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von 12 auf 27 Staaten gewachsen und an den Hochschulen der 1999 eingeleitete Bologna-Prozess weitgehend umgesetzt worden war.1004 Abgerundet wurde die endgültige Umsetzung des achtjährigen Gymnasiums (G8) in Fürth damit, dass das Heinrich-Schliemann-Gymnasium zu Schuljahresbeginn 2009/2010 einen musischen Zweig einführte und den seit 1896 bestehenden humanistischen und den ab 1962 mit Latein als erste Fremdsprache und ab 1973 alternativ auch mit Englisch als erste Fremdsprache angebotenen neusprachlichen Zweig um einen dritten Zweig ergänzte.1005 Dadurch war die musische Ausbildung an Schulen in Fürth, die im September 1980 mit der Einführung der musischen Wahlfachgruppe III am Realschulzweig der Hans-Böckler-Schule begonnen hatte und im Juli 1986 durch die von Robert Wagner gegründete Musikschule auf alle interessierten Altersgruppen ausgedehnt worden war, institutionell auch im gymnasialen Bereich zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife und der Vorkenntnisse für ein Studium musischer Fächer wie Musik, Kunst und darstellendes Spiel angekommen. Dass der 1999 begonnene Bologna-Prozess zur Harmonisierung des europäischen Hochschul- und Studiensystems vor allem bei den davon Betroffenen, zu denen auch Studierende und potenziell eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife anstrebenden Schüler/innen aus Fürth zählten, auf Kritik stieß, zeigten im Sommer 2009 die in mehreren europäischen Ländern stattfindenden Demonstrationen, Universitätsbesetzungen und Streiks von Studierenden, Schüler/innen und Auszubildenden. Dabei gingen in Deutschland unter dem Motto „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut“ schätzungsweise 230.000 Personen auf die Straße. Ihre Hauptkritikpunkte am Bologna-Prozess waren, dass der auf drei Jahre verkürzte Bachelor-Studiengang zu einem weniger qualifizierenden Abschluss führe, den Studierenden durch die gestraffte Ausbildungsform und die zumeist vorgegebenen Lehrinhalte die Möglichkeit genommen werde, eigene wissenschaftliche Interessenschwerpunkte zu bilden, die Umstellung der alten Magister- und Diplomstudiengänge allzu oft nach der Devise Umbenennen, Verdichten und Verschulen geschehen sei, die Nachfrage nach weiterführenden Masterstudiengängen durch das bestehende Angebot bei weitem nicht abgedeckt werde und die mit dem Mangel verbundenen Zugangshürden einen hohen Konkurrenz-, Noten- und Leistungsdruck vom ersten Bachelorsemester mit sich gebracht hatten.1006 Abgesehen von der Tendenz, dass die Umstellung der vierjährigen Magister- und Diplomstudiengänge auf die dreijährigen Bachelor- und anschließend zweijährigen Masterstudiengänge vielfach nach dem Motto Umbenennen, Verdichten und Verschulen geschehen war, reflektierte die Kritik der Studierenden an einem die Nachfrage nicht abdeckenden Angebot an Masterstudiengängen ein strukturelles Kernproblem des Bologna-Prozesses, da Bachelorabsolvent/innen in Deutschland grundsätzlich keinen Zugang zum höheren öffentlichen Dienst hatten und viele bei Bewerbungen in der Privatwirtschaft von Arbeitgebern und Personalverantwortlichen gefragt worden waren, wieso sie denn keinen Masterabschluss gemacht hätten, und die ausgeschriebenen Stellen nicht bekamen. In diesem Zusammenhang bestand das strukturelle Kernprob-

1004Vgl. den Artikel Europäische Union, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 21.06.2021. 1005Vgl. den Abschnitt Schuljubiläum, 125 Jahre HSG (1896-2021), in: Heinrich-Schliemann-Gymnasium

(Hrsg.), Jahresbericht 2020/2021, S.34-53, hier: S.47f. 1006Vgl. den Artikel Bologna-Prozess, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 17.05.2022, hier: S.15f.

von 25 Seiten.

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