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NEUES von der CES

hat mit seinen Android-Fernsehern Ähnliches vor. JBL integriert die Google-Sprachsteuerungsfunktion in seine neue Kopfhörer-Modellreihe Everest. Das Start-up-Unternehmen Onelink kombiniert einen Deckenlautsprecher mit Rauchmelder-Funktion und Mikrofonen für die Sprachsteuerung. Kohler, Spezialist für Badezimmer-Installationen, integriert Mikrofone für Sprachbefehle im Spiegel. Und auch im Automobilbereich erhält die Sprachsteuerung Einzug: Panasonic beispielsweise, Lieferant für Autoelektronik, bietet sowohl Lösungen für den GoogleAssistenten als auch für Amazons Alexa an. Der Zulieferer Bosch setzt ebenfalls auf beide Systeme – ebenso wie Byton, ein neues chinesisches Unternehmen, welches Tesla mit einem hypermodernen Elektroauto Konkurrenz machen will. Mercedes Benz präsentierte auf der CES gar ein eigenes Sprachsteuerungssystem. Auch im „klassischen“ Unterhaltungselektronik-Sektor wurden natürlich Neuheiten präsentiert: Im TV-Bereich waren dies vorwiegend: 8k Upscaling (Samsung), eine 146 Zoll TVWand aus Kacheln (Samsung), sogenannte Wallpaper-TVs mit neuem Prozessor (LG), OLEDTVs mit neuem Prozessor und HDR 10+ (Panasonic) sowie generell TV-Prozessoren für

4k/8k, OLED und LCD. Auch neue Laserprojektoren und Kurzdistanz-Projektoren bei Sony, Hisense oder LG wurden gezeigt. Neuer Blickfang am LG Stand war der OLED-Canyon mit 90 konkaven und 156 konvexen Open-Frame-Bildschirmen. Besucher konnten durch den 28 Meter langen, kurvenreichen

Canyon-Trail wandern und faszinierende Bilder von insgesamt zwei Milliarden selbstleuchtenden OLED-Pixeln erleben. Im Audio-Bereich dominierten Plattenspieler, eine Vielzahl neuer Bluetooth-Boxen und Kopfhörer – drahtlos, drahtgebunden und neu auch mit Speicher für Musik. Es war ein offenes Geheimnis: Hinter verschlossenen Türen zeigte LG Displays, der WeltLieferant aller großen FernsehBildschirme, einen Prototyp der OLED-Technik von bisher ungekannter Biegsamkeit – in

einem unscheinbaren Konferenzraum am Rande der Fachmesse CES in Las Vegas. Was nur Eingeweihte sehen durften, sah aus wie ein auf dem Kopf stehendes Rollo – oder eben wie ein analoges Roll-up, das in Ausstellungen als Schautafel dient. Der komplette Schirm, Diagonalmaß immerhin stattliche 65 Zoll, steckte aufgespult in einem schmalen Kasten mit einem Öffnungsschlitz auf der Oberseite. Auf Kommando konnte es aus der Behausung fahren, sich an der Wand ausbreiten und feine farbige Bilder zeigen, ganz genau wie ein konventioneller Fernseher. Mit einem anderen Befehl schnurrte die bunte Fläche wieder ins Gehäuse zurück und ließ sich aufwickeln wie eine Papierrolle – bei Bedarf auch nur partiell: Blieb ein schmaler Streifen außerhalb des Gehäuses, zeigte auch dieser Rest-Schirm Bildinhalte, zum Beispiel visuelle Informationen über das Wetter draußen. Ob der Bildschirm aus der Kiste in dieser Form je das Licht eines Wohnzimmers erblickt, ist offen. Dem Hersteller ging es vor allem um eine unmissverständliche Botschaft an Industriekunden: So etwas geht, man kann OLED-Schirme, auch solche großen Kalibers, derart flexibel fertigen, dass bisher ungeahnte Anwendungen möglich werden.

Rundfunk & Museum 94 – Februar 2018

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