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TV-GESCHICHTE und­Augenabstand­ermitteln­und­ danach­ die­ Linsenrasterplatte­ mechanisch­ verschieben.­ Oder­ die­vorgesetzte­Linsenrasterplatte­ ist­ fest­ fixiert­ und­ die­ LinksRechts­Pixelmuster­werden­in­der­ Graphikkarte eines PCs mit der Kamerainformation­ nachgesteuert­ um­ so­ den­ 3D­ Eindruck­ bei­ Kopfbewegungen­beibehalten­zu­ können.­ Diese­ Systeme­ sind­ für­­ 3D-TV-Geräte­ nicht­ brauchbar,­ da im Normalfall nicht nur ein Betrachter­ vor­ dem­ Gerät­ sitzt.­ Deswegen­ wurde­ ein­ Verfahren­ entwickelt,­ das­ mehrere­ Ansichten benutzt und damit den Winkelbereich­ aus­ dem­ 3D­ gesehen­ werden­ kann­ entsprechend­ vergrößert­(großer­Sweet­Spot). In­Abb.2­ist­so­ein­Verfahren­mit­ 5­ Ansichten­ dargestellt.­ Es­ sind­ nun­ nicht­ wie­ vorher­ vertikale­ Streifen mit abwechselnder linker­und­rechter­Ansicht,­sondern­ es­ folgen­ jetzt­ vertikale­ Streifen­ aus­jeweils­5­Perspektiven­aufeinander.­ Aufgrund­ des­ optischen­ Strahlenganges­ (Fresnellinsenfilterfolie)­und­des­Augenabstandes­ sieht­der­Beobachter­jeweils­nur­ zwei­ Ansichten,­ im­ dargestellten­ Beispiel­ V4­ und­ V2.­ Bewegt­ der­ Zuschauer den Kopf nach links wechselt­er­zu­den­Ansichten­V5­ und­V3.­Bei­einer­Kopfbewegung­ nach rechts sind es dann die Ansichten­V3­und­V1.­Es­kommt­also­ nicht­vor,­dass­wie­im­Fall,­wenn­ nur die rechte und die linke Ansicht­benutzt­wird­bei­Kopfbewegung der Raumeindruck zerstört wird. Bei­ einer­ Ausführung­ wie­ in­ Abb.2,­ nach­ dem­ Prinzip­ der­

Abb.2: Prinzipdarstellung des brillenlosen Verfahrens für 5 Ansichten (links und rechts). Horizontaler Schnitt durch das LC-Display. (Eigene Zeichnung nach Holliman N. (2005) 3D Display Systems; University of Durham). ausschließlich­ vertikal­ orientierten­ Linsenrasterfolie,­ verringert­ sich­ die­ horizontale­ Auflösung­ (Anzahl­ der­ Bildpunkte)­ bei­ fünf­ Ansichten­ um­ den­ Faktor­ fünf,­ was zu einer sehr bescheidenen Bildqualität­ führen­ würde.­ Deswegen werden bei diesem autostereoskopischen Verfahren mit mehreren­ Ansichten­ die­ jeweiligen­ Pixel­ der­ Ansichten­ ­ in­ einem­ Muster­ in­ der­ Horizontalen­ und­in­der­Vertikalen­verteilt.­Die­ Linsenrasterfolie muss natürlich entsprechend­angepasst­werden.­ Mit dieser Anordnung kann man dann einen in horizontaler und

vertikaler­ Richtung­ ausgewogenen­Auflösungsverlust­erreichen. 1.3 Realisation der Grundig 3D-LCD-TV Geräte Nun aber wieder zurück zur Grundig­ 3D-Historie.­ Anfang­ 2004­ war­ HDTV­ noch­ nicht­ in­ Deutschland­ eingeführt­ und­ die­ mit­SXGA­bezeichnete­Auflösung­ von­1280x768­Pixel­war­bei­LCDTV-Geräten­üblich. 3D­ Image­ Processing­ hatte­ den­ Coherence­Based­Modelling­Algorithmus­(COBAM)­entwickelt­und­ sich­diesen­patentieren­lassen.­Er­ simuliert und reproduziert das

Rundfunk & Museum 92 – Januar 2017

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