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DAS INTERVIEW passte zu uns, wir passen zu ihm, er bringt auch ein finanzielles Engagement mit – solche Zusammenarbeit ist natürlich höchst willkommen. Ist an eine Zusammenarbeit mit Cham oder anderen Häusern gedacht? PK: Erste Kontakte mit Cham sind ja geknüpft. Wir waren beim Besuch in Cham dabei und haben ein Gerät und Technische Jahrbücher der Firma Grundig dorthin abgegeben. Gleichzeitig haben wir angefragt, ob sie uns ein Gerät für „Made in Franken“ leihen können. Wir werden da dran bleiben und freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit. (Lesen Sie dazu einen Beitrag von Philipp Knöchel auf Seite 26) Wie wird sich die Dauerausstellung verändern? Welche neuen Schwerpunkte wollt ihr setzen? In welchem Zeitrahmen kann man mit Veränderungen rechnen? PK: Das wird ein längerer, großangelegter Prozess. Die Gefahr wäre, wenn man immer ein bisschen was verändert, dass man am Ende doch nur „rumwurschtelt“. Es braucht viel gründliches Nachdenken und dann ein sehr gutes Konzept. Als Ergebnis muss man einen roten Faden erkennen, der sich durch die Ausstellung zieht. JS: Die neue Dauerausstellung steht noch am Anfang. Es gibt grundsätzliche Überlegungen, die ich im Kulturausschuss der Stadt Fürth vorgestellt habe. Die wurden auch für gut befunden. Jetzt geht es an Planung und Kostenschätzung. Mir ist inhaltlich die Gleichberechtigung von Radio und Fernsehen wichtig. Fernsehen muss also stärker ausgeprägt

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werden. Die Objekte bleiben wichtig. Aber im Moment stellen wir Geräte aus und haben wenig Kontext, wenig Zeitgeschichte, wenig Audio- und TVDokumente, wenig Medieninhalte zu bieten. Viele alte Fans des RFM empfinden die bereits entstandenen Änderungen der Dauerausstellung als schlimm. Sie vermissen genau die „Kontexte“, Lebenswelten zu den Geräten. PK: Kontextualisierung ist immer ein ganz wichtiges Anliegen von uns. Die Besucher sollen mehr selber machen können, Erfahrungen sammeln. Damit Besucher mehr über eine Medienstation erfahren, aus welchen Bauteilen ein Radio besteht ... JS: Momentan funktioniert vieles noch „direkt“, einfach weil Menschen sich erinnern, wenn sie durch die Ausstellung gehen. Man muss künftig viel stärker denjenigen, die dieses Erinnern nicht (mehr) haben, Möglichkeiten geben, sich da hineinzudenken und zu –fühlen. Mir schwebt auch vor, mehr Objektgeschichte zu erzählen, das was man unter der „Ding-Mensch-Beziehung“ versteht. Wieso kaufen sich Leute Radios, was bedeuten sie im Leben der Familie, was kam dem ersten Fernseher für eine Bedeutung zu ... Im Moment transportieren die Objekte eher Technikgeschichte. Die Menschengeschichte wollen wir lebendig ergänzen. Was haltet ihr von der Idee einer Zusammenarbeit mit den Tourismusund Congresszentralen Fürth und ausdrücklich auch Nürnberg? Wie kommt man ins Begleitprogramm

Rundfunk & Museum 94 – Februar 2018

von Kongressen? JS: Diese Anfragen kommen gelegentlich auf uns zu, dann machen wir das gerne. Im Oktober waren drei Führungen auf einmal da. Dann kam noch unser Vereinsmitglied, Herr Roland Stehle, mit seiner „IFA Communications Group“. Da handelt es sich um ein Fachpublikum, das auch auf einer Messe war. Das sind wichtige, zum Teil internationale Multiplikatoren! In diese Richtung, das weiter auszubauen, denken wir schon länger. Doch wir haben einfach begrenzte Zeitressourcen, einen überschaubaren Mitarbeiterstamm. Nicht alles geht sofort. Wir wollen auch Busgruppen, Stammkunden weiter ausbauen. Wir können denen ein rundes Programm liefern, 45 Minuten Führung durch das Museum und dann lassen wir das Ganze im Museumscafé ausklingen. PK: Von der FAU Erlangen kommen auch immer wieder Exkursionen. Es gibt Dozent*innen, bei denen wir fester Bestandteil des Lehrplans sind. Wie haben sich die Besucherzahlen entwickelt? PK: Seit 2015 steigen die Besucherzahlen wieder kontinuierlich. 2017 wird wohl das stärkste Jahr seit dieser Zäsur. Die Vermietungen sind ja aus den bekannten Gründen – neue Regelungen des Rechtsamtes der Stadt – weitgehend weggefallen. Wir suchen und haben neue Möglichkeiten gefunden, Menschen hierher zu bringen. Uns ist schon wichtig, dass der Besucher wirklich ein Museumsbesucher ist. JS: Wir hatten im Jahr 2016 10.600 Besucher, 2017 sind es noch etwas mehr gewesen: 10.882. Wenn ich