962 mit einer Schrift über Thomas von Aquin (1225-1274). Danach wurde er noch 1962 Professor für politische Wissenschaften am Geschwister-Scholl-Institut der Universität München und war von 1966 bis 1970 Mitglied der Bildungskommission des 1965 von Bund und Ländern gegründeten Deutschen Bildungsrates. Als Professor für Politische Wissenschaften veröffentliche Hans Maier 1969 ein Buch unter dem Titel Politische Wissenschaft in Deutschland, Aufsätze zur Lehrtradition und Bildungspraxis, 1970 ein Buch zur Kritik der Politischen Theologie sowie zusammen mit Joseph Ratzinger (geboren 1927 und von 2005 bis 2013 Papst Benedikt XVI.) - der nach einer Promotion zum Dr. theol. 1953 und einer Habilitation 1957 sowie mehreren kurzzeitigen Professuren an der Hochschule Freising, der Universität Bonn, der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Münster und der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen im Jahr 1969 Professor für Dogmen und Dogmengeschichte der 1962 gegründeten Universität Regenburg geworden war - ein Buch zum Thema Demokratie in der Kirche, Möglichkeiten und Grenzen. Abgesehen von den engen thematischen und persönlichen wissenschaftlichen Kontakten zur katholischen Kirche war Hans Maier zu Beginn seiner Amtszeit als Kultusminister weder Mitglied der CSU noch des Bayerischen Landtages. Landtagsabgeordneter wurde er erst nach der Landtagswahl am 15. Oktober 1978 mit einem CSU-Mandat für den Wahlkreis Günzburg und gehörte dem Landtag bis zu seiner Mandatsniederlegung am 31. Dezember 1987 an. Danach übernahm er von 1988 bis zu seiner Emeritierung 1999 eine Professur für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie an der Universität München. 728Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.800f.

162