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Radiogeschichte und auch andere Sendeanstalten führten regelmäßige Jugendveranstaltungen ein [2, S. 423].

ten […] Inseraten einfach über dieselben hinwegsehen kann, sondern sie vielmehr mit anhören muß…“ [7, S. 47 / 48].

Werbung im Rundfunk wurde von Anfang an kontrovers betrachtet. Auf der einen Seite gab es wirtschaftliche Hoffnungen. Die DRP erkannte das Potenzial und gründete bereits im Juni 1924 ihre Tochtergesellschaft „Deutsche ReichsPostreklame GmbH“ [6, S. 24]. Am 15. September 1924 wurde die erste reine Werbesendung ausgestrahlt [2, S. 423]. Auf der anderen Seite gab es die Hörer, die Werbung als programmstörend empfanden. Der bekannte Funkspezialist und Fachbuchautor Dr. Eugen Nesper äußerte 1925 in einem seiner Bücher sein Missfallen über Rundfunkreklame. Er kritisierte, dass „… man nicht wie bei gedruck-

Nach den Vorstellungen von Hans Bredow sollte der Rundfunk nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern auch der Volksbildung. Hamburg strahlte ab 3. Juli 1924 die „Wissenschaftlichen Fortbildungskurse“ aus. Ab 11. August 1924 kamen aus Frankfurt die „Stunde für die Frau“ und aus Hamburg die „Stunde für den Landwirt“ [2, S. 423]. Gerade zur Volksbildung kam der 1926 gegründeten Deutschen Welle eine besondere Bedeutung zu. Zusammen mit dem „Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht“ bildete sie eine Arbeitsgemeinschaft und strahlte tagsüber ein Programm zur Erziehung und Belehrung aus. Schon an

ihrem ersten Sendetag (7. Januar 1926) begann sie mit dem „Pädagogischen Funk“. Es folgten weitere Berufssendungen wie der „Ärztefunk“, der „Arbeiterrundfunk“, der „Beamtenrundfunk“ und der „Schulfunk“. Durch die Nutzung des Deutschlandsenders auf der Langwelle konnte das Bildungs- und Hochschulprogramm der Deutschen Welle in weiten Teilen des Landes empfangen werden [2, S. 423 / 426]. In den 1920er Jahren erlangten körperliche Ertüchtigung und Sportereignisse eine zunehmende Beliebtheit. Am Neujahrstag 1926 veranstaltete Hamburg eine RadioTanzstunde, Berlin brachte am 9. November 1926 die erste Rundfunk-Gymnastikstunde [2, S. 423]. Der Sender Frankfurt lieferte am 4. Juli 1925 die

Das markante Rundgebäude steht heute noch - neben der alten (abgerissenen) Hauptpost am Hauptbahnhof: Der erste Nebensender Deutschlands stand in Nürnberg – mit Sendeantennen in den 20er Foto: BR, Historisches Archiv Jahren.

Rundfunk & Museum 97 – September 2019

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