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RFM intern die Namenstaufe rechtzeitig zum 100. Geburtstag Max Grundigs im Jahr 2008 vollzogen werden konnte. Persönlich ist Klink dem Patriarchen übrigens nur mit Distanz begegnet, sprechen konnte er ihn nie. Klink erinnert sich an diese Begebenheit: „Ich war mit einer Schulklasse im Werk, hier genau wo unser RfM steht. Unsere Führerin ermahnte die Gruppe: jetzt müsst ihr ganz ruhig sein, da kommt der oberste Chef, der Herr Grundig! Da sind alle ganz andächtig stehen geblieben. Der Rat war sehr wichtig, Grundig war leicht verärgert und keiner hat sich getraut, ihn etwas zu fragen.“ 2008 nahm der rührige Lehrer Kontakt zum RfM auf. Sein Vater war zwar Radiobastler, baute mit Zigarrenkisten Detektorradios, aber Sohn Hermann hat sich leider bekennt er heute - nicht davon anstecken lassen. Ihm ist das Staunen über geballte Radiotechnik im Museum geblieben. 2014 sorgte er mit der damaligen Fördervereinsvorsitzenden Grete Schwarz dafür, dass in seiner Schule eine Glasvitrine mit Exponaten zum Thema „Max Grundig“ aufgestellt wurde. Das Museum und der Förderverein sorgen dafür, dass die Exponate immer wieder ausgewechselt werden. „Ich bin ein faszinierter Laie“ sagt

Klink von sich und stellt sich für die Zukunft vor, dass das RfM und seine alte Schule eine Partnerschaft eingehen. Regelmäßige Besuche für die 11. Klassen an Wandertagen wären eine gute Idee. Es scheint, dass davon noch einige Kollegen überzeugt werden müssen… Und da die Schule über eine Elektro- – und eine Metallwerkstatt verfügt, könnte man doch schauen, wo sich

Anknüpfungspunkte ergeben – vor allem mit der Experimentierwerkstatt des Museums… Und da die Schüler eine Fach- bzw. eine Seminararbeit schreiben müssen, sie aber immer auf der Suche nach Themen sind, sei doch das RfM eine unerschöpfliche Quelle, sowohl in technischen wie auch im sozialen Bereich. Da fällt dem Lehrenden z.B. ein,

was es für Fürth bedeutet habe, als die Grundigarbeitsplätze verloren gingen. „Zukunft braucht Herkunft und Herkunft braucht Zukunft“, zitiert er. Inzwischen ist Hermann Klink Mitglied im Vorstand des Fördervereins. Man sieht ihn, wie gesagt, häufig mit seiner Kamera. Ein technisch-künstlerisches Hobby, das er sehr professionell angeht. Die Tageszeitung nimmt ihm hier und da Bilder ab. Er hat einen Blick für Motive, am besten Gegensätzliches und Skurriles, also alles, was auf Anhieb nicht zusammenzupassen scheint. Schwäbisches und Fränkisches möglicherweise. Er müsste es ja wissen, aus seinerschwäbischen Sicht. Klink hat kleine Bändchen publiziert, über schwäbische Witze und ein Wörterbüchlein „Schwäbisch schwätze“. Aber ist das nicht doch am Ende typisch fränkisch, wo man im Kleinen ganz groß ist? Wäre es da nicht denkbar, dass er ein Photobuch über das RfM publiziert? Er lächelt dazu. Er hat es nie bereut, ein Wahlfranke geworden zu sein.

Rundfunk & Museum 94 – Februar 2018

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