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RADIO & TV ZUKUNFT verbreitung­im­Markt­zu­etablieren,­ bräuchten­die­Marktteilnehmer,­die­ derzeit­in­der­Abstimmung­über­ein­ Zwei-Stufen-Konzept mit konkreten Maßnahmenplanungen­ seien,­ aber­ auch­die­Hilfe­der­Politik.­ Dies­ betreffe­ zum­ Beispiel­ die­ notwendige­ Regulierung­ im­ künftigen­ Umgang mit freien oder frei werdenden UKW-Frequenzen sowie den verpflichtenden­ Einbau­ sogenannter­ Multinormchips,­ die­ sicherstellen,­ dass alle neuen Radiogeräte – auch im­Auto­–­künftig­in­jedem­Fall­auch­ DAB+­ und­ IP-Radio­ empfangen­ können.­UnstritÝg­sei,­dass­die­Privatradios bei der Umstellung Unterstützung­ brauchen,­ erläuterte­ Wille.­ Die­ ARD­ setze­ sich­ darüber­ hinaus­ für­ die Umsetzung der ITS-Richtlinie zur Verbesserung der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer durch Einsatz des DAB+­ Services­ TPEG­ein.­ Zielstellung­ ist die Etablierung eines bundesweiten­ARD-TPEG-Services­bis­Ende­2016.­ Dazu­ Deutschlandradio­ Intendant­ Willi­­Steul:­„Ende­des­Jahres­werden­ 98 Prozent aller Autobahnen mit DAB+­ versorgt­ sein,­ Ende­ 2019­ das­ komplette­ Bundesgebiet.­ Bereits­ in­ diesem­ Sommer­ erreichte­ Deutschlandradio eine bessere Verbreitung über­DAB+­als­über­UKW.“ „Der­ Blick­ ins­ europäische­ Ausland­ zeigt:­ Wenn­ Private­ und­ ÖffentlichRechtliche­Hand­in­Hand­gehen,­gelingt­der­schnelle­Umstieg­auf­DAB+.­ Gemeinsam­mit­der­ARD,­den­Privaten,­ dem­ Netzbetreiber,­ Herstellern­ und Landesmedienanstalten werden wir­im­neu­gegründeten­Digitalradio­ Büro­Deutschland­Marketing-Aktivitäten­bündeln,­Marktteilnehmer­vernetzen­und­über­DAB+­informieren,“­ so­Steul.­

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Gerade­ die­ zum­ ersten­ Mal­ vorgelegte Pilotstudie zur tatsächlichen Nutzung­ von­ DAB+,­ die­ gemeinsam­ von­ den­ Marktbeteiligten­ -­ öffentlich-rechtlich­ wie­ privat­ organisiert,­ getragen­ und­ finanziert­ worden­ ist,­ sei­ein­deutlicher­Beleg­für­die­neue­ Geschlossenheit­der­Branche­bei­der­ vollständigen­Digitalisierung­des­Hörfunks­durch­DAB+­und­Internetradio.­ Dies­werde­nun­auch­von­der­Politik­ erkannt,­ die­ sich­ seit­ geraumer­ Zeit­ verstärkt­ um­ DAB+­ kümmere.­ „Es­ geht­um­nicht­weniger­als­die­Zukunft­ der­ Mediengattung­ Radio­ in­ einer­ digitalen­ Gesellschaft“,­ unterstrich­ die­ ARD-Vorsitzende:­ „Und­ es­ geht­ darum,­dass­sich­Deutschland­als­europäischer­Schlüsselmarkt­nicht­von­ der Entwicklung in den Nachbarländern­abkoppelt.“ Digitalradio-Geräte boomen Vor­ allem­ die­ Mehrverkäufe­ von­ DAB+­Geräten­sorgen­dafür,­dass­die­ Zahl­ der­ UKW-Radios­ zurückgeht.­ Während­ der­ Digitalisierungsbericht­ deutlich weniger UKW-Radiogeräte ermittelt,­steigt­die­Anzahl­an­Geräten­ mit­ Digitalradio-Empfang­ deutlich.­Gegenüber­dem­Vorjahr­wächst­ die­ Anzahl­ von­ DAB+­ Geräten­ um­ rund­ zwei­ Millionen,­ IP-Radiogeräte­ legten­ um­ 1,5­ Millionen­ zu.­ Bayern­ und­ NRW­ verzeichnen­ dabei­ die­ größten­Zuwächse­an­DAB+­Geräten.­ Wer­einmal­ein­DAB+­Radio­gekauft­ hat,­ bleibt­ dabei:­ Rund­ 8,25­ Millionen­ DAB+­ Radiogeräte­ stehen­ in­ fünf­Millionen­deutschen­Haushalten­ bzw.­werden­in­Fahrzeugen­genutzt.­ Das­ sind­ etwa­ eine­ Million­ Geräte­ mehr­als­Mitte­2015.­Mit­nun­fast­14­ Prozent hat sich so in zwei Jahren der prozentuale­ Anteil­ aller­ Haushalte,­

Rundfunk & Museum 92 – Januar 2017

die­Radio­per­DAB+­empfangen,­fast­ verdoppelt.­Inzwischen­ist­sogar­das­ erste­ Smartphone­ mit­ DAB+-Empfänger­zu­haben. Anzahl­Autoradios­mit­DAB+­verdoppelt Besonders­beliebt­sind­DAB+­Geräte­ in­ Fahrzeugen.­ Innerhalb­ von­ zwei­ Jahren­hat­sich­die­Anzahl­der­DAB+­ Autoradios­ von­ 1,29­ Millionen­ auf­ rund­ 3,1­ Millionen­ Geräte­ mehr­ als­ verdoppelt.­Der­Anteil­an­Autoradios­ macht­ mit­ 37,4­ Prozent­ weit­ mehr­ als­ ein­ Drittel­ der­ DAB+­ Radiogeräte­ aus.­ Bei­ UKW-Geräten­ liegt­ der­ Anteil­ der­ Autoradios­ mit­ 26,9­ Prozent­ bei­ einem­ Viertel.­ Eine­ Übersicht­von­DAB+­Radios­für­zu­Hause­ und­ unterwegs­ findet­ man­ unter­ www.digitalradio.de/geraete. Aktuelle­Daten­zu­DAB+ Abdeckung­ mit­ DAB+:­ 98­ %­ der­ Autobahnen,­92­%­der­Fläche,­82­ %­der­Einwohner­in­ihren­Wohnräumen Sender­Raum­Nürnberg:­49,­UKW:­ 25 DAB+-Geräte­in­Wohnungen­und­ Autos:­Gesamt­8,24­­Mio.,­5,16­im­ Haus,­3,09­im­Auto 9,5­Mio.­Menschen­nutzen­DAB+,­ 12,6­%­der­Haushalte Fast­ 14­ Prozent­ der­ Bevölkerung­ ­nutzen­ DAB+,­ das­ sind­ rund­ 2,1­ Millionen­mehr­als­im­Vorjahr. Vergleich­DAB+­vs.­Internetradio: Internetradio erfordert eine direkte­Verbindung­zu­jedem­einzelnen­ Teilnehmer.­ Die­ Verbindungskosten­sind­ca.­10­bis­15­mal­höher­als­ bei­UKW­und­40­mal­höher­als­bei­ DAB+.­ Zusätzliche­ Kosten­ fallen­ bei Internetradio für den Nutzer in Form­von­Flatrates­o.ä.­an.