Flabeg-Jahrhundert-Säule

Aus FürthWiki
Spiegelsäule.jpg
Spiegelsäule am ehem. Standort in der Dr.-Konrad-Adenauer-Anlage als Erinnerung an die bedeutende Fürther Spiegelindustrie, 2009
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Gebäude
Flabeg-Jahrhundert-Säule
Abgerissen
ja
Geo-Daten
49° 28' 21.40" N
10° 59' 30.09" E
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Die Flabeg-Jahrhundert-Säule war im Jahr 2007 anlässlich der 1000-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Fürth in der Konrad-Adenauer-Anlage aufgestellt worden. Die Säule gestaltete der 1937 in Stuttgart geborene und in Fürth lebende Prof. Dr.-Ing. Ingo Klöcker gemeinsam mit der Firma FLABEG. Klöcker bezeichnet das Kunstwerk als „Jahrtausendsäule“, bei der Fürther Bevölkerung und der Presse hieß sie „Spiegelsäule“. Sie sollte an die ehemals bedeutsame Spiegelindustrie in Fürth erinnern.[1]. Abgebrochen wurde sie im April 2019 ohne Einverständnis des Künstlers.[2][3]

Kunstwerk

Die neun Meter hohe Stahlstruktur stand auf einem Betonsockel und war mit 15 jeweils beidseitig mit Spiegel-Sicherheitsglas belegten Elementen beplankt. Die Stahl-Glas-Verbindung ist dauerelastisch verklebt. Das sich nach oben verjüngende Fünfeck soll nach Aussagen des Künstlers sowohl die fünf Sinne Sehen, Hören, Riechen, Tasten und Schmecken symbolisieren als auch die fünf Räume, denen die Jubiläumsveranstaltungen zugeordnet waren, also der Ideen-, Kultur-, Stadt-, Frei- und Naturraum.[1] Die Kosten hatte die Firma FLABEG übernommen und deren Rechtsnachfolger flabeg.com hat die Säule im Jahr 2022 per Schenkungsvertrag an die Stadt Fürth übergeben.[4]

Kritik

Vor allem der Standort des Kunstwerks in der Konrad-Adenauer-Anlage war umstritten. Es störte die Blickachse zwischen der Fürther Freiheit und dem Pavillon und war auch der Kirchweih im Weg. Obwohl der Abriss der Säule eigentlich geplant war, sprach sich im April 2008 eine Mehrheit im Stadtrat für eine Verlegung der Spiegelsäule aus, zum Beispiel auf eine Verkehrsinsel an der Einmündung der Breslauer in die Würzburger Straße.[5] Prof. Klöcker und die Firma FLABEG, denen der Bezug zur früher in der Innenstadt beheimateten Spiegelindustrie fehlte, und auch das Tiefbauamt, das eine Blendung der Autofahrer befürchtete, sprachen sich dagegen aus. In einer turbulenten und kontrovers geführten Diskussion beriet sich der Stadtrat am 25. September 2008 erneut über den Standort der Spiegelsäule. Eine knappe Mehrheit, bestehend aus Abgeordneten quer durch alle politischen Lager, sprach sich für den Erhalt des Standortes in der Konrad-Adenauer-Anlage aus.

Versetzung

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Im Rahmen der Neugestaltung des Wochenmarktes auf der Rudolf-Breitscheid-Straße wurde im Juni 2016 bekannt, dass die Spiegelsäule einen neuen Platz finden musste. Im Oktober 2018 beschloss der Stadtrat, die Säule zu versetzten, da die Baumaßnahmen für den geplanten Wochenmarkt begonnen hatten. Der neue Standort sollte die kleine begrünte Verkehrsinsel an der Einfahrt von der Würzburger Straße in die Breslauer Straße sein, wie bereits 2008 vorgeschlagen. Polizei und Straßenverkehrsamt hatten zwar für die Versetzung "grünes Licht" gegeben[6], aber Prof. Klöcker war nach wie vor dagegen, da es "...an der Ausfallstraße keinen einzigen Fußgänger gibt. Kunst ohne Publikum?" Inzwischen einigte man sich auf einen Standort im Stadtpark.[3]

Die Entfernung der Säule an der Adenaueranlage fand im März 2019 statt. Sie wurde eingelagert. Die Wiederaufstellung sollte nach Übereinstimmung von Stadtoberhaupt, Grünflächenamt und Künstler im Spätsommer 2022 im Stadtpark erfolgen. Bis heute (Stand 2/2026) ist das nicht geschehen.[7]

Lokalberichterstattung

  • Wolfgang Händel: Spiegelsäule bleibt stehen. In: Fürther Nachrichten vom 26. September 2008 - online
  • Johannes Alles: Spiegelsäule kommt an die Würzburger Straße. In: Fürther Nachrichten vom 22. Oktober 2018, S. 28 (Druckausgabe)
  • Matthias Boll: Wohin mit der Spiegelsäule? In: Fürther Nachrichten vom 13. Juni 2024 (Druckausgabe)

Siehe auch

Weblinks

  • Stadt Fürth: Säule erinnert an Spiegelindustrie - Homepage

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Stadt Fürth: Säule erinnert an Spiegelindustrie. Pressemitteilung 1000 Jahre Fürth, 8. Mai 2007, online abgerufen am 8. Februar 2016 | 17:10 Uhr
  2. Wolfgang Händel: Wochenmarkt: Pflaster verlegt, Spiegelsäule verschwunden. In: Fürther Nachrichten vom 4. April 2019 - Druckausgabe, S. 26
  3. 3,0 3,1 Schreiben Prof. Klöcker vom 7. Januar 2026. Archiv FürthWiki
  4. "Eintrag bei FürthWiki zur Jahrtausendsäule", Brief von Prof. Dr. Ingo Klöcker vom 7. Januar 2026
  5. Wolfgang Händel: Spiegelsäule bleibt stehen. In: Fürther Nachrichten vom 26. September 2008
  6. Johannes Alles: Spiegelsäule kommt an die Würzburger Straße. In: Fürther Nachrichten vom 22. Oktober 2018, S. 29
  7. Matthias Boll: Wohin mit der Spiegelsäule. In: Fürther Nachrichten vom 13. Juni 2024

Bilder

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