EDITORIAL
Die Freuden eines Zeitungsmachers Liebe Leserinnen und Leser, Freunde des Rundfunkmuseums, die Nummer 92 der Rundfunk & Museum liegt nun vor. Seit der Ausgabe 86 darf ich als freiberuflicher Journalist, seit der 87 gemeinsam mit dem gewählten undverantwortlichenChefredakteur Rainer Lindenmann, diese Zeitung zusammenfassen, redigieren,Artikelschreiben... Zeitungmachen ist die Königsdisziplin des Journalisten. Sie erfordert viele handwerkliche Fähigkeiten. Eine gute Zeitung zu machen, ist eine Kunst. Auch deshalb gilt – leicht abgewandelt – Karl Valentins Bonmot: „Zeitung machen ist schön, macht abervielArbeit“.Daswirdnicht leichter,wennvielederMitarbeiter_innen besten Willens, aber vonganzandererProfessionsind. Im Ehrenamt engagierte Menschen sind wunderbar, der Kitt der Gesellschaft – und sie sind dochHobbyisten,bringensichin ihrer Freizeit ein, wo andere ihrenBerufausüben.Sohatjeder, dersichimVereininderFreizeit, nächtens, an Sonn- und Feiertagen engagiert, seine wohlüberlegte Überzeugung! Wasbrauchteseigentlich,damit dieR&M,meistzweimalimJahr, insHauskommt?Alserstesmuss man Themen finden: Das Vereinsleben, das Museumsgeschehen sollen abgebildet werden. Interessant sind technische Berichte, die mit Radio/Fernsehen zutunhaben,überTechnikender
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ZukunftwiederGeschichte.Aber in welchem Verhältnis sollen diese Themen abgebildet werden? Woher bekommt man Autoren, die Spezialkenntnisse besitzen und darüber schreiben wollen? Welcher Umfang der Berichte ist für das Zeitungsformat nötig oder gerade noch statthaft? Das mussentschiedenwerden,ebenso wie die Frage, wie das Material,dasfreieMitarbeitermitviel Müheerarbeitethaben,abgebildet und in ein zeitungstaugliches Formatgebrachtwird.Eskommt vor,dassdieZeitungsmacherdies anders sehen als der Lieferant. Dann gilt: Über Gestaltung, Kürzungen, Platzierungen von Artikeln entscheidet ausschließlich dieRedaktion. Die hat viel zu tun: Wer kümmert sich um Fotos, Bildrechte, wer feilscht bei Institutionen, Fotografen, Museen um kostenlose Bildrechte? Wer betreut die Anzeigenkunden? Und dann das zeitaufwändige Thema „Akquise“ neuer Anzeigen-Kunden?
Rundfunk & Museum 92 – Januar 2017
Wersprichtsiean,argumentiert, kümmert sich um technische EinzelheiteninderDruckvorstufe? WergestaltetdasBlattprofessionell(undgünstig)?Werkenntsich aus,welcheFormatederDrucker braucht?Werverhandeltmitihm den Preis? Wer schwatzt ihm eineAnzeigeab?BeiProfizeitungen gibt es ganze Abteilungen für dieseArbeiten.Alldasmachtbei derR&MeinewinzigeRedaktion. DasmachtSpaß,FreundValentin, abersehrvielArbeit. Daran denkt, liebe Leser_innen, wenn Euch mal wieder ein Bild, ein Artikel, eine Zeile missfällt. Bringt Euch ein, helft, schreibt unswas,gebtRat,aberseidauch einsichtig,dassihrnichtChefdieserAbteilungseid. Das neue Jahr soll Euch und Ihnen viel Freude bereiten. Viel Glück wünschen wir besonders der neuen Museumsleitung! Ich wünsche Euch allen, lieben Freunden der R&M herzlichst ein wunderbares 2017. Peter Budig