erworben. Auf einem Teil der Grundfläche begannen im August 2008 Arbeiten in Holzständerbauweise für ein Gebäude, das ab Mitte September 2008 Platz für 40 bis 50 Schüler/innen bieten sollte, die seit 2004 in angemieteten Räumen der Grundschule Frauenstraße unterrichtet worden waren. In einem zweiten Bauabschnitt sollten dann 2009 ein Kindergarten und eine Kinderkrippe am Marsweg und in einem dritten Bauabschnitt ab 2010 in Massivbauweise das endgültige Schulgebäude für eine Grundschule mit vier Jahrgangsstufen zusammen mit einem Kinderhort zur Ganztagsbetreuung entstehen.996 Nach dem Wahldebakel der CSU bei der Landtagwahl am 28. September 2008 und dem Verzicht von Günther Beckstein auf eine erneute Kandidatur als Ministerpräsident wurde Horst Seehofer am 27. Oktober 2008 zum neuen Ministerpräsidenten einer CSU-FDP-Koalition gewählt. Dieser berief danach den CSU-Landtagsabgeordneten Ludwig Spaenle zum Minister für Unterricht und Kultus und den FDP-Landtagsabgeordneten Wolfgang Heubisch zum Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst.997 Zeitgleich war es ab Mitte September 2008 zum offenen Ausbruch einer seit August 2007 durch einen Zinsanstieg für Interbankkredite schwelenden Finanzkrise gekommen, als die amerikanische Investmentbank Lehmann Brothers - die sich wie die gesamte Finanzbranche in den USA im Verlauf eines 2003 begonnenen Immobilienbooms durch Immobilienkredite an Kunden mit geringer Bonität („Subprime-Markt“) 996Vgl den Artikel Private Schule am Start. Zusage für Humanistischen Verband so gut wie sicher, in:
Fürther Nachrichten vom 26.07.2008, Lokalteil, S.5. 997Horst Seehofer (geb. 1949) hatte nach der Mittleren Reife an einer Realschule von 1965 bis 1967 in
Ingolstadt eine Ausbildung für den mittleren kommunalen Verwaltungsdienst und danach bis 1970 mit Zusatzprüfungen den Aufstieg in den gehobenen kommunalen Verwaltungsdienst absolviert. Zugleich war er seit 1969 Mitglied der Jungen Union und seit 1970 Mitglied der CSU. Als Direktkandidat der CSU für den Wahlkreis Ingolstadt wurde er 1980 in den Bundestag gewählt, dem er bis 2008 angehörte. Daneben war er von 1989 bis 1992 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, von 1992 bis 1998 Bundesminister für Gesundheit und von 2005 bis zu seiner Wahl zum bayerischen Ministerpräsidenten 2008 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Nachdem er seit 1994 bereits stellvertretender CSU-Vorsitzender gewesen war, wurde er zwei Tage vor der Wahl zum Ministerpräsidenten am 25. Oktober 2008 auch zum neuen CSU-Parteivorsitzenden gewählt. Vgl. den Artikel Horst Seehofer, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 04.07.2022. Ludwig Spaenle (geb. 1961) hatte nach dem Abitur 1980 ein Studium der Geschichte und der Katholischen Theologie an der Ludwig-Maximilian-Universität München aufgenommen, 1986 als Magister Artium (M.A.) abgeschlossen und war nach Einreichen einer Dissertation 1989 zum Doktor der Philosophie (Dr. phil.) promoviert worden. Außerdem war er ab 1974 Mitglied der Schüler-Union, ab 1975 der Jungen Union und ab 1977 der CSU, 1977/78 Bezirksvorsitzender der Schüler-Union München, 1988 bis 1991 Kreisvorsitzender der Jungen Union München-Schwabing und ab 1994 Landtagsabgeordneter der CSU. Als Landtagsabgeordneter war er ab 2003 Vorsitzender des Ausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur und gleichzeitig Mitglied im Vorstand der CSU-Landtagsfraktion. Vgl. den Artikel Ludwig Spaenle, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 01.07.2022. Wolfgang Heubisch (geb. 1946) hatte nach dem Abitur in München 1967 eine Ausbildung als Bankkaufmann absolviert, 1970 bis 1975 an der Ludwig-Maximilian-Universität München Betriebswirtschaftslehre mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann und 1975 bis 1981 Zahnmedizin studiert, war 1981 approbiert und nach Einreichen einer Dissertation 1983 zum Dr. med. dent. promoviert worden. Von 1985 bis zur Übernahme des Ministeramtes im Oktober 2008 betrieb er eine eigene Zahnarztpraxis in München, war 1994 bis 1998 Vizepräsident der Bayerischen Zahnärztekammer, 2000 bis 2008 Präsident des Verbandes Freie Berufe Bayern und 2003 bis 2008 Vizepräsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Bei der Landtagswahl 2008 hatte Wolfgang Heubisch erstmals für die FDP kandidiert, war aber nicht als Direktkandidat für den Stimmkreis München-Schwabing, sondern über die FDP-Regierungsbezirksliste Oberbayern in den Landtag eingezogen und gehörte bei den anschließenden Verhandlungen über eine CSU-FDP-Koalition zur Verhandlungsdelegation der Freien Demokraten. Vgl. den Artikel Wolfgang Heubisch, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 01.07.2022.
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