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RFM Ausstellung

sitz. Heute erfährt das Gelände eine ganz unterschiedliche Verwendung: neben mehreren Firmen sowie der Deutschen Post und dem Stadttheater nutzt beispielsweise die FriedrichAlexander-Universität ErlangenNürnberg Teile des Geländes als Forschungs- und Wissenschaftseinrichtung. Auch das heutige Rundfunkmuseum hat hier seinen Sitz, im ehemaligen Direktionsgebäude des Unterhaltungselektronikherstellers. Die Uferstadt Fürth ist so ein gelungenes Beispiel, wie sich ehemalige Firmengelände wandeln und eine neue Nutzung finden. Neben der Uferstadt als GrundigFirmensitz ist das ehemalige Gelände in Nürnberg-Langwasser durch das Team des Rundfunkmuseum aufgenommen worden, sodass dieser Aspekt die ursprüngliche Ausstellung ergänzt.

beträchtliche Anzahl an markanten Fabrikschloten. Aufnahmen aus dem Stadtbild, die Schlote an verschiedenen Orten zeigen, konnten im Stadtarchiv Fürth recherchiert und ebenfalls in die Ausstellung integriert werden. Nicht nur in Fürth, auch in kleineren Städten und Orten rauchten an bedeutenden Fabrikationsstätten die Schornsteine – einst Symbole für Fortschritt, Produktivität und wirtschaftliche Macht. Mittlerweile sind nicht mehr viele erhalten oder im Verfall begriffen. Auf seiner Reise durch die Industriegeschichte Mittelfrankens besuchte der Fotograf Helmut Meyer zur Capellen einige dieser Orte. Die großformatigen Aufnahmen vermitteln die Geschichte der Bronze- und Metallfarbenindustrie, der fränkische Brauindustrie sowie der Mühlen- und Ham-

Fotoserien verbergen sich teils bewegende Firmengeschichten. Ein Beispiel aus dem Bereich der Bronze- und Metallfarbenindustrie zeigt dies ganz besonders: Die Firma Eckart GmbH stellte zunächst Bronzefarben, später auch Aluminiumpulver her. Bis heute produziert die Firma aus Hartenstein verschiedene Pigmente. Ein Ehrenamtlicher des Fördervereins konnte anschauliche Produktproben von Eckart für die Ausstellung vermitteln. Auch hier ergibt sich ein thematischer Zusammenhang: Goldbronzeelemente wurden für Etiketten der Schellackplatten und für Papiereinlagen in Nadeldöschen sowie bei Werbeplakaten für Radiohersteller eingesetzt. Letztere sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen, der Golddruck sollte die Werthaltigkeit der Marke unterstreichen. Mit der Fotoausstellung öffnet das RFM zum ersten Mal seine Räume

Auch das Thema „Fabrikschlot“ bietet verknüpfende Elemente, wie ein Bild aus dem Fürther Stadtarchiv zeigt. Zu sehen ist die Firma Grundig an der Kurgartenstraße, wobei rechts im Bild deutlich ein mächtiger Fabrikschlot zu sehen ist (siehe Aufmacherfoto). „Typisch Fürth“, könnte man meinen, denn die „Stadt der tausend Schlote“, wie Jakob Wassermann sie beschrieb, verfügte über eine

merwerke in Mittelfranken. Diese Fotoausstellung fängt die Industriegeschichte Mittelfrankens mit ihren vielen Facetten ein. Etliche Unternehmen gewährten einen Zugang hinter die Kulissen, der Überraschendes zu Tage brachte: verborgene Innenräume und historische, unverwüstliche Maschinentechnik, mit der auch heute hochmoderne Produkte hergestellt werden. Hinter den

für Fotografie und erweitert so sein Profil. Mittlerweile hat der Fotograf Helmut Meyer zur Capellen selbst die Ausstellung besucht, die ihm sehr gut gefallen hat. Für die freundliche Unterstützung der Ausstellung dankt das RFM: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Grundig Intermedia GmbH, Industriemuseum Lauf, Investa Asset Management GmbH, Stadtarchiv Fürth.

Rundfunk & Museum 94 – Februar 2018

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