Seite:Zur Entstehung und Entwicklung der Schulen in Fuerth seit der Erhebung zur Stadt Erster Klasse 1.pdf/186

Aus FürthWiki

Version vom 5. Juni 2024, 20:39 Uhr von Red Rooster (Diskussion | Beiträge) (→‎Nicht korrekturgelesen: Die Seite wurde neu angelegt: „Hans Zehetmair wurde 1987 ein qualifizierender beruflicher Bildungsabschluss (Qualbi) eingeführt, der Schüler/innen mit einfachen oder qualifizierenden Haupt…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen.

Hans Zehetmair wurde 1987 ein qualifizierender beruflicher Bildungsabschluss (Qualbi) eingeführt, der Schüler/innen mit einfachen oder qualifizierenden Hauptschulabschlüssen und einer Berufsausbildung sowie einer Durchschnittsnote von mindestens 2,5 beim Berufsschul- und/oder Lehrabschluss über das berufliche Schulwesen zu einem mittleren Bildungsabschluss verhalf,829 der die betrieblichen Weiterbeschäftigungschancen nach der Ausbildung verbesserte. Die Berufsaufbauschulen, die in der Stadt Fürth bereits bei der Einführung 1959 für den gewerblichen Bereich und 1966 auch für den kaufmännischen Bereich eingerichtet worden waren und bislang einen mittleren Bildungsabschluss mit der Möglichkeit zum Übertritt in eine Meister- oder Ingenieursschule bzw. ab 1970 in eine Berufsoberschule vermittelt hatten, wurden ab dem Schuljahr 1987/88 in berufliche Oberschulen umbenannt, wobei der qualifizierende Hauptschulabschluss (Quali) oder der qualifizierende berufliche Bildungsabschluss (Qualbi) nun zur Aufnahmevoraussetzung für die ehemaligen Berufsaufbauschulen erklärt und die Schuldauer auf ein Jahr Vollzeitunterricht festgelegt wurde.830 Gleichzeitig wurde 1987 in Fürth die kaufmännische Berufsschule an der Theresienstraße/Hirschenstraße nach Ludwig Erhard benannt.831 Die mit den Automatisierungs- und Rationalisierungsinvestitionen verbundenen höheren Qualifizierungsanforderungen und die mit der Einführung des Qualbi und der Umbenennung der Berufsaufbauschulen in berufliche Oberschulen für Hauptschüler/innen geschaffenen Weiterbildungsmöglichkeiten wurden zwei Jahre später durch eine dritte, zunächst als Schulversuch vorgesehene Komponente ergänzt, als Hans Zehetmair, der seit dem Ausscheiden von Wolfgang Wild im Juni 1989 nicht nur Kultusminister, sondern auch geschäftsführender Wissenschaftsminister war, auf dem am 13. Oktober 1989 in Fürth stattfindenden 10. Berufsschultag den Schulversuch einer dreistufigen Berufsoberschule vorstellte. Mit diesem Bildungsgang sollten Hauptschulabsolvent/innen nach dem Erwerb des Qualbi zu einer Hochschulreife geführt werden, und zwar nach zwei Jahren zur Fachhochschulreife, nach drei Jahren zur fachgebundenen Hochschulreife und mit Zusatzprüfung zur Allgemeinen Hochschulreife. Ab September 1990 wurde der Schulversuch einer dreistufigen Berufsoberschule dann in der Ausbildungsrichtung Technik an drei Fachoberschulen (Amberg, Ansbach am 1. Oktober 1980 zum Präsidenten der Technischen Universität München gewählt, die damals die zweitgrößte Technische Universität in der Bundesrepublik war und sich auf drei Standorte (München, Weihenstephan/Freising und Garching) verteilte, wobei in Garching seit 1957 der erste deutsche Forschungsreaktor stand, der bis zum Jahr 2000 betrieben wurde. Als Wolfgang Wild am 20. Juni 1989 als Generaldirektor in die neugegründete Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten nach Bonn wechselte und dort bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1993 verblieb, wurde das Ministerium für Wissenschaft und Kunst von Kultusminister Hans Zehetmair geschäftsführend übernommen und nach der Landtagswahl vom 14. Oktober 1990 von Ministerpräsident Max Streibl (1932-1998, CSU), der nach dem Tod von Franz Josef Strauß am 19. Oktober 1988 zum Ministerpräsidenten gewählt worden war, wieder mit dem Ministerium für Unterricht und Kultus zusammengelegt und Hans Zehetmair zum Minister für Unterricht und Kultus, Wissenschaft und Kunst ernannt. 829Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.973. Die drei alternativen Voraussetzungen zum Erwerb eines qualifizierenden beruflichen Bildungsabschlusses (Qualbi) waren a) ein erfolgreicher Berufsschulabschluss mit einer Durchschnittsnote von mindestens 2,5 plus ein Lehrabschluss mit einer Durchschnittsnote von mindestens 2,5, b) ein Qualifizierender Hauptschulabschluss plus ein erfolgreicher Berufsschulabschluss plus ein Lehrabschluss mit einer Durchschnittsnote von mindestens 2,5, c) ein Berufsabschluss an einer Berufsfachschule mit einer Durchschnittsnote von mindestens 2,5. 830Vgl.: Ebd., S.973f. 831Vgl. den Artikel Ludwig Erhard, in: www.fuerthwik.de, hier: Ausdruck vom 06.12.2022.

186