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TV-GESCHICHTE

Abb.3: Prinzipdarstellung des brillenlosen Verfahrens nach dem COBAM Algorithmus von 3D-Image Processing. (Eigene Zeichnung nach Vorlagen von 3D-Image Processing GmbH Kissingen). räumliche Sehen und die damit verbundenen­neuronalen­Prozesse.­ Einfach­ gesprochen­ wird­ aus­ dem­linken­und­rechten­Bild­einer­ Stereokamera eine sogenannte Tiefenkarte­(Depth­Map)­berechnet.­In­Abb.3­ist­dies­schematisch­ dargestellt.­ Die­ Tiefenkarte­ gibt­ nun­die­Entfernung­eines­Punktes­ (Pixel)­ vom­ Betrachtungsort­ an.­ In­Abb.3­sind­diese­Werte­in­Form­ von­ Grauwerten­ dargestellt.­ In­ unserem­ Beispiel­ weiß­ für­ die­ nahe gelegenen Punkte wie die Schnauze­ der­ Drachenfigur­ und­ schwarz­ für­ den­ entfernt­ liegenden­Hintergrund.­Die­dazwischen­ liegenden Grautöne entsprechen den­ jeweiligen­ Entfernungen.­ COBAM­ berechnet­ nun­ mittels­ Tiefenkarte­ und­ eines­ virtuellen­ 3D-Modells­die­für­das­brillenlose­3D-LCD-TV-Display­benötigten­ Ansichten. Es waren zwar Verfahren bekannt­ die­ Ansichten­ mittels­ entsprechend­ ausgestatteter­ PCs­

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zu­ berechnen,­ aber­ eben­ nicht­ in­ Echtzeit.­ Man­ benötigte­ für­ eine lange Stereosequenz mehrere­ Stunden­ Rechenzeit.­ Eine­ Livewiedergabe­ war­ damit­ nicht­ möglich. Grundig Intermedia nahm das Angebot zur Zusammenarbeit mit­3D­Image­Processing­an.­Das­

Ziel war auf der Funkausstellung 2005­ die­ erste­ Liveübertragung­ (Stereokamera­ zum­ Grundig­ 3DLCD-TV­ Gerät)­ zu­ präsentieren.­ Und­ weitergehend­ eine­ limitierte­ Auflage­ dieser­ Tharus­ 3D­ zu­ fertigen,­ um­ sie­ B2B­ Kunden­ für­ Marketing­und­Werbezwecke­anzubieten­bzw.­auch­selbst­für­diese­ Anwendungen­ zu­ nutzen.­ Damit konnte Grundig Intermedia zeigen,­ dass­ der­ alte­ technische­ Pioniergeist­noch­vorhanden­war. 3D­ Image­ Processing­ hatte­ die­ Aufgabe übernommen ihren Algorithmus für 8 Ansichten in einem­Versuchsaufbau­mit­mehreren digitalen Signalprozessoren­ realtimefähig­ umzusetzen.­ Die­ Firma­ X3D­ Technologies,­ die­ Expertise­in­Gestaltung­und­Aufbringung der Fresnellinsenfolien für­ Flachdisplays­ hatte,­ übernahm­ die­ Aufbringung­ der­ Linsenrasterfolie­für­8­Ansichten. Die­Grundig­Intermedia­Fernsehentwicklung­ selektierte­ vor­ dem­

Abb.4: Grundig Tharus 3D; ein brillenloses (autostereoskopisches) Foto: M2Counselling 3D-LCD-TV Flachbildgerät.

Rundfunk & Museum 92 – Januar 2017